Weltmeister des FC Bayern Als Corentin Tolisso über seine Rolle spricht, schwärmt er von Arturo Vidal

, aktualisiert am 16.08.2018 - 18:59 Uhr
Vorbild und Nachfolger: Arturo Vidal (li.) und Corentin Tolisso. Foto: imago/Oliver Ruhnke

Corentin Tolisso kehrt als Weltmeister zum FC Bayern zurück und hat auch in München ganz große Ambitionen. Beim Start an der Säbener Straße spricht der Franzose auch darüber, was ihn an Ex-Kollege Arturo Vidal so beeindruckt hat.

 

München - In Badeschlappen, kurzen Hosen und orangefarbenem Langarmshirt betrat Corentin Tolisso den Presseraum des FC Bayern an der Säbener Straße. "Servus", sagte der Franzose und grinste, als er dort zu seinem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft erschien.

Neues Standing für Tolisso beim FC Bayern

Der Mittelfeldspieler, der da im Trainingsoutfit mit der Nummer 24 auf dem Podium Platz nahm, sah immer noch genauso aus wie der, der sich im Mai zu dem Turnier in Russland verabschiedet hatte. Und doch ist er als ein anderer davon zurückgekehrt. Als Weltmeister.

"Als ich vor einem Jahr als junger Spieler hierherkam, kannte mich fast keiner", sagte der 24-Jährige, der immerhin für 41,5 Millionen und als Rekordtransfer von Olympique Lyon nach München gewechselt war. "Natürlich hat sich viel verändert. Ich wurde hier beim FC Bayern Deutscher Meister und jetzt bin ich auch Weltmeister."

Man darf gespannt sein, wie sich das auf sein Standing im Team auswirken wird. "Das wird Tolisso beflügeln. Er hat sich jetzt bei Bayern eingelebt und wird diese Saison angreifen", sagte Ottmar Hitzfeld der AZ. Dass Tolisso ein Spieler sei, der jetzt "einen Stammplatz beanspruchen wird", hatte Jupp Heynckes seinem Nachfolger Niko Kovac schon vor der WM mit auf den Weg gegeben.

Kovac verspricht sich viel von Tolisso

Der Bayern-Coach verspricht sich viel von Tolisso. Das machte er auch damit deutlich, dass er Arturo Vidal zum FC Barcelona ziehen ließ und Sebastian Rudy die Freigabe erteilte. In Vidal hat ein Vorbild Tolissos den Klub verlassen. "Als ich noch jünger war, spielte Arturo bei Juve. Da habe ich ihm gerne zu- und mir viele Dinge abgeschaut", sagte er auf AZ-Nachfrage: "Er verkörpert den modernen Mittelfeldspieler, schießt viele Tore und verteidigt super. So wollte ich auch immer spielen."

Genau das erwartet Kovac nun sogar von ihm. Als Alternative zu Martínez auf der Sechs könnte Tolisso sein Vorbild Vidal als robusten Mittelfeldspieler nämlich ersetzen, auch wenn der selbst seine Stärken etwas weiter vorne sieht. "Ich denke, dass ich auf der Acht am besten bin", sagte er, "da kann ich angreifen und verteidigen."

Als letzter Profi nahm Tolisso nach seinem WM-Urlaub am Sonntag die Arbeit unter Kovac auf. "Ich brauche noch ein bisschen Zeit, aber ich möchte so schnell wie möglich auf 100 Prozent kommen." Dafür habe er sich im Urlaub fit gehalten und auf seine Ernährung geachtet. Denn die Konkurrenz auf seiner Position ist mit Leon Goretzka, Thiago, Renato Sanches, James, Thomas Müller, Martínez und (noch) Rudy weiter enorm. Die Kollegen empfingen ihn trotzdem herzlich und ausgelassen zurück in ihrem Kreis. Arjen Robben und Co. johlten als Sportdirektor Hasan Salihamidzic ihn mit einer Bayern-Torte mit WM-Pokal begrüßte.

Tolisso hat Großes vor

Tolisso lässt jedenfalls keinen Zweifel daran, dass er jetzt auch mit den Münchnern Großes vor hat: "Mein größter Traum war es, Weltmeister zu werden und mein zweitgrößter Traum ist es, die Champions League zu gewinnen." Geht es nach ihm, soll auch der bald in Erfüllung gehen, möglichst schon in dieser Saison. Erst die Welt – und jetzt Europa!

Tolissos Selbstvertrauen scheint grenzenlos. Nicht ohne Grund. "Wir sind mit Frankreich die beste Mannschaft der Welt und ich bin ein Teil dieser Mannschaft. Ich habe bei der WM einige Spiele gemacht, auch im Finale war ich dabei", sagte er. 17 Minuten kam er im Endspiel zum Einsatz.

Benjamin Pavard wirkte bei der WM als Stammspieler mit. Der 22 Jahre alte Abwehrmann soll spätestens 2019 vom VfB Stuttgart nach München wechseln. Über die Gerüchte "haben wir uns beide lustig gemacht. Ob wir nächstes Jahr zusammenspielen oder überhaupt", verriet Tolisso, "ich habe keine Ahnung, ob er kommt oder nicht. Er hat nichts rausgelassen". Gut möglich, dass es beim FC Bayern schon bald wieder heißt: Servus, Weltmeister.

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