"Weltklassepotenzial" Tolisso, Ribéry & Coman: Bayerns famose Franzosen

Das französische Trio vereint Gegenwart und Zukunft des FC Bayern. Foto: Rauchensteiner, sampics / Augenklick

Corentin Tolisso, Rückkehrer Franck Ribéry und Matchwinner Kingsley Coman stehen beim 3:1 der Bayern gegen Hannover im Fokus. "Wenn er seine PS auf den Rasen bringt, ist er für uns Gold wert."

 

München - Franck Ribéry umarmte Kingsley Coman. Die Zuschauer erhoben sich und klatschten beiden begeistert Beifall. Als Ribéry dann, eine Minute vor Ablauf der offiziellen Spielzeit, aufs Feld lief, sangen die Fans des FC Bayern in der Südkurve seinen Namen - wie sie das in besonderen Situationen für den Franzosen immer tun: auf die Melodie des Songs "Les Champs-Elysees".

Das französisch-bayerische Glück war damit endgültig perfekt. "Es ist immer schön, wenn das ganze Stadion deinen Namen ruft", sagte Ribéry. "Ein spezieller Moment für mich." Schließlich war der 34-Jährige soeben nach seinem Außenbandriss im Knie und knapp zwei Monaten Zwangspause auf den Platz zurückgekehrt. "Ich bin glücklich, dass ich wieder zurück bei der Mannschaft bin", sagte er. Mit seinem vierminütigen Kurzeinsatz löste er in seinem 235. Bundesligaspiel übrigens auch noch Sportdirektor Hasan Salihamidzic als Ausländer mit den meisten Partien für den FC Bayern ab.

Das Duell mit Hannover war da längst mit 3:1 zugunsten der Münchner entschieden. Und daran hatten vor allem seine beiden Landsleute Coman und Corentin Tolisso entscheidenden Anteil. Tolisso war beim Spielstand von 1:1 in der 58. Minute für Javi Martínez ins Spiel gekommen und prägte es dann mit seinem Offensivdrang durchaus. "Coco hat sehr gut trainiert und seine Sache nach der Einwechslung sehr gut gemacht", lobte ihn Trainer Jupp Heynckes hinterher.

Per Kunstschuss ins Glück: Kingsley Coman trifft zum 2:1.
Per Kunstschuss ins Glück: Kingsley Coman trifft zum 2:1. Foto: sampics/Augenklick

Und Coman war mit seinem technisch anspruchsvollen Treffer unter die Latte zum 2:1 und dem Elfmeter, den er rausgeholt und Robert Lewandowski zum Endstand verwandelt hatte, zweifellos der Münchner Matchwinner. Famose Franzosen sahen die Bayern pünktlich vor dem Champions-League-Duell mit Hauptstadtklub Paris Saint-Germain am Dienstag (20.45 Uhr). "Es war ein sehr gutes Spiel, aber nicht perfekt", befand Coman bescheiden und überließ das Loben lieber den Kollegen.

"Ich freue mich für ihn. Er hat gut gespielt. Das ist super", sagte etwa Ribéry über den 13 Jahre jüngeren Flügelspieler. "Dass Kingsley außergewöhnliche Qualitäten hat, die nicht an jeder Ecke zu finden sind, das wissen wir", sagte Thomas Müller und sprach gar von "Weltklassepotenzial": "Wenn er die PS auf den Rasen bringt, hat es jeder Gegner schwer." Flügelläufe habe Coman ja schon immer drauf gehabt. "Wenn er das jetzt auch noch hinbekommt und seine Flanken zu Torchancen führen, ist er für uns Gold wert." Eine "großartige Leistung" bescheinigte ihm auch Heynckes: "Seine langen Läufe, diese Soli, kosten Kraft. Die Fitness hat er jetzt wieder. Es ist erfreulich, wie er sich entwickelt hat."

In Heynckes scheint Coman nun endlich die Vertrauensperson gefunden zu haben, die er nach dem Abschied von seinem Förderer Pep Guardiola wohl eigentlich in dessen Nachfolger Carlo Ancelotti gesehen hatte. Unter dem Italiener hatte er schließlich 2013 mit 16 Jahren sein Debüt für PSG gefeiert, wo er zuvor seit seinem achten Lebensjahr gespielt hatte und im Jugendinternat des Klubs zum Profi gereift war. Seine feste Verpflichtung bis 2020 für 21 Millionen Euro Ablöse an Juventus Turin rechtfertigt Coman nun Woche für Woche mehr.

Generationen-Wechsel? Ribéry kommt für Coman (r.).
Generationen-Wechsel? Ribéry kommt für Coman (r.). Foto: sampics/Augenklick

In dieser Form ist er auf dem besten Weg, Ribérys Erbe anzutreten. Die Frage, mit der sich die Verantwortlichen der Bayern auch mit Blick auf eine mögliche Vertragsverlängerung mit jenem in die Jahre gekommenen Monsieur beschäftigen müssen, lautet: Ist Coman schon besser, als Ribéry es je wieder werden kann? Aktuell erinnert Coman jedenfalls an seine starken Auftritte, die ihm unter Guardiola in der Champions League schon gelungen waren. Im März 2016 hatte er zum Beispiel den 4:2-Verlängerungskrimi im Achtelfinalrückspiel gegen seinen Ex-Klub Juve mit einer Vorlage zum 2:2 und einem Treffer zum Endstand für die Bayern entschieden.

"Das ist eine schöne Momentaufnahme", sagte Coman nun nach seinem jüngsten Gala-Auftritt: "Ich muss vor allem fit bleiben, um dann auch mal mehrere gute Spiele hintereinander zu machen." Am Dienstag bietet sich ihm gegen seinen Heimatverein die perfekte Gelegenheit dazu, seinen Worten auch Taten folgen zu lassen.

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