Weitermachen oder zurücktreten? Das erwartet die Münchner CSU von Seehofer

Was wird aus CSU-Chef Horst Seehofer? Am Donnerstag will er aufklären. Foto: Sven Hoppe/dpa

Am Donnerstag wird CSU-Chef Horst Seehofer der Partei seine Zukunftspläne mitteilen. Auch die Münchner CSU spekuliert bereits.

 

München - Am Ende müssen es die Alten richten. So ist das mit Jupp Heynckes bei den Bayern. Und so fällt auch unter Münchner CSUlern in diesen Tagen der Name eines älteren Herren: Edmund Stoiber.

Was Horst Seehofer am Donnertag verkünden wird? Erwartungen haben alle – ob Seehofer sie erfüllen wird, da traut sich aber keiner eine Prognose. "Wir wissen auch gar nicht, mit wem Seehofer eigentlich noch redet", sagt einer. Ein Hoffnungsschimmer: ausgerechnet Edmund Stoiber. Er könnte doch ein internes Machtwort sprechen, eine Brücke bauen.

Eine CSU-Doppelspitze aus Dobrindt und Söder?

Doch wohin führt die Brücke? Die Münchner sind in der Mehrheit klare Söderianer. Doch ob die Sache für den ewigen Kronprinzen gut ausgeht? "Ich glaube nicht, dass Seehofer seine Lebensaufgabe aufgibt, Söder zu verhindern", sagt einer. Ein Szenario, das sich viele vorstellen können, ist, dass Seehofer bei der Parteivorstandssitzung Alexander Dobrindt als neuen Parteichef vorschlägt.

Das ließe Söder die Möglichkeit, 2018 Ministerpräsident zu werden. Die beiden gelten zwar nicht als Freunde, aber auch nicht als spinnefeind (und das allein ist in der CSU schon ein Argument). Dobrindt und Söder – das hätte in der Arithmetik der CSU noch den Vorteil, dass Dobrindt Oberbayer ist – also nicht zu viel Macht nach Franken fallen würde.

Genau jene regionalen Machtbefindlichkeiten könnte Seehofer gegen Söder nutzen, indem er am Donnerstag den Franken Joachim Herrmann als Parteichef vorschlägt. Denn eine Doppelspitze mit Herrmann und dem anderen Franken Söder als Ministerpräsidenten-Kandidaten ist nicht vermittelbar. Söder müsste, um eine Chance auf die Spitzenkandidatur zu wahren, auf dem Parteitag wohl in eine Kampfabstimmung – mit unsicherem Ausgang. Einig sind sich die Münchner nur in einem: der Erwartung, dass Seehofer seinen Rückzug erklären muss.

"Die Zeit ist gekommen" heißt es. Auch, weil man sehr bald beginnen müsse, den bayerischen Wahlkampf für 2018 vorzubereiten.

 

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