Wegen Coronavirus Offiziell: Oktoberfest 2020 ist abgesagt!

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
, aktualisiert am 21.04.2020 - 18:36 Uhr
Dieses Jahr ist nicht nur vorübergehend geschlossen: Die Wiesn findet 2020 nicht statt. Foto: dpa

Das Oktoberfest ist offiziell abgesagt! Dieter Reiter und Markus Söder erklären, warum es heuer auch keine Mini-Wiesn gibt und wen die Absage besonders trifft. Sie geben Hoffnung für ein Oktoberfest 2021.

 

München - Die Absage kommt erwartet, aber nicht minder schmerzlich. Es wird kein Oktoberfest 2020 geben. "Solange es keinen Impfstoff gibt, solange es keine Medikamente gibt, muss man besonders aufpassen", erklärt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstagmorgen bei einer Pressekonferenz mit Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in der Staatskanzlei. "Es tut uns weh, es ist unheimlich schad", sagt Söder, "weil es kein normales Jahr ist, wird es leider ein Jahr ohne Wiesn."

Wiesn könnte neue Ansteckungswelle auslösen

Man wolle keine Virendrehscheibe wie die Après-Ski-Partys in Ischgl oder einige Starkbierfeste sein. Bei einem Volksfest im Bierzelt, wo es um Nähe, Singen und Alkohol gehe, sei auch an Mundschutz und Abstandsregeln nicht zu denken, sagt Söder.

Obwohl 70 Prozent der Gäste Bayern seien, kämen zur Wiesn zwei Millionen Menschen aus der ganzen Welt. Ein "effektiver Infektionsschutz" sei deshalb nicht vorstellbar. Das Oktoberfest könnte eine neue, internationale Ansteckungswelle auslösen. "Das würde den Ruf des Oktoberfestes auf lange Zeit prägen und schädigen", sagt Söder. Er zerschlägt auch die Hoffnung auf eine kleine Wiesn oder ein Volksfest nur für Münchner: "Wiesn gscheit oder gar ned."

Die Absage trifft Söder und Reiter, die sich in trauter Einigkeit immer wieder gegenseitig bekräftigen und einander danken, auch persönlich. "Wir beide sind die größten Fans des Münchner Oktoberfestes", sagt Söder, "er würde anzapfen und ich bekomme den ersten Schluck."

Das einzige Mal, dass so etwas Ähnliches wie ein Lächeln über Reiters Lippen kommt, ist, als er übers Anzapfen im Schottenhamel-Festzelt spricht: "Das ist eine der zentralen Amtshandlungen eines Münchner Oberbürgermeisters."

"Das ist ein emotional und ökonomisch schwieriger Moment für unsere Stadt", sagt Reiter weiter, denn das Oktoberfest werde auch "schmerzlich im Geldbeutel vermisst" – nicht nur bei Wirten und Schaustellern, sondern in der Gastro, dem Hotelgewerbe, bei Taxlern und vielen anderen. Insgesamt rechnet Reiter mit Umsatzausfällen von bis zu 1,3 Milliarden Euro für München.

Auch alle anderen Volksfeste in Bayern fallen aus

Söder verweist auf die bayerischen Soforthilfen und Kredite bis zu 100.000 Euro – gerade auch für die Schausteller. Zudem wird auch das Zentral-Landwirtschaftsfest, das heuer zeitgleich zur Wiesn stattfinden sollte, ausfallen. Reiter hat den Bauernverband darüber bereits am Dienstagabend informiert.

Ebenso werden auch alle anderen Volksfeste in Bayern ausfallen – auch wenn sie nach dem 31. August geplant waren, dem vorläufigen Datum, das der Bund zuletzt als Zeitrahmen für ein Verbot von Großveranstaltungen genannt hatte. Ein Risiko, dass die Stadt München oder der Freistaat Bayern Schadenersatz zahlen müssen, sehen beide nicht. "Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Durchführung", sagt Reiter.

Der Oberbürgermeister erklärt, dass das Oktoberfest jedes Jahr auf Beschluss der Münchner Stadtrates stattfinde. Der Stadtrat legt fest, welche Beschicker auf die Wiesn gehen dürfen. Dieser Beschluss sei noch nicht gefallen. "Es gibt nichts abzusagen, weil das Oktoberfest nicht stattfinden wird", sagt Reiter. "Wir hoffen, dass wir es nächstes Jahr umso freudiger nachholen können."

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