Vorbereitungen für kommende Saison Sechzigs Fragezeichen: Beim TSV 1860 ist einiges unklar

Haben so einige Baustellen: Löwen-Trainer Michael Köllner (links) und Sportchef Günther Gorenzel (rechts). Foto: sampics / Stefan Matzke / AK

Vorbereitung, Kaderplanung, Saisonziel? Beim TSV 1860 ist derzeit nur klar, dass nicht viel klar ist. Die AZ erklärt die dringendsten Baustellen von Sportboss Günther Gorenzel und Coach Michael Köllner.

 

München - Wann geht’s wieder los? Wer ist an Bord? Und wohin soll’s gehen? Die Saison 2020/21 wird für die Sechzger mitten in der Corona-Krise wohl die unsicherste Saison aller Zeiten.

Denn beim TSV 1860 ist aktuell eigentlich nur klar, dass nicht viel klar ist: Die Löwen haben keinerlei Termine der Saisonvorbereitung kommuniziert. Stand jetzt stehen 20 Spieler unter Vertrag. Ganz getreu dem Motto: "Oldie Sascha Mölders und die wilden Junglöwen", aber noch kein fertiger Kader, der damit kaum einzuschätzen ist. Die AZ zeigt die drei großen Fragezeichen der Sechzger.

Köllner und seine Löwen treffen sich am Montag zum ersten Mal

Die Organisation: Die Kommunikation der Löwen nach außen ist derzeit sehr zurückhaltend – und das wenige Tage vor dem Trainingsauftakt. Wie die AZ erfuhr, trifft sich das Team um Trainer Michael Köllner am Montag, 3. August, ein erstes Mal, am Dienstag soll das Premierentraining folgen. Köllner und Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel sollen sich nach einer Phase, in der 1860 schriftlich darum bat, sie nicht mit Anfragen zu behelligen, demnächst erstmals wieder öffentlich äußern. Termin: wohl am Mittwoch.

Für 1860-Fans deutlich wichtiger als die unglücklichen (Nicht-)Ankündigungen: Wann dürfen die Fans wieder ins Stadion? Während die Frage immer noch nicht geklärt ist, ob und wie viele Anhänger die Saisonpremiere (ab 18. September) sehen dürfen, scheint der Trainingsauftakt unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattzufinden. Zu Heimspielen ins Grünwalder dürfen wohl maximal 4.125 Zuschauer, Auswahlverfahren unklar.

Nachdem Testspiele erlaubt sind, dürfte die Lage rund um das (ebenfalls noch unbestätigte) Trainingslager zwischen 26. und 31. August in Windischgarsten dem TSV zumindest eine normale Vorbereitung gewährleisten. Eine zweite Welle und ein erneuter Lockdown könnten sämtliche Planungen selbstredend über den Haufen werfen.

Ist die zweite Liga unter unsicheren Voraussetzungen realistisch?

Der Kader: Torjäger Sascha Mölders auf Abschiedstournee, ein Gerüst um die gestandenen Profis Marco Hiller, Dennis Erdmann, Quirin Moll, Daniel Wein und Stefan Lex – sowie gleich acht drittligaunerfahrene Youngster: Sechzig wird damit zur absoluten Wundertüte.

Positiv: Das Sechs-Millionen-Darlehen von Investor Hasan Ismaik sichert das (finanzielle) Überleben. Mit Erik Tallig konnte Gorenzel einen externen Neuzugang präsentieren, wenngleich statt einer Präsentation lediglich per Internet-Interview vorgestellt. Auch der 20-Jährige ist ein Überraschungspaket: hochveranlagt, aber in seiner erst zweiten Saison erstmals raus aus der Chemnitzer Wohlfühloase.

Negativ: Tim Rieder, der gerne bleiben würde und auch irgendwie gehalten werden soll, ist wohl auf Abwegen und laut "dieblaue24" von den Zweitligisten Eintracht Braunschweig und Holstein Kiel umworben. Und: Noch immer ist nicht geklärt, ob Gorenzel im Falle eines doch noch erhöhten Spieleretats zusätzlich ein, zwei Corona-Schnäppchen machen kann. Bei den Ex-Löwen Timo Gebhart, Nico Karger und Herbert Paul, die auf neue Verträge hoffen, ist die Lage nach der peinlichen Trikot-Posse wie bei Ex-Kapitän Felix Weber weiter ungeklärt.

Das Saisonziel: Viele Fans, das Umfeld, aber auch das ambitionierte Duo Köllner/Gorenzel sowie viele Spieler selbst: Alle wollen den Aufstieg in die Zweite Liga anpacken. Einzig: Ist das unter den gegebenen Voraussetzungen realistisch? Aus dem Umfeld von Mölders ist zu hören, dass der Alpha-Löwe alles andere als erfreut war über den Abgang von Kumpel Aaron Berzel zu Türkgücü und die kleineren Brötchen, die 1860 nun wohl backen muss.

Die vielen offenen Fragen haben auch etwas Positives: Noch bleibt Zeit, um das ein oder andere weiß-blaue Ausrufezeichen zu setzen – und die Erwartungen doch irgendwie zu übertreffen.

Lesen Sie hier: Der TSV 1860 kämpft um Leistungsträger Tim Rieder

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