Vor 21 Jahren Bayerns Drama für die Ewigkeit: 102 verdammte Sekunden

Fassungslos im Moment der größten Niederlage: Michael Tarnat, Torwart Oliver Kahn und Mehmet Scholl (v.l.). Foto: dpa

Vor 21 Jahren verlieren die Bayern das Champions-League-Finale in Barcelona. "Die Mutter aller Niederlagen."

 

München - Einmal, viele Jahre später, wurde Sir Alex Ferguson wieder zu jener legendären Nacht befragt, der Nacht des 26. Mai 1999. "Wie wir dieses Spiel gewonnen haben?", grübelte der einstige Trainer von Manchester United über das dramatische Champions-League-Endspiel: "Selbst jetzt habe ich keine Ahnung."

Ferguson kann es sich wohl heute noch nicht erklären, wie er und seine Jungs von Man-United vor exakt 21 Jahren den FC Bayern bezwungen hatten. Die Münchner führten in Barcelona lange mit 1:0 durch ein frühes Freistoßtor von Mario Basler (6. Minute) und spielten hochüberlegen. Die Reds dagegen hatten bis kurz vor Schluss kaum eine nennenswerte Torchance zustandegebracht.

102 Sekunden: "Die ganze Grausamkeit hat uns getroffen"

Am Spielfeldrand liefen sogar schon die Vorbereitungen für die große Bayern-Sause. Betreuer schleppen Champagner und eine Kiste voller Mützen heran. Die Aufschrift: "Champions League-Sieger 1999 – FC Bayern München". Die Uefa schmückt den Henkelpott mit rot-weißen Bändern. Und Lothar Matthäus ließ sich in der 81. Minute für Thorsten Fink auswechseln. "Der verpisst sich doch immer, wenn es eng wird", sollte Mehmet Scholl kurz darauf über seinen Kapitän schimpfen. Denn in nur 102 Sekunden drehte Manchester die Partie zu seinen Gunsten. 102 verdammte Sekunden. "Die ganze Grausamkeit hat uns getroffen", sagte der damalige Präsident Franz Beckenbauer nach der bis dahin schmerzhaftesten aller Bayern-Pleiten, der "Mutter aller Niederlagen".

Drei Minuten Nachspielzeit schenkte Schiedsrichter Pierluigi Collina den fast schon geschlagenen United-Spielern – und das Unheil nahm seinen Lauf. Erst glich Teddy Sheringham aus, ehe kurz darauf Joker Ole Gunnar Solskjaer, "The baby-faced Assassin" (der Killer mit dem Babyface), die Bayern in ein Tal der Tränen stürzte. "Ich kann's nicht glauben. Football, bloody hell!", schrie Ferguson kurz danach einen der bekanntesten Fußballsätze ins TV-Mikro, während die Bayern heulend auf dem Rasen lagen. "An so einem Erlebnis kannst du zerbrechen", meinte Uli Hoeneß. Doch die Bayern kamen zurück – und holten zwei Jahre später gegen Valencia den Titel.

 

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