Vier Positionen offen WM 2018: Der Kampf um die letzten Kader-Plätze

Diese 23 Spieler und der Trainerstab fahren zur WM nach Russland. Bundestrainer Jogi Löw muss bis zum Turnier-Auftakt noch einige Personalentscheidungen treffen. Foto: dpa

Vier Positionen sind in Löws Wunschformation zum WM-Start noch offen – in der Innenverteidigung, dem zentralen Mittelfeld, der linken Außenbahn und im Sturmzentrum. Die AZ-Analyse.

 

Eppan - Über Eppan schien die Sonne, es wurde gelacht und gescherzt auf dem Trainingsplatz der deutschen Nationalmannschaft. Auch Bundestrainer Joachim Löw präsentierte sich vor der Südtiroler Bergkulisse bestens gelaunt. "Jetzt geht es Richtung Russland. Der Fokus liegt auf unserem ersten Spiel gegen Mexiko. Wir haben noch einiges zu tun, ich bin aber zuversichtlich, dass wir bis dahin in einem sehr guten Zustand sein werden", sagte Löw.

Nächster Schritt: Finale Abstimmung

Bis zum Ende des Trainingslagers am Donnerstag wird er mit seinem finalen 23-köpfigen Kader nun noch intensiver an der Abstimmung arbeiten, bevor am Freitag in Leverkusen gegen Saudi-Arabien (19.30 Uhr, ARD) die WM-Generalprobe steigt.

Dann dürfte Löw auf seine Stammformation bauen, mit der bei der WM (14. Juni bis 15. Juli) die Mission Titelverteidigung gelingen soll. Mit Manuel Neuer im Tor, Joshua Kimmich, Mats Hummels und Jonas Hector in der Defensive sowie Toni Kroos, Thomas Müller und Mesut Özil im Mittelfeld sind sieben Plätze vergeben – vier bleiben offen.

Die AZ zeigt, wer sich um die verbleibenden Positionen duelliert:

Jérôme BoatengNiklas Süle/Antonio Rüdiger: Wie beim FC Bayern ist Weltmeister Boateng (29) auch beim DFB in der Innenverteidigung neben Mats Hummels gesetzt – wenn er fit ist. Vergangene Saison plagte er sich mit vielen Verletzungen, reiste angeschlagen zur Nationalelf und stieg gestern erstmals nach seiner vor sechs Wochen erlittenen Muskelblessur ins Teamtraining an. Niklas Süle (22) spielte sich nach einer starken Saison bei Bayern auch in den WM-Kader, ist erster Boateng-Herausforderer Schnell, kopfballstark, und zudem mit Hummels bestens eingespielt. Auch Antonio Rüdiger (25) vom FC Chelsea ist nicht komplett aus dem Rennen.

Prognose: Boateng wird fit – und spielt.

Sami Khedira – Ilkay Gündogan: Der 31-jährige Khedira bewies schon beim WM-Triumph vor vier Jahren, wie wichtig er für Löws Spiel ist: defensivstark, laufstark, ein Organisator mit Offensivdrang. Überstand die Saison bei Juventus Turin weitgehend verletzungsfrei. Idealer Nebenmann für Regisseur Toni Kroos. Gündogan dagegen machte zuletzt mit seiner Ehrerbietung für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan abseits des Rasens auf sich aufmerksam. Auf dem Platz gilt der 27-Jährige von Manchester City als intelligenter Spieler. Ballgewandter als Khedira, doch ihm geht die defensive Robustheit ab.

Prognose: Khedira ist in der Zentrale gesetzt.

Julian Draxler – Marco Reus: Draxler, Kapitän beim Confed-Cup-Sieg 2017, kämpft wie bei seinem Verein Paris Saint-Germain um einen Stammplatz auf dem linken Flügel. Technisch sehr stark, schnell, hat er sich zu einer festen Größe im DFB-Team entwickelt. Sein Plus: der Turniersieg in Russland. Doch mit Dortmunds Pechvogel Marco Reus, der sowohl die WM 2014 als auch die EM 2016 verletzungsbedingt verpasst hatte, steht ein neuer Herausforderer für Draxler bereit. Bei der Testspielniederlage gegen Österreich (1:2) feierte Reus sein Combeack in der Nationalmannschaft – nach 795 Tagen. Pfeilschnell und mit der Fähigkeit, den Unterschied auszumachen. "Er ist ein Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Er ist eine Rakete", lobte ihn Löw.

Prognose: Unentschieden – bleiben beide ohne Verletzungen, hat Löw die Qual der Wahl.

Timo Werner – Mario Gomez: Werner, Senkrechstarter von RB Leipzig, enstspricht ganz dem Anforderungsprofil des Bundestrainers: spielstark, schnell, eiskalt im Abschluss. Neben etlichen Spitzenklubs soll auch der FC Bayern Interesse an dem 22-Jährigen haben, der meist mit Tempo aus der Tiefe kommt. Stuttgarts Gomez dagegen verkörpert einen anderen Spielertyp: Der 32-Jährige setzte sich im Dreikampf der Brecher gegen Nils Petersen und Sandro Wagner durch – und ist die einzige klassische Nummer neun im Kader der Nationalmannschaft. Gomez ist robust, gefährlich im Strafraum, ihm fehlen allerdings Werners Kombinationsspiel, Beweglichkeit und Flexibilität.

Prognose: Werner ist die erste Wahl im Angriffszentrum, Gomez bleibt die Jokerrolle.

Lesen Sie auch: Löw muss Süle statt Boateng aufstellen!

 
PARTNER:
 
PARTNER:
 
PARTNER:
 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading