Verteidiger überzeugt nicht Ein Teil der Bayern-Krise: "Boss" Boateng im Formtief

Für Jérôme Boateng läuft es derzeit nicht rund. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Die Form der WM 2014 hat Jérôme Boateng nie wieder erreicht. Bei Bayern München und in der deutschen Nationalmannschaft ist der Innenverteidiger schon länger nicht mehr unumstritten.

 

Paris - Zwischen Jérôme Boateng und Paris entwickelt sich wohl keine große Liebe mehr. Die schrecklichen Terroranschläge vor drei Jahren erlebte der Innenverteidiger mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Stade de France. Im Sommer platzte sein Wechsel vom deutschen Rekordmeister Bayern München in die französische Hauptstadt, und die Rückkehr im DFB-Trikot nach St. Denis zum Nations-League-Spiel bei Weltmeister Frankreich am Dienstagabend verpasst Boateng aufgrund muskulärer Probleme in der Wade.

Dabei würde der 30-Jährige gut in die Metropole an der Seine passen. Boateng wird ein Laissez-faire-Image nachgesagt, das Magazin "GQ" kürte ihn schon einmal zum stilvollsten Mann Deutschlands, zudem hat Boateng eine eigene Brillen-Marke und Kollektion.

Doch sportlich schien Trainer Thomas Tuchel vom französischen Champion Paris St. Germain nicht restlos von Boateng überzeugt zu sein. Die überragende Form der WM 2014 hat der gebürtige Berliner nie wieder erreicht. Häufig wurde er von Verletzungen gestoppt. Nach dem Titelgewinn in Brasilien wirkte er auf manche ein bisschen abgehoben, was den Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zu seiner viel diskutierten "Back-to-earth"-Forderung veranlasste.

Niko Kovac hält an Boateng fest

Die Bayern waren durchaus bereit, Boateng (Vertrag bis 2021) im Sommer bei einer entsprechenden Ablösesumme ziehen zu lassen. Auch den Verantwortlichen des Rekordmeisters ist nicht entgangen, dass Boateng seine einstige Souveränität eingebüßt hat. Bei der 0:3-Pleite in der Nations League beim Erzrivalen Niederlande am vergangenen Samstag in Amsterdam wirkte er träge und teils überfordert.

Boateng beklagte zuletzt mangelnde Unterstützung, wünschte sich mehr Rückendeckung durch seinen Klub. Es sei "nicht so schön", wenn "überall Sachen über mich erzählt werden und man dann keine öffentliche Unterstützung vom Verein bekommt", sagte er.

Immerhin machte der neue Bayern-Trainer Niko Kovac deutlich, dass er Boateng "unbedingt halten" wolle. Doch jetzt ist der Weltmeister von 2014 am Zug. Boateng muss wieder seine Leistung bringen, ansonsten droht ihm im Verein und der DFB-Auswahl die Bank. Der sieben Jahre jüngere Niklas Süle steht bereit und erhöht den Druck auf "Boss" Boateng.

Dieser steht in der Pflicht und muss den Fokus wieder voll auf den Fußball legen, auch wenn er jede Ablenkung vehement bestreitet. Ja, er trage viele Tattoos und kleide sich anders als andere Spieler, "das heißt aber doch nicht, dass ich mich nicht auf den Fußball fokussiere".

Das muss er in den nächsten Wochen und Monaten beweisen.

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