Unterwegs mit dem Chef vom Oktoberfest Dieter Reiter verrät seine Wiesn-Highlights

Im Calypso hatte Wiesn-Chef Dieter Reiter schon als Kind viel Spaß. Foto: Wackerbauer

Klar: Als ihr Chef liebt Dieter Reiter die Wiesn schon von Berufs wegen. Der AZ verrät er jetzt, was ihm privat ganz besonders gefällt.

 

München - Besuch empfängt Wiesn-Chef Dieter Reiter momentan in seinem Büro auf der Festwiese, in das er für die sechzehn Ausnahmetage seine gesamte Arbeit verlegt hat. Hier beginnt die Spurensuche nach seinen persönlichen Wiesn-Highlights.

Das erste Indiz lauert neben stapelweise Papier auf einem zum Besprechungsplatz umgebauten Biertisch: eine angebrochene Tüte gebrannte Mandeln.

Doch der Wiesn-Chef winkt ab: „Die liegt da schon seit Tagen. Würde ich alle Wiesn-Schmankerl immer gleich aufessen, würde ich ja zehn Kilo schwerer in mein Referat zurückkehren.“

Also heißt die Wiesn für ihn vor allem verzichten? Mitnichten: „Eine Tüte Magenbrot lag da auch rum“, schmunzelt er. „Aber die ist schon weg.“

Seine Lieblingsschleckerei auf der Wiesn sei aber wieder eine andere: „Schokofrüchte! Da tue ich mich immer echt schwer, dran vorbei zu gehen.“ Später am Standl wird sich zeigen: Er ist der Vollmilch-Typ, seine Wahl fällt auf einen Erdbeer-Bananen-Spieß.

Und im Bierzelt? „Hendl kann ich auf der Wiesn jeden Tag essen, die gibt’s ja unter dem Jahr so gut wie nie.“

Vier bis fünf Maß könne er dazu über den Tag verteilt trinken, meint Reiter, der stilecht in Janker und Lederhosn unterwegs ist. Aber zwei alkoholfreie müssten schon dabei sein, sonst werde es ihm zu viel.

Überhaupt sei es „nicht ganz ohne“, von einem Festzeltbesuch zum nächsten geladen zu werden und immer überall mitzutrinken, so Reiter. „Am Anfang habe ich das noch mitgemacht, wurde aber schon am ersten Tag eines Besseren belehrt.“

Seitdem bleibt er vormittags lieber bei Kaffee, „drei bis vier Tassen in der Früh müssen sein“, und steigt im Zelt zwischendurch gern mal auf Wasser um, „das muss man sich schon trauen dürfen“. Radler sei dagegen nichts für ihn – „zu süß“.

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Stichwort Anzapfen: „Ja, ausprobiert habe ich das schon mal“, gibt der OB-Kandidat der SPD zu. Sein stolzes Ergebnis: „Nur zwei Schläge!“

Ob er das im Falle seiner Wahl zum Oberbürgermeister aber auch vor versammelter Weltpresse so locker hinbekommen würde, lässt Reiter bescheiden offen. „Die Nervosität ist sicher nicht zu unterschätzen. Warten wir’s ab.“

Ebenfalls nicht festlegen will er sich in seiner offiziellen Funktion als Wiesn-Chef auf ein Fahrgeschäft, das ihm besonders gefällt. „Das Riesenrad ist toll“, meint er diplomatisch. „Der Blick über München ist von dort oben einfach sensationell.“

Bei einem Bummel über die Oide Wiesn beginnen Reiters Augen dann aber vor einem anderen Fahrgeschäft zu strahlen: „An das ,Calypso’ erinnere ich mich noch aus Kindertagen!“, ruft er und sitzt im nächsten Moment schon in einer der kleinen überdachten Kapseln. „Das war eines der ersten Fahrgeschäfte, das richtig schnell war. Für uns als Kinder war das immer eine Mords-Gaudi.“

Als die Scheibe sich zu drehen beginnt, ist Dieter Reiter für einen Moment weder Wiesn-Chef noch OB-Kandidat, sondern einfach nur Genießer.

 

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