TSV 1860 reist nach München Nach Trainingslager: Fünf Erkenntnisse zu den Löwen

Lauffreudig: Der TSV 1860 im Trainingslager in Oliva Nova. Foto: sampics/Augenklick

Der TSV 1860 reist von seinem Trainingslager in Oliva Nova nach Hause nach Giesing. Gewinner, Verlierer und die Tor-Armut - die AZ erklärt die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus dem Spanien-Trip.

 

Oliva Nova - Eine Woche schwitzen im Süden, bevor es endlich wieder losgeht: Der Tross des TSV 1860 um Chefcoach Daniel Bierofka und seine Mannschaft reist am Samstag zurück aus dem spanischen Trainingslager in Oliva Nova, wo sich die Sechzger den Feinschliff für die restliche Rückrunde holten.

Am kommenden Freitag eröffnen sie den 21. Spieltag der Dritten Liga - und damit die Rest-Rückrunde. Der Gegner: die Sportfreunde Lotte (19 Uhr, im AZ-Liveticker). Die AZ nennt fünf Erkenntnisse rund um das Trainingslager:

1. Löwen-Dompteur Bierofka

Entspannt und fokussiert zugleich: Der 39-Jährige zeigte sich vor der Winterpause gestresst, genervt, unnahbar. Ausbleibende Ergebnisse, der Machtkampf zwischen Vereinsbossen und Investor Hasan Ismaik, die allgemeine negative Stimmungslage und nicht zuletzt die Doppelbelastung des 1860-Übungsleiters und "Trainer-Lehrlings" machten dem Ex-Bundesligaspieler zu schaffen.

Nach einer Woche Urlaub und dem gemächlich-verschneiten Trainingsauftakt in München zeigte sich Bierofka unter der spanischen Sonne entspannt. "Wir haben alles durchgebracht", urteilte er und erklärte aus eigener Sicht: "Es war super für mich. Es macht einfach Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten, mit etwas mehr Zeit Prozesse einleiten zu können."

Im Hinblick auf seine Trainerausbildung in Hennef bei Köln gestand er auch: "Klar, dass du dich durch so etwas angreifbar machst. Aber es war ja bekannt, dass ich die Ausbildung machen muss, es gab keinen Weg zurück." Nun habe er nur noch zwei Monate vor sich und "das Schlimmste hinter mir."

Und so wirkte der Coach auch: Er gab sich auf dem Platz fokussiert wie immer, zeigte sich aber auch entspannt, scherzte mit seinem Trainerteam und stand der Presse Rede und Antwort über - zumindest über sportliche Themen.

2. Die Gewinner: Sonderlob für Berzel und Dressel

Zwei Löwen sprach Bierofka ein Sonderlob aus: Aaron Berzel und Dennis Dressel. "Er ist ein Fighter, wirklich ein Typ auf dem Platz. Das tut unserer Mannschaft gut, denn wir sind eh eine relativ ruhige Mannschaft", erklärte Bierofka. Berzel, der bei Sechzig jüngst "mehr Männerfußball" forderte, steht als Innenverteidiger hoch im Kurs.

Zudem habe U21-Kapitän Dennis Dressel Bierofka "überrascht", denn: "Dennis hat sehr gut mitgezogen und schon ein gutes Level." Der Lohn: Der Junglöwe darf weiter mit dem Profikader trainieren und darf auf seine Premiere in der Rest-Rückrunde hoffen.

3. Die Verlierer: Weber, Lacazette und ein Keeper

Berzels Freud, Felix Webers Leid: Der Kapitän des TSV 1860 verlor in der Hinrunde seinen Stammplatz an den Heidelberger. Im Trainingslager zeigte er sich kämpferisch-trotzig, doch Berzel liegt - auch dank oben genannter Qualitäten - weiter vorne.

Mittelfeld-Mann Romuald Lacazette hatte wohl auch andere Vorstellungen, als er von Zweitligist SV Darmstadt 98 auf Leihbasis zu 1860 zurückkehrte. Der Franzose konnte sich aber nicht empfehlen und muss Daniel Wein und Quirin Moll den Vortritt lassen.

Zu den Verlierern wird sich auch noch ein Torhüter gesellen, denn: Entweder Marco Hiller muss das Tor der Sechzger wie schon zu Saisonbeginn räumen, was ein bitterer Rückschlag für den jungen Aufstiegshelden wäre. Oder Konkurrent Hendrik Bonmann muss seine Hoffnungen auf ein Comeback in den Löwen-Kasten nach langer Knieverletzung und dem doppelten Rückschlag im Trainingslager (Zehverletzung und Patzer gegen Bielefeld) wieder begraben.

4. Tor-Armut beim TSV 1860 

Phillipp Steinhart wird eine zweifelhafte Ehre zuteil: Der Standard-Spezialist darf sich einziger Torschütze des Trainingslagers nennen. Der Linksverteidiger traf gegen Arminia Bielefeld (1:2) zum zwischenzeitlichen Ausgleich - und das auch noch per Elfmeter.

"Wir brauchen mehr Biss vor dem Tor", erklärte Bierofka und kritisierte die Chancenverwertung. Seine Probleme: Mit Torjäger Sascha Mölders steht nur ein Goalgetter zur Verfügung, da Adriano Grimaldi nach wie vor kurz vor einem Abgang steht und Markus Ziereis nach langer Verletzung laut Bierofka aufgrund noch unzureichender Fitness das "Tal des Todes" durchschreitet.

Auch auf den Außen fehlen Benjamin Kindsvater und Nicholas Helmbrecht, Stefan Lex und Marius Willsch sind angeschlagen. Ob die Sechzger eine zähe, torarme Rest-Rückrunde fürchten müssen?

5. Der Machtkampf erreicht auch Oliva Nova

Wenn das spanische Trainingslager über die vereinspolitische Ebene eins gezeigt hat, dann das: Der Machtkampf zwischen Vereinsoberen und Investor Hasan Ismaik beschäftigt sämtliche Protagonisten.

Auch, wenn Bierofka und der immer noch nicht zum Geschäftsführer Sport beförderte Sportchef Günther Gorenzel den Themen auswichen: Beim traditionellen Mannschaftsabend diskutierten Trainer, Spieler wie Fans leidenschaftlich nicht nur über Sport, sondern auch über die Zukunftsstrategien der Giesinger - welchem Lager man auch immer angehört.

Auch die Bewerbung von Ismaik-Sprecher Saki Stimoniaris auf das Präsidentenamt wurde am Rande des Trainingsplatzes leidenschaftlich diskutiert. In dieser Hinsicht bleibt es spannender, als wohl manchem Löwen-(Entscheider) liebt ist.

Lesen Sie hier: Die Stimoniaris-Bewerbung: Ein forscher Schachzug!

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