TSV 1860 nach Sieg gegen Dornach Ersatztorwart Hiller: Sechzig oder Schaufenster?

Löwen-Keeper Marco Hiller musste gegen den SV Dornach ein Mal hinter sich greifen. Foto: sampics/Augenklick

Vergangene Saison war Torhüter Marco Hiller Stammkraft, nun darf er nur noch im Pokal ran – wie beim 5:1-Sieg gegen Dornach. Trotzdem soll der 21-Jährige demnächst seinen Vertrag verlängern.

 

München - Marco Hiller hatte einen Stehplatz. Und zwar in der vergangenen Saison beim TSV 1860 den zwischen den Pfosten. Nach dem Aufstieg der Löwen sitzt der Schlussmann dagegen zumeist - von Hendrik Bonmann verdrängt - auf der Ersatzbank. Zumindest kurzzeitig soll sich das ändern, wie Trainer Daniel Bierofka erklärte: "Marco wird gegen Dornach und am Sonntag im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel im Tor stehen."

Im Toto-Pokal beim 5:1 (3:0) gegen den SV Dornach am Mittwochabend hatte Hiller kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Und das, obwohl seine Kollegen gegen den Bezirksligisten ordentlich Anlaufschwierigkeiten hatten. Nach einer fahrigen Anfangsphase vor 1.700 Zuschauern in Heimstetten erzielten Markus Ziereis mit einem Viererpack (37. Minute/42./58./73.) und Efkan Bekiroglu (43.) die Tore für die Giesinger, Alexander Mrowczynski gelang mit einem Traumtor aus 25 Metern der Ehrentreffer (64.) für die Amateure. Im DFB-Pokal gegen Zweitligist Holstein Kiel (Samstag, 18.30 Uhr) hat Hiller die nächste Chance, sich zu zeigen.

Marco Hiller: Der Pokal-Torwart der Löwen

Übermäßig groß dürfte die Freude angesichts der Degradierung aber nicht sein, doch immerhin lautet das Bierofka-Signal: Ich vertraue meiner Nummer zwei. Vertrauen hat auch Sportchef Günther Gorenzel: "Wir wissen, was wir an Marco haben und dass wir zwei nahezu gleichwertige Torhüter haben. Da ist es natürlich sinnvoll, wenn er jetzt etwas Spielpraxis bekommt." Hillers neuer Status: Sechzigs Pokal-Keeper.

Dabei hat Hiller einen steil-märchenhaften Aufstieg hinter sich. Nach Sechzigs Abstiegssaison als vorheriger Nachwuchs-Ersatzkeeper aufgerückt, profitierte Hiller vom Weggang Bierofkas eingeplanter Nummer eins, Maximilian Engl. Im Kasten der Profis mauserte sich der Löwen-Schlussmann in der Regionalliga wie in den Relegationsspielen gegen den 1. FC Saarbrücken zum verlässlichen Rückhalt und einem der Garanten dafür, dass die Giesinger aktuell wieder drittklassig spielen dürfen. Und das, um sich jetzt hinter Bonmann anstellen zu müssen.

"Das ist ja nicht in Stein gemeißelt und heißt nicht, dass Marco weit weg ist", erklärt Gorenzel im Hinblick auf Bierofkas Ansage vor dem Auftakt beim 1. FC Kaiserslautern (0:1), dass sich der Ex-Schlussmann von Borussia Dortmund nur vorerst durchgesetzt habe: "Das ist nach wie vor ein Duell auf Augenhöhe."

Gorenzel: Hiller-Verlängerung nur noch Formsache

Für Hiller stellt sich künftig möglicherweise noch öfter die Frage: Sechzig oder Schaufenster? Im Trainingslager in Bodenmais hatte er noch erklärt, Angebote von höherklassigen Klubs zu haben. Dabei möchte der langjährige Löwe eigentlich seinem Herzensverein treu bleiben. Der im kommenden Sommer auslaufende Vertrag soll schon seit geraumer Zeit verlängert werden, nach AZ-Informationen liegt der Spielball aktuell beim Verein. Gorenzel dazu: "Nachdem die Geschichte mit den zwei Millionen Euro durch die Genuss-Scheine von Hasan Imsaik offiziell geworden ist und das Geld nun wirklich fließt, gehe ich davon aus, dass die Verlängerung nur noch eine Formalie ist." Demnach soll der Profi "in den kommenden Wochen" unterschreiben.

Hillers Pokalauftritte sollen also (vorerst) keine Bühne sein, um sich für andere Vereine zu empfehlen. Sie sollen Hiller in der Rolle des Herausforderers zu Höchstleistungen antreiben. Wie weit es die Sechzger in den Pokalwettbewerben schaffen, hat unter anderem Hiller in der Hand.

 

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