Transferpoker Hernández kommt nicht zum FC Bayern - vorerst

Abwehr-Star bei Atlético und französischer Weltmeister: Lucas Hernández. Foto: imago/Alterphotos

Der französische Fußball-Weltmeister Lucas Hernández wechselt nach Informationen spanischer Medien vorerst doch nicht von Atlético Madrid zum FC Bayern München.

Madrid/München - Die akute Überlegungsphase, die Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bezüglich des möglichen Wintertransfers des französischen Weltmeisters Lucas Hernández von Atlético Madrid ausgerufen hatte, scheint bei den Bayern vorerst abgeschlossen.

Die spanische Zeitung "AS" berichtet, dass der 22-Jährige nicht gleich den Flieger Richtung München besteigen und die festgeschriebene Ablöse von 80 Millionen Euro dafür vom Münchner Konto auf das der Madrilenen überwiesen würde. Die Klubs hätten sich bei intensiven Gesprächen darauf verständigt, dass der Abwehrspieler, der hauptsächlich als Linksverteidiger agiert, zumindest bis Ende Januar nicht von den Bayern abgeworben werde. Atlético hatte bisher eine Transfervereinbarung mit den Bayern stets bestritten, zudem wolle Hernández, der Vertrag bis 2014 hat, den Verein gar nicht verlassen, hieß es.

Hernández wäre Bayerns teuerster Transfer jemals

Klar ist aber, dass im Januar Gespräche über einen Wechsel fortgesetzt würden. Laut "AS" werde Hernández aller Voraussicht nach bis zum Ende der Saison bei Atlético, mit denen er vergangene Saison in der Europa League triumphierte, spielen. Mit der Ablöse von 80 Millionen wäre der Franzose neuer Rekordtransfer der Bayern. Bisher hatten die Münchner als Höchstsumme 41,5 Millionen Euro für Corentin Tolisso, der zusammen mit Hernández 2018 bei der WM in Russland den Titel geholt hat, ausgegeben. "Top-Qualität hat seinen Preis", sagte Rummenigge.

Die Bayern sind weiter auf der Suche nach dem Team der Zukunft – und einer Hierarchie im Team. Denn die – so sagte Rummenigge im "Kicker" – sei zuletzt "etwas verschwommen" gewesen. "Wir hatten Neuer hinten, Lewandowski vorne. Ansonsten war nicht so klar, wer Häuptling und wer Indianer ist. Vielleicht dachten einige Indianer, sie seien Häuptlinge", sagte Rummenigge, der sich daher einen Häuptling der Marke Xabi Alonso wünscht.

"Er war 35, der General im Mittelfeld. Er hat jeden Ball angezogen, die Bälle magisch verteilt, das Spiel mal langsam, mal schnell gemacht. Ihm haben sich alle unterstellt", sagte Rummenigge, der daher auch für ein Comeback von Alonso, der 2017 seine Karriere beendet hat, bei Bayern in anderer Funktion plädiert. "Ich hoffe, dass er irgendwann zum FC Bayern zurückkehrt. Ich glaube, er wird ein super Trainer. Xabi strahlt eine natürliche Autorität aus, hatte selbst Top-Trainer. Eine herausragende Persönlichkeit."

Genau das fehlt den Bayern zur Zeit.

 

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