Transfergerüchte: Das Lewy-Theater Wechsel zu Real Madrid? Verwirrung um Lewandowski

, aktualisiert am 19.03.2018 - 11:46 Uhr

Mal wieder gibt es Gerüchte um einen Wechsel von Bayerns Torjäger Robert Lewandowski zu Real Madrid. Florentino Pérez, Präsident der Königlichen, dementiert eine angebliche Einigung.

 

München - Robert Lewandowski betrat den Rasen, als die Partie des FC Bayern bei RB Leipzig gerade ihre wildeste Phase hatte. Und das passte ja gut zur Aufregung der vergangenen Tage.
Wieder einmal waren die Gerüchte um einen Wechsel des Polen zu Real Madrid im Sommer hochgekocht. Wieder einmal kam das Dementi von Bayern-Seite. Das Lewy-Rätsel. Es bleibt vorerst ungelöst.

Beim Spiel in Leipzig saß der Starstürmer 72 Minuten auf der Bank, ehe er für James Rodríguez eingewechselt wurde. "Es tut Lewy gut, dass er auch mal Kraft tankt", sagte Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic bei Sky: "Vielleicht kann er in der zweiten Halbzeit das Spiel entscheiden."

Konnte Lewandowski diesmal nicht. Seine auffälligsten Szenen hatte der 29-Jährige bei Foulspielen. Nach einem Griff ans Trikot von Leipzigs Emil Forsberg sah Lewandowski die Gelbe Karte (82.). Es war ein kurzer Chaosauftritt des Angreifers, der unzufrieden wirkte. Nach der Partie schlich Lewandowski wie die Kollegen mit gesenktem Kopf vom Feld.

Ob den Bayern ein zweiter Fall Aubameyang droht, ein mehrmonatiges Transfertheater, das den Namen "Lewy-Poker" trägt? Ein Hickhack um einen Spieler, angeblich wechselwillig oder eben doch nicht, in Verbindung mit einem Verein, der den Wechsel will – angeblich oder eben doch nicht. Und das alles trotz eines Vertrages, der bis Sommer 2021 datiert ist?

Die – nun ja – Fakten zum Mittelstürmer, zur besten Nummer Neun der Welt: Der 29-Jährige soll sich einem Bericht der spanischen Zeitung El Mundo Deportivo zufolge mit den Königlichen von Real Madrid auf einen vom Sommer an gültigen Zweijahresvertrag inklusive Option auf eine dritte Saison geeinigt haben. Dem kicker zufolge würden die Bayern Lewandowski jedoch keine vorzeitige Freigaben erteilen – mehr dazu lesen Sie hier.

Real-Präsident Pérez dementiert Lewandowski-Gerüchte

So weit, so üblich im Spekulationstheater Fußball-Business. Andererseits: Nach Informationen des "Merkur" hat Real-Präsident Florentino Pérez als Reaktion auf den Artikel noch am Samstag eine Klarstellung an Karl-Heinz Rummenigge geschickt. Per SMS. Darin habe Pérez dem Vorstandsboss des FC Bayern am Tag vor dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig versichert, dass es weder ein Treffen zwischen Lewandowskis neuem Berater Pini Zahavi und Pérez’ rechter Hand José Ángel Sánchez noch irgendwelche Absprachen gegeben habe.

El Mundo: Deshalb will Real Madrid Lewandowski

Und überhaupt: Eine Verpflichtung des Torjägers stehe im Moment nicht zur Debatte. So, so. Die Argumentationskette von "El Mundo Deportivo" verläuft folgendermaßen: Pérez habe sich für eine Verpflichtung von Lewandowski entschieden, weil Wunschspieler Neymar von Paris Saint Germain wohl für diesen Sommer keine Freigabe für einen Abschied aus Frankreich nach nur einer Saison erhalten werde. Auch Tottenham-Star Harry Kane sei nicht zu bekommen, die Spurs würden den Mittelstürmer der englischen Nationalelf nicht aus ihrem Vertrag lassen.

Will Lewandowski Bayern verlassen? 

Wenn das einer Lewandowski stecken würde: Nur dritte Wahl! Unerhört! Falls man dem Bericht der Spanier folgt. Das ist nur die eine Seite. Was ist mit Lewandowski, der seit seinem ablösefreien Wechsel von Borussia Dortmund im Sommer 2014 in 183 Pflichtspielen 142 Tore für die Bayern geschossen hat und nur sehr schwer und kostspielig zu ersetzen wäre? Angeblich sei Real sein Wunschtraum-Verein. Ausgesprochen hat er dies nie selbst, Rummenigge hatte es einmal angedeutet. Dass Lewandowski sich kürzlich von seinem langjährigen Berater Cezary Kucharski getrennt hat, um fortan mit dem Israeli Zahavi, einem findigen Netzwerker mit guten Kontakten nach Madrid, zusammenzuarbeiten, könnte daraufhin deuten, dass er einen Transfer zu einem anderen europäischen Topverein forciere. Alles Konjunktiv. Aber eben: nicht auszuschließen.

Deshalb kann der FC Bayern 100 Millionen-Euro-Angebote ablehnen

Aber da sind ja noch die Bayern, deren Geduld im Fall Lewy auf eine harte Probe gestellt werden könnte – verbunden mit der Frage nach der finanziellen Schmerzgrenze. "Wir sind nicht börsennotiert, deshalb können wir auch einmal 100 Millionen Euro ablehnen", sagt Präsident Uli Hoeneß. Und 150 Millionen oder mehr? Und was, wenn Lewandowski seinen Wechsel durchdrücken, gar erstreiken würde? Der BVB musste in der Winterpause Pierre-Emerick Aubameyang an den FC Arsenal abgeben und vergangenen Sommer Ousmane Dembélé, der sich dreist zum FC Barcelona streikte.

So klar äußert sich Hoeneß zur Causa Lewandowski

Bei Bayern alles undenkbar? "Haben Sie schon mal gelesen, dass ein Spieler dem FC Bayern auf der Nase herumtanzt?", meinte Hoeneß und stellte klar: "Wir würden den Spieler fragen: ‚Kannst du lesen, wie lange dein Vertrag läuft?‘ Und dann wäre Ende der Diskussion."

Beruhigt können die Bayern sein, was die Back-up-Position im Sturm angeht. Rückkehrer Sandro Wagner (AZ-Note 2) trifft und trifft – schon zum fünften Mal seit dem Wechsel im Winter. In Leipzig gekonnt per Kopf nach James-Flanke zum 1:0 (12.). Glücklich war Wagner nach der Partie trotzdem nicht. "Ich bin enttäuscht", sagte der wohl größte Bayern-Fan im Kader: "Ihr könnt es mir glauben: Wenn ich nicht treffe und wir gewinnen, ist es mir lieber."

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