Trainersuche bei den Bayern Guardiola weiß Bescheid - Tuchel vermeidet Bekenntnis

Thomas Tuchel ist der Favorit von Karl-Heinz Rummenigge. Uli Hoeneß sähe lieber Julian Nagelsmann. Foto: dpa/sampics/augenklick

"Ich habe Pep gesagt, wen wir in den nächsten Tagen präsentieren – und da war er einverstanden", sagt Uli Hoeneß der AZ zur Trainersuche der Bayern. Thomas Tuchel gibt aber noch kein Bekenntnis ab.

 

München - Pep Guardiola kennt sie also schon, die mit Spannung erwartete Antwort auf die (offiziell) noch offene Trainerfrage des FC Bayern. Das verriet Klubpräsident Uli Hoeneß am Dienstagabend nach der Partie der Bayern-Basketballer im Gespräch mit der AZ.

"Das war ein rein freundschaftliches Treffen. Aber natürlich haben wir uns auch fachlich ausgetauscht", sagte der 65-Jährige über das gemeinsame "wunderschöne Mittagessen" mit Ex-Bayern-Coach Guardiola am Dienstag bei einem Italiener in der Münchner Maxvorstadt: "Ich habe ihm auch gesagt, wen wir in den nächsten Tagen präsentieren – und da war er einverstanden."

Womit Guardiola, der, bevor er Hoeneß traf auch das Oktoberfest besuchte, genau einverstanden war, sagte Hoeneß nicht.

Tuchel oder Nagelsmann?

Fürs Erste darf also weitergerätselt werden, wie der Nachfolger von Carlo Ancelotti heißen wird. Die Spekulationen reichten dabei von Lucien Favre, Luis Enrique, Markus Weinzierl bis hin zu Louis van Gaal. Nach wie vor kristallisieren sich dabei aber eigentlich nur zwei ernsthafte Kandidaten heraus: Julian Nagelsmann, 30, der als Hoeneß’ Favorit gilt, allerdings noch bis 2021 bei 1899 Hoffenheim unter Vertrag steht.

Und Thomas Tuchel, der nach seiner Entlassung bei Borussia Dortmund aktuell vertragslos ist und somit sofort verfügbar wäre.

Letzterer gilt als Rummenigges Wunschlösung. Aber auch das Einverständnis, das sich Hoeneß nun bei Guardiola einholte, kann durchaus als eines für Tuchel interpretiert werden.

Guardiola ist Tuchel-Fan

Der 44-Jährige gilt als großer Fan von Guardiola. Die beiden trafen sich während dessen Zeit als Bayern-Coach (2013-2016) sogar in einem Restaurant in München, um unter der Zuhilfenahme von Salz- und Pfefferstreuern über Taktik zu philosophieren. "Thomas ist top, top, top", sagte Guardiola einst über Tuchel: "Er ist einer der besten Trainer der Welt."

Nachdem sein Abschied feststand, hatte Guardiola Tuchel den Bayern sogar schon einmal als seinen Nachfolger empfohlen, wie Ex-Kaderplaner Michael Reschke dem Magazin 11 Freunde verriet. Ganz so einfach ist die Angelegenheit aber nicht. Wie die Sport Bild berichtet, haben die Bayern-Verantwortlichen Tuchel bereits am Donnerstag unmittelbar nach Ancelottis Entlassung via Telefonkonferenz kontaktiert.

Bis Montag soll ein Trainer da sein

Dabei soll Tuchel, dem nicht nur der Ruf vorauseilt ein fußballbesessener Trainer zu sein, sondern auch ein gleichermaßen komplizierter Charakter, gleich eine Kostprobe von dem gegeben haben, was die Bayern mit ihm als Coach erwarten würde.

Er erzählte nämlich keineswegs das Märchen von seinem bislang nur unterdrückten Drang, sich dem "Mia san Mia" hinzugeben.

Stattdessen fing er, wie Sport Bild schreibt, an, "über sportliche Inhalte zu diskutieren", von denen er seine Entscheidung abhängig machen wolle. "Ein hundertprozentiges Bekenntnis zum FC Bayern" sei ihm in dem Telefonat "nicht so einfach zu entlocken" gewesen. Da könnte Guardiola möglicherweise sogar als Vermittler durchaus hilfreich gewesen sein.

Bis spätestens Montag will der Klub seinen neuen Trainer präsentieren. Bis dahin bleibt dessen Name noch Guardiolas Geheimnis.

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