Trainer-Kandidat in München Sofortlösung für den FC Bayern? So tickt Mauricio Pochettino

Mr. 1000-Volt: Pochettino beim Einzug von Tottenham ins Champions-League-Finale 2019. Foto: firo/Augenklick

Ex-Tottenham-Coach Mauricio Pochettino rückt nach seiner Entlassung in den Fokus des FC Bayern München. Klubboss Karl-Heinz Rummenigge schwärmt vom Argentinier.

 

München - Ob Hasan Salihamidzic schon einen deutschen Song per Whatsapp an Mauricio Pochettino geschickt hat? Vielleicht fällt seine Wahl ja auf "Stern des Südens", sofern sich der bestehende Kontakt des Sportdirektors des FC Bayern mit dem argentinischen Trainer, der gerade bei Tottenham Hotspur entlassen wurde, weiter intensivieren sollte.

Die Klubhymne der Bayern könnte "Skyfall" in Pochettinos persönlicher Hitliste ablösen. Diesen Adele-Song hörte der 47-Jährige in Dauerschleife, als er Anfang 2013 zum FC Southampton in die Premier League wechselte. Pochettino sprach kein Wort Englisch und versuchte sich so – erfolgreich – der Sprache anzunähern. Es ist ihm also zuzutrauen, dasselbe mit der deutschen Sprache zu schaffen und damit eines der größten Argumente, das gegen ein Engagement in München angeführt wird, auszuräumen.

FC Bayern: Guardiola, Tuchel und ten Hag weiterhin im Gespräch

Dass Pochettino über die fachlichen Qualitäten verfügt, ein Topteam zu verantworten und ins Champions-League-Finale zu führen, hat er in den vergangenen fünfeinhalb Jahren bei den Spurs nachgewiesen. Er entwickelte das Team und dessen Superstars Harry Kane, Christian Eriksen, Dele Alli stetig weiter, vermittelte eine Philosophie. Und das, ohne den Transferwahnsinn anderer englischer Klubs mitzumachen.

"Pochettino ist ein Mann, der ähnlich wie wir auf Ballbesitz, auf Offensivgeist spielt und sich nicht defensiv groß um den Gegner kümmert", sagte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge kürzlich vorm 7:2 der Bayern bei den Spurs. Salihamidzic gilt ohnehin als Fan von Pochettino, der schon 2018, als die Wahl auf Niko Kovac fiel, Kandidat bei Bayern war. Viele trauen ihm nun den Sprung zu den ganz großen europäischen Klubs zu. Aus Sicht der Bayern wäre es fahrlässig, sich mit einem ablösefreien und sofort verfügbaren Coach dieser Kategorie nicht zu beschäftigen.

Mauricio Pochettino: "Ich behandle jeden gleich"

Im Gegensatz zu Pep Guardiola, Thomas Tuchel (jeweils Vertrag bis 2021) und Erik ten Hag (2022), also den anderen Trainern, die aktuell auf der Shortlist der Bayern stehen, könnte Pochettino Interimscoach Hansi Flick bereits in der Winterpause ablösen. Guardiola hat ohnehin bereits klargestellt, seinen Kontrakt bei City erfüllen zu wollen. Zu Paris-Saint-Germain-Coach Tuchel, der fußballerisch ähnlich wie Guardiola tickt und bereits 2018 Rummenigges Favorit war, besteht weiterhin Kontakt. Auch ten Hag, der ehemalige Trainer der zweiten Mannschaft und aktuelle von Ajax Amsterdam, steht bei Bayern weiter hoch im Kurs.

Pochettino gilt als Spielerversteher und einigen Profis sogar als Art Vaterfigur. "Ich behandle jeden gleich, ob er 17 oder 30 ist, ob er viel spielt oder wenig", sagt er, "meine Tür steht immer offen." Seine Spieler-Karriere hat ihn genauso geprägt. Marcelo Bielsa klingelte 1985 mitten in der Nacht bei seinem Elternhaus und lief ins Kinderzimmer des damals 13 Jahre alten Mauricio. Bielsa, dessen Spitzname "El Loco", also "der Verrückte", lautet, hob die Bettdecke, sagte: "Das sind Beine eines Fußballers." Pochettino schloss sich Bielsa und den Newell’s Old Boys an und wurde Profi, spielte danach unter anderem bei Espanyol Barcelona sowie PSG.

Pochettino trainierte einst Philippe Coutinho

Bei Espanyol (2009-2012) begann er seine Trainerkarriere und etablierte den abstiegsbedrohten Klub im Mittelfeld. Dabei gelang ihm ein Coup beim FC Barcelona, der damaligen Guardiola-Übermannschaft. Gegen Guardiolas ManCity setzte er sich mit den Spurs im Frühjahr auf dem Weg ins Champions-League-Finale durch. Bei Espanyol trainierte Pochettino übrigens Philippe Coutinho. Den Brasilianer wollte Southampton-Boss Nicola Cortese 2013 eigentlich auch beobachten.

Die Spielweise des Teams und dessen engagierter Trainer an der Seitenlinie hinterließen aber noch größeren Eindruck. Ein halbes Jahr später hörte Pochettino dann Adele. Man darf gespannt sein, welcher Song als nächstes in seiner Playlist auftauchen wird.

Lesen Sie hier: Das Trainer-Beben hat nun auch den FC Bayern erreicht

 

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