Unter Köllner ungeschlagen TSV 1860 nach Remis gegen Zwickau: Träumen und trauern

, aktualisiert am 03.02.2020 - 06:38 Uhr
Sascha Mölders im Spiel gegen Zwickau. Foto: imago/Picture Point LE

Die Löwen zeigen beim 2:2 in Zwickau eine gute Leistung und bleiben ungeschlagen, sind am Ende aber grantig: "Wenn du zwei Mal vorne bist, ist es ärgerlich, wenn du es nicht über die Zeit bekommst."

 

München - Was eigentlich? Träumen oder doch trauern? Weiter in Richtung Aufstiegsränge schielen oder der Realität ins Auge blicken, dass Sechzig noch nicht reif ist für höhere Ambitionen? Der nächste, teils furiose Auftritt der Löwen beinhaltete am Ende beides – und hinterließ Bittersüßes für die Blauen.

TSV 1860: Unzufrieden mit dem 2:2

Das 2:2 des TSV 1860 am 22. Spieltag beim FSV Zwickau hat gezeigt: Die Mannschaft von Trainer Michael Köllner bleibt nicht nur weiter unbesiegt, sie bringt auch eine ansprechende und stabile Leistung auf den Rasen und lässt sich von Rückschlägen nicht mehr aufhalten.

Sascha Mölders schoss die Giesinger in Front (37. Minute), ehe Maurice Hehne per Traumtor aus 30 Metern der Ausgleichstreffer gelang (45.). "Sehr ärgerlich vor der Halbzeit", urteilte Co-Trainer Oliver Beer in der Halbzeitpause bei "Magenta Sport" über den Hehne-Hammer. Noch ärgerlicher, dass sich der Lauf der Dinge nach dem Seitenwechsel wiederholte: Der TSV legte durch Stefan Lex zwar wieder vor (49.), Zwickau schlug in Person von Davy Frick erneut zurück (58.). Am Ende hatten die Köllner-Löwen sogar Glück, dass die neun Partien währende Ungeschlagen-Serie nicht noch ein jähes Ende nahm. Trotzdem, und das ist womöglich auch das neue Selbstverständnis unter Köllner, lässt die Auswärtsfahrt nach Westsachsen eher grantige Löwen zurück.

Punkterückstand zum Aufstiegsplatz angewachsen

"Wenn du 2:1 vorne bist, sogar zwei Mal führst, ist es ärgerlich, wenn du es nicht über die Zeit bekommst", erklärte Torschütze Lex nach Spielende frustriert und legte den Finger in die Löwen-Wunde: "Wir haben zu viel zugelassen, waren bei Standardsituationen nicht aufmerksam genug." Der 30-Jährige, der erst vor wenigen Tagen seinen Vertrag verlängert hatte, zeigte sich "froh" über seinen Führungstreffer: "Dafür bin ich ja da." Sein Fazit: "Wir müssen in jedem Spiel dagegen halten und haben das auch ganz gut gemacht. Wir wollten drei Punkte holen, jetzt ist es einer geworden." Immerhin.

Damit verbessert sich die Köllner-Elf auf ihrem Vormarsch mit insgesamt 33 Zählern auf Rang sechs. Der Rückstand auf Relegationsrang drei und den direkten Aufstiegsplatz zwei ist aber auf sechs respektive acht Punkte angewachsen.

Spiel gegen Waldhof Mannheim: Neue Chance auf Punkte

Dabei hatte der TSV in einem flotten und chancenreichen Duell in der GGZ-Arena beste Gelegenheiten, die Weichen früh auf einen Auswärtsdreier zu stellen: Dennis Erdmann scheiterte nach einer Ecke per Kopf (9.), Mölders mit einem abgefälschten Schuss am Pfosten (10.), Dennis Dressel nach einer Traum-Kombination am Schlussmann Johannes Brinkies (21.). Auch der erneut starke Spielmacher Efkan Bekiroglu schoss aus der Distanz knapp am Tor vorbei (13.) und scheiterte mit einem Freistoß an Brinkies (32.). Ein Treffer von Prince Owusu wurde aufgrund eines Schubsers des Torjägers zurückgepfiffen (36.).

Zwickau, durch nur wenige Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge unter Zugzwang, spielte ebenfalls voll auf Sieg und blieb stets gefährlich. Die größten Chancen hatten die Hausherren in der Schlussphase, doch Ali Odabas traf freistehend nur den Pfosten (75.). Marco Hiller, der beim 2:2 noch gepatzt hatte, rettete mit einer Riesen-Parade im Eins-gegen-Eins gegen Daniel Dörfler das Remis (89.).

Nun haben die Sechzger am kommenden Samstag gegen Aufsteiger Waldhof Mannheim (14 Uhr) ein richtungsweisendes Duell: Mit einem Heimsieg können die Giesinger zu den viertplatzierten Waldhöfern (37) aufschließen – andernfalls könnten die Aufstiegsträumereien bei weiteren Rückschlägen schnell neuem Grant weichen.

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