Tour-Trikots für die Nationalmannschaft DFB-Team bei der EM: Die Tour d’Allemagne

Fünf Nationalspieler in Trikots der Tour de France (v.l.): Manuel Neuer, Mario Gomez, Bastian Schweinsteiger, Jérome Boateng und Joshua Kimmich. Foto: AZ-Fotomontage

Vor dem Start des Radrennens verteilt die AZ Wertungstrikots an die Spieler der Nationalelf: Wer ist Führender in der Gesamtwertung, wer Bergkönig, wer Sprinter und wer das Toptalent?

 

Evian - Für die Radprofis beginnt die Tour de France am Wochenende – die deutsche Nationalmannschaft dagegen hat schon (mindestens) die Hälfte ihrer EM-Rundreise hinter sich: Die Gruppe mit der Ukraine, Polen, Nordirland, das Achtelfinale gegen die Slowakei, Spiele in Lille, Saint-Denis, Paris.

Maximal drei Etappen (Viertel-, Halb- und das Finale) sind es noch bis zur Zielankunft und dem Gesamtsieg in Frankreichs Hauptstadt – wenn man denn nicht vorher gezwungenermaßen aussteigt. Schwierigkeitsgrad: steigend. Motto: bloß nicht einbrechen.

Die Gruppenphase machte die Beine warm, spätestens jetzt muss Löws Mannschaft in Tritt kommen. Mit Italien wartet am Samstag (21 Uhr, ARD) der erste Brocken, die erste Bergetappe, Sprintduelle inklusive. Welcher deutsche Nationalspieler trägt im Moment welches Trikot, wer ist Gesamtführender, Sprinter, Bergkönig, Nachwuchschampion und wer kämpferisch ganz vorne?

Das AZ-Ranking:

Gelbes Trikot (Gesamtführender): Manuel Neuer: Vier Spiele, 450 Minuten plus ein paar zerquetschte in der Nachspielzeit – und kein Gegentor. Manuel Neuer, mit Kapitänsbinde am Arm, Kopf und Kapitän der Nationalelf, ist dabei alle „Zu-Null-Rekorde“ zu brechen. Inklusive des letzten Testspiels gegen Ungarn (2:0) sind es schon fünf Partien. Einen Fehler hat der Bayern-Torhüter noch nicht gemacht bisher, mehrere Glanzparaden (vor allem gegen die Ukraine und die Slowakei) im Programm gehabt. In allen Statistiken ist Neuer der Führende. Am Samstag steht ihm Gigi Buffon gegenüber. Italiens Idol sagte: „Ohne Zweifel ist Neuer besser als ich.“

Grünes Trikot (Bester Sprinter): Jérome Boateng: Schnell, schneller, Boateng! Das Tor des Abwehrchefs zum 1:0 im Achtelfinale gegen die Slowakei war der schnellste Treffer der deutschen EM-Geschichte. In der achten Minute hatte der Innenverteidiger das 1:0 versenkt. Außerdem ist der 27-Jährige einer der schnellsten Spieler, ob beim FC Bayern oder im DFB Kader – 31,1 km/h wurden schon bei ihm gemessen. Sein Antritt mit den riesigen Schritten ist beeindruckend.

Starkes Gomez-Comeback

Gepunktetes Trikot (Bergwertung) Mario Gomez: Was musste der Stürmer nicht alles ertragen in den letzten Jahren? Verletzungen und Demütigungen, in der Nationalelf wurde er von den Fans verlacht, hatte den Spitznamen „Chancentod“ weg. Die WM 2014 verpasste er auch wegen Formschwäche. Nun dieses Comeback. Seit dem Nordirland-Spiel ist er in der Startelf, knipste sofort und legte gegen die Slowakei nach. Keiner musste mehr Hürden überwinden – Meister der Bergwertung. Gomez ist mit nun fünf Toren (drei bei der EM 2012) neben Jürgen Klinsmann EM-Rekordtorschütze der deutschen Nationalelf.

Lesen Sie hier: "Manu der Libero" gegen den "ewigen Gigi"

Weißes Trikot (Bester Nachwuchsfahrer) Joshua Kimmich: Der 21-Jährige rutschte auf den letzten Drücker, mit lediglich einem Einsatz vor der EM in den Kader für das Turnier in Frankreich. Er hätte eine ähnliche Rolle spielen können wie die anderen Youngster, wie Julian Weigl, Leroy Sané oder Jonathan Tah. Gute Trainingsleistungen, viel Lob vom Trainerstab, keine Einsätze. Vor dem dritten Spiel gegen Nordirland wurde er ins kalte Wasser geworfen: Rechtsverteidiger anstelle von Routinier Höwedes. Der Bayern-Profi machte seine Sache hervorragend. Bester Jungprofi!

Rote Rückennummer (Kämpferischster Fahrer) Bastian Schweinsteiger: Es ist sein siebtes großes Turnier – und doch so ganz anders. Der Vize-Kapitän des Weltmeisters schaffte es nach einer Verletzung, sich noch heranzukämpfen. Doch für einen Stammplatz reicht es nicht, an Khedira/Kroos ist im Mittelfeld kein Vorbeikommen. Doch Schweinsteiger, eigentlich Kapitän seit dem Rücktritt von Philipp Lahm, fügt sich klaglos in seine Rolle, motiviert die Kollegen, ermuntert die jungen Spieler. Drei Kurzeinsätze samt Joker-Tor hat er schon. Vielleicht kommt noch der große Moment des bald 32-Jährigen, der nie aufsteckt.

 

1 Kommentar