Torjäger im Vergleich Lewandowski gegen Werner: Wer ist wirklich der beste Knipser der Liga?

, aktualisiert am 14.09.2019 - 08:28 Uhr
Wer knipst im Topspiel der Bundesliga am Samstag häufiger? Robert Lewandowski (l.) trifft auf Timo Werner. Foto: GES/Augenklick, dpa, AZ-Montage

Mit Bayerns Robert Lewandowski und dem Leipziger Timo Werner treffen am Samstag die erfolgreichsten Torjäger der Liga aufeinander. "Timo wird in der Lage sein, Bayern sehr weh zu tun", sagt Julian Nagelsmann.

 

München - Es ist das Duell des Ranglisten-Zweiten gegen den Besten. Und das innerhalb des Duells des Tabellenführers gegen den Tabellenzweiten. Klingt verwirrend, ist aber so.

Die Auflösung: Timo Werner, Zweiter der aktuellen Bundesliga-Torschützenliste, empfängt mit RB Leipzig, dem Tabellenführer, den FC Bayern München, derzeit nur Zweiter, jedoch mit Robert Lewandowski an Bord. Und der ist momentan wieder einmal Deutschlands bester Torjäger.

Wer gewinnt den Kampf der Knipser-Könige?

Am Samstagabend (18.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) ist dieses direkte Aufeinandertreffen der Top-Teams samt ihrer Top-Torschützen der Hingucker des Spieltages. Hier der Bulle, dort der Bayer. Hier Werner (23) mit schon fünf Treffern nach drei Partien, dort Lewandowski (31), stolzer Besitzer von vier Torjägerkanonen, mit sechs Toren. Wer setzt sich in Leipzig die Krone auf?

Sie sind die Punktebringer ihrer Vereine, die Ballermänner des Landes. Während Werner vor zwei Wochen bei Leipzigs 3:1 bei Borussia Mönchengladbach seine Dreierpack-Premiere als Profi feierte, erzielte Lewandowski beim 3:0 der Bayern beim FC Schalke alle drei Treffer – sein neunter (!) Dreierpack. Beim nächsten muss sich sein Chef Karl-Heinz Rummenigge, Bayerns Vorstandsboss, verneigen, denn dann hat ihn der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft in dieser Wertung überholt.

Nur Messi und Mbappé besser als Lewandowski

Auch wenn beide Torjäger in den EM-Qualifikationsspielen leer ausgingen, beeindrucken ihre Zahlen: In den europäischen Topligen trafen im aktuellen Kalenderjahr lediglich Kylian Mbappé (Paris St.Germain) und Lionel Messi (FC Barcelona) mit je 21 Treffern häufiger als Lewandowski, der 18 Mal erfolgreich war. Statistiker haben einen Wert ausfindig machen können, bei dem Werner tatsächlich vor dem Bayern-Profi rangiert: In den letzten elf Liga-Spielen gelangen ihm 15 Scorerpunkte, zehn Tore und fünf Vorlagen – einsame Spitze.

Werner hat sich nach langem Überlegen, gedanklichen Flirts mit Bayern und mehrfach verstrichenen Deadlines in Leipzig doch für eine Zukunft bei RB entschieden, zumindest mittelfristig. Er verlängerte seinen Vertrag bis 2023 – nur wenige Tage nachdem Lewandowski sein Arbeitspapier in München um weitere zwei Jahre ebenfalls bis 2023 ausgedehnt hatte.

Sorgte Löw für Werner-Verlängerung in Leipzig?

Reiner Zufall? Die Bayern hatten, ebenfalls nach langem Überlegen, doch kein konkretes Angebot für Werner vorgelegt. Sie wollten Leroy Sané von Manchester City unbedingt – wurde dann nichts wegen des Kreuzbandanrisses des Außenstürmers. Schließlich öffnete sich die Tür für eine Leihe von Barcelonas Philippe Coutinho.

Für die Wende bei Werner sorgte unter anderem auch ein Gespräch mit Bundestrainer Joachim Löw. "Er hat mir auch gesagt: Egal, wie ich mich entscheiden werde, es sei kein Rückschritt, in Leipzig zu verlängern", sagte Werner der "Sport Bild".

Werner sieht sich eine Stufe unter Lewandowski

Der andere Faktor im Prozess des Umdenkens heißt Julian Nagelsmann. Dessen fachliche Analyse überzeugte Werner. "Es geht darum, ihn weiterzuentwickeln", sagte der neue RB-Trainer im ZDF, "um ein paar Dinge, die noch besser werden können." Ein Beispiel: "Er hat immer noch Phasen im Spiel, in denen er zu wenig Aktionen hat." Werner habe im Training in Leipzig "sehr befreit gewirkt", erzählte Nagelsmann. Er hofft: "Timo wird ein sehr wichtiger Faktor sein. Er wird in der Lage sein, Bayern sehr wehzutun."

Dann könnten die verlustpunktfreien Leipziger ihren "Run" (Nagelsmann) ausbauen und ein Fünf-Punkte-Polster auf Bayern schaffen.

Sich selbst sieht Werner noch eine Stufe unter Lewandowski, dem besten ausländischen Torschützen der Bundesliga (208 Treffer). "Ich bin noch nicht Weltklasse, nein. Für mich ist er das definitiv. Ich arbeite daran, irgendwann auch auf dieses Level zu kommen", sagte Werner, der in seiner Karriere auf 68 Ligatreffer kommt. Sein Pfund: die Jugend. Er ist der jüngste Spieler der Geschichte, der die Marke von 100 bzw. 150 Bundesliga-Spielen erreichte.

Und wer weiß? Das mit dem Bayern-Trikot ist ja nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

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