Taschenrechner raus! Der Aufstiegstraum des TSV 1860 lebt noch

Da geht ja noch was: Der TSV 1860 hat noch die rechnerische Möglichkeit auf den Aufstieg. Foto: imago images / Jan Huebner

4:2! Die Löwen feiern ein Schützenfest bei Dorfklub SG Großaspach und wahren damit die theoretische Chance auf den Aufstieg. Abräumer Tim Rieder sagt: "Jetzt müssen wir auf den Fußballgott hoffen!"

 

München/Großaspach - Zehn Spiele auf einen Streich. In neun Duellen ging es für die Teams am oberen oder unteren Tabellenende noch um die Wurst. Für Sechzig ging es um nichts weniger als um die letzte Chance. Und diese Chance lebt!

Durch das 4:2 (2:2) des TSV 1860 bei der SG Sonnenhof Großaspach am Mittwochabend darf das Team von Trainer Michael Köllner auch im allesentscheidenden Saisonfinale noch vom Aufstieg träumen. Daniel Wein (10.), Tim Rieder (38.) und Efkan Bekiroglu per Doppelschlag (75., 80.) schossen Sechzig zum Sieg gegen den Fix-Absteiger, der sich nach Kräften wehrte: Dominik Brünker schockte 1860 zwischenzeitlich mit zwei Kontertoren (17., 30.).

"Es sind drei Punkte. Wenn wir jetzt gegen Ingolstadt gewinnen, müssen wir aufs Torverhältnis hoffen, alles nach vorne schmeißen und auf den Fußballgott hoffen", sagte Torschütze Rieder nach Schlusspfiff, weil Konkurrent FC Ingolstadt gegen den 1. FC Magdeburg verlor. Was Rieder gar nicht mitbekommen hatte: Der MSV Duisburg kassierte gegen den FC Bayern II in der Nachspielzeit noch das 2:2 und damit sorgten ausgerechnet die Roten für Schützenhilfe. Vor dem direkten Duell gegen Ingolstadt (Samstag, 14 Uhr) heißt es: Raus mit dem Taschenrechner! Sechzig kann die direkte Qualifikation für den DFB-Pokal und sogar die Relegation noch erreichen.

Beide Teams legen furios los

Coach Köllner ersetzte den gesperrten Verteidiger Aaron Berzel durch Kapitän Felix Weber. Großaspach hatte, wegen vieler Verletzter und mehreren Ende Juni regulär ausgelaufenen Verträgen, nur noch eine Rumpf-Truppe zur Verfügung. Und sofort ging es zur Sache – und zwar auf beiden Seiten: Rieder beförderte die Kugel nach einem Freistoß mit der Hüfte aufs Tor – jedoch zu unkontrolliert und ohne Power (6.). Torhüter Marco Hiller musste gegen Dominik Martinovic Kopf und Kragen riskieren und parierte mit Bravour (7.). Wenig später war es Wein, der Sechzig mit einem abgefälschten Schuss in Führung brachte.

Mancher Sechzger dachte wohl, der Torreigen sei eröffnet. Weit gefehlt: Erst vergab Fabian Greilinger hüben völlig freistehend (17.) – drüben schlug Brünker gleich doppelt zu. Hätte Hiller nicht seine Pranke ausgefahren, hätte Großaspachs Angreifer die Giesinger mit einem lupenreinen Hattrick geschockt (32.). Der nächste Mittelfeld-Mann brachte 1860 zurück ins Spiel: Rieder traf überlegt neben den Pfosten. Alles wieder offen.

Bekiroglu mit sehenswertem Doppelpack

Nach der Pause ging es weiter wie gehabt: Beide Teams lieferten Vollgas-Fußball ohne Rücksicht auf Verluste, die Defensivreihen wurden teils schwindlig gespielt. Auch im Löwen-Mittelfeld klafften viel zu große Löcher, was ein lautstarker Köllner immer wieder anmahnte. Seine Joker Leon Klassen und Efkan Bekiroglu kurbelten Sechzigs Offensivspiel sichtlich an: Erst verpasste der scheidende Spielmacher nach Flanke des Linksverteidigers selbst (59.), dann bediente er Lex, der fahrlässig per Hacke vergab (62.). Erneut war es Lex, der frei vor dem Tor noch Mölders bedienen wollte – und kläglich ins Toraus passte (66.).

Es sollte Bekiroglu selbst vorbehalten bleiben, es auf seiner Abschiedstournee besser zu machen: Erst verlud der Deutsch-Türke Aspachs Schlussmann per Übersteiger und musste nur noch einschießen, dann legte er einen traumhaften Lupfer hinterher. Dank des Doppelpackers dürfen die Sechzger träumen – vom doppelten Duell mit dem 1. FC Nürnberg.

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