Tag der Deutschen Einheit Polizei-Einsätze auf der Wiesn: Prügel und Promille

Rentner (86) leiste bei Festnahme erheblichen Widerstand. Foto: dpa

Übermütige Jugendliche, Messer-Diebe und zwei Betrüger, die sich für den Einlass ins Zelt jede Menge einfallen lassen – am Tag der Deutschen Einheit war auf der Wiesn einiges geboten

 

Theresienwiese - Hunderttausende Besucher haben am Tag der Deutschen Einheit das Oktoberfest gestürmt. Viele Zelte waren bereits morgens dicht. 20 Grad, Sonne, Wiesnbier – diese Kombination ließ manche Wiesn-Fans zu tief in den Maßkrug schauen. Polizei und Rettungskräfte hatten alle Hände voll zu tun – genau wie an den Vortagen.

ENDE AM PROMILLEHÜGEL Der 15-jährige Münchner war nur noch ein Häufchen Elend, als ihn eine Polizeistreife hinter dem Hackerzelt am Dienstagnachmittag am Promille-Bergerl aufgabelte. Er war kaum mehr ansprechbar, musste sich immer wieder übergeben. Was bei einem Alkoholwert von über 1,5 Promille auch kein Wunder ist. Lesen Sie hier den Polizeibericht

TOCHTER IM DELIRIUM Noch schlimmer erging es einer 15-Jährigen aus der Nähe von Bad Tölz. Auch sie hatte sich am Dienstagabend im Hackerzelt bis zur Besinnungslosigkeit betrunken. Der Ordnungsdienst brachte sie zu den Wiesn-Sanitätern. Ein Alko-Test ergab 2,18 Promille. Beide Teenager wurden ihren Vätern übergeben.

RAUSCH UND RANDALE Stramme drei Promille hatte am Montagabend ein 20-Jähriger aus Aichach. Im Suff randalierte er so lange im Schützenfestzelt, bis ihm der Ordnungsdienst Hausverbot erteilte. Als der junge Mann noch immer nicht gehen wollte, übergab man ihn der Polizei. Die Eltern durften ihren Sohn später aus der Ausnüchterungszelle holen. Lesen Sie hier den Polizeibericht

FALSCHE BEDIENUNG Einen besonderen Trick hat sich ein 19-Jähriger aus München ausgedacht, um in überfüllten Bierzelte zu kommen. Er verkleidete sich als Bedienung. Lederhose, Trachtenhemd, Weste, Geldbeutel – alles hatte er sich organisiert. Der Trick funktionierte: Erst feierte er am Dienstagabend im Hofbräuzelt, später wechselte er ins Löwenbräuzelt. Nicht mehr ganz nüchtern (zwei Promille), legte er sich mit zwei Italienern an. Die falsche Bedienung ließ sie vom Ordnungsdienst aus dem Zelt werfen. Doch die Italiener kamen zurück – und der Schwindel flog auf. Lesen Sie hier den Polizeibericht

STEMPELN FÜR BARES Auf Geld abgesehen hatte es ein 33-jähriger Arbeitsloser im Schottenhamelzelt. Er besorgte sich auf dunklen Kanälen einen Stempel, mit dem man als Gast problemlos zurück ins überfüllte Zelt kommt. Dummerweise ließ er sich dabei beobachten, wie er gegen Bargeld den Leuten seinen geklauten Stempel aufdrückte. Jetzt sind 200 Euro futsch, und er hat ein Verfahren wegen Urkundenfälschung am Hals. Lesen Sie hier den Polizeibericht

17-JÄHRIGER RASTET AUS Mit 0,8 Promille fast nüchtern war ein 17-Jähriger, der am Montagabend im Schützenfestzelt auf einen Sicherheitsmann losging. Er bedrohte ihn mit einem Messer und beschimpfte ihn als „Scheiß Nigger“. Der Münchner kam zur Wiesnwache. Er ist ein stadtbekannter Schläger, der von der Stadt bereits ein Wiesnverbot für dieses Jahr aufgebrummt bekommen hat. Lesen Sie hier den Polizeibericht

DER SCHLITZER Ein echtes Schlitzohr ging der Polizei im Weinzelt am Montagabend ins Netz. Die Beamten beobachteten einen 35-Jährigen, wie er mit einer Rasierklinge die Taschen von Gästen aufschlitzte, um Handys und Geldbeutel zu stehlen. Als ihn die Polizisten filzten, fanden sie 1000 Euro in Bar, eine Rasierklinge und eine Dose Reizgas. Lesen Sie hier den Polizeibericht

MODEBEWUSSTE DIEBE Zugegeben: So ein Trachtenjanker ist schon fesch, und er schmückt seinen Besitzer nicht nur zur Wiesnzeit. Drei Italiener aus der Toskana gefiel die bayerische Landestracht gleich so gut, dass sie am Montagabend in der Ochsenbraterei auf Diebestour gingen. Von den voll besetzten Bänken stibitzten sie frech vier abgelegte Jacken. Dabei wurden sie von Polizisten im Zelt beobachtet. Am Zeltausgang fingen sie die Diebe schließlich ab.

 

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