SPD will Glasflaschen-Verbot Isargrillen dieses Jahr nur noch mit Discounter-Bier?

Grillen an der Isar - demnächst nur noch mit Bier aus Plastikflaschen möglich? Foto: dpa

Es ist schon fast so etwas wie ein Naturgesetz: Zu einem schönen Sommer gehört das Isargrillen und das wiederum ist ohne Bier kaum vorstellbar. Doch wenn es nach der SPD geht, soll man dabei demnächst dann zu Karlskrone von Aldi und nicht mehr zu Augustiner oder Tegernseer greifen.

München – Wenn die Glut entfacht wird, fliegen die Kronkorken und mit einem befriedigenden "Klonk" stoßen gute Freunde auf einen herrlichen Sonnenuntergang an – so beginnt der perfekte Grillabend am Isarufer.

Doch das könnte sich demnächst ändern. Denn die Rathaus-SPD plädiert vehement für ein Glasflaschen-Verbot an der Isar. Der Grund dafür ist naheliegend: Achtlos weggeworfene Glasflaschen entwickeln sich schnell zu einer tückischen Gefahrenquelle. "Eines der größten Probleme an der Isar sind Glasscherben, die eine echte Gefahr für Barfuß-Läufer, Kinder oder Hunde darstellen", so Alexander Reissl, der Fraktionsvorsitzende der Stadtrats-SPD.

Wird an der Isar demnächst nur noch Bier in Plastikflaschen verkauft?

Die Problematik in allen Ehren – doch wie sollte sich ein derartiges Verbot an einem schönen Abend an den völlig überfüllten Isar-Auen durchsetzen lassen? Reissl ist da durchaus optimistisch: "Auf dem Oktoberfest ist es schließlich auch möglich, das Mitbringen von Glasflaschen zu untersagen" – warum solle dies also an der Isar nicht funktionieren? Anders als das Oktoberfest findet das Isargrillen aber nicht in einem eingezäunten und generalüberwachten Raum statt. Theorie und Praxis dürften hier also deutlich auseinander gehen.

Auch der nächste Denkansatz Reissls dürfte sich schwer durchsetzen lassen: "Auch sollte Kontakt mit den Kioskbesitzern an der Isar gesucht werden, um sie zu überzeugen, nur mehr Plastikflaschen ins Sortiment aufzunehmen." Dass Kioskbesitzer und Supermärkte in Isarnähe künftig auf Augustiner, Tegernseer, Paulaner oder Hacker-Pschorr verzichten, ist dann aber wohl doch etwas zu viel verlangt.

Deutlich erfolgversprechender ist da sicherlich eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne für mehr Sauberkeit an der Isar, die Ende Mai startet. Neben Plakaten und Vor-Ort-Aktionen werden Werbesports in U-Bahnen, im Kino und bei München TV geschaltet. Auch eine Social-Media-Kampagne und eine neue App sollen dazu dienen, junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren.

Und so bleibt die Hoffnung, dass verstärke Kontrollen, die es heuer geben wird, und Appelle an den gesunden Menschenverstand helfen, das Glasscherben-Risiko zu minimieren. Ganz ohne ein Umschwenken auf Discounter-Bier aus Plastikflaschen.

 

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