Servus, Special One So speziell sind die Duelle des FC Bayern mit José Mourinho

"The Special One": José Mourinho, neuer Trainer bei Tottenham Hotspur Foto: Andrew Matthews/dpa

José Mourinho, genannt "The Special One", also "der Besondere", trifft mit Tottenham Hotspur in der Champions League auf die Bayern. Er werden wieder Erinnerungen an große Spiele wach.

 

München - Nun kommt José Mourinho also doch nach München. Nicht als neuer Trainer des FC Bayern, was vor ein paar Wochen ja zumindest nicht völlig auszuschließen war. Stattdessen reist der Portugiese am Dienstag als Verantwortlicher von Tottenham Hotspur an.

Um 18.10 Uhr wird der extrovertierte Starcoach bei seiner Pressekonferenz in der Allianz Arena erwartet, wo er am Mittwochabend (21 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) mit den Spurs zum abschließenden Gruppenspiel der Champions League antritt. Servus, Special One! So lässt sich Mourinho ja nach wie vor gerne nennen.

Für die Bayern, die als Gruppensieger feststehen, geht es in dem Duell mit Mourinho um nicht weniger als eine neue Bestmarke. Noch keine deutsche Mannschaft konnte alle sechs Vorrundenspiele gewinnen. "Hansi, das wäre doch mal ein Rekord", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge kürzlich auf der Jahreshauptversammlung und erteilte Interimscoach Hansi Flick den Rekordauftrag.

Verzichtet Mourinho auf Kane? 

Mourinho sieht die Dinge etwas nüchterner. "Das Ergebnis ist egal, weil wir eh Zweiter bleiben", sagte der 56-Jährige, "aber es ist ein sehr wichtiges Spiel für die Spieler, die zum Einsatz kommen werden." Mourinho will gegen Bayern rotieren und kündigte an, Ryan Sessegnon, Troy Parrott, Oliver Skipp und Kyle Walker-Peters Spielzeit geben und etwa auf Harry Kane zunächst verzichten zu wollen. "Es ist wichtig für mich, die jungen Spieler besser kennenzulernen", begründete er seinen Plan.

Wenn das mal gut geht. Zur Erinnerung: Im Hinspiel vermöbelten die Bayern die A-Elf der Spurs in London mit 7:2, damals noch unter Mourinhos Vorgänger Mauricio Pochettino. Das Wiedersehen mit Mourinho hat vielleicht nicht ganz die Brisanz vergangener Tage. Speziell ist und bleibt es trotzdem.

Die AZ blickt auf die bisherigen Duelle der Bayern mit Mourinho zurück

Chelsea – FC Bayern, 06.04.2005, Champions-League-Viertelfinale (und Rückspiel): Gleich die erste Begegnung mit "The Special One" war eine ganz spezielle. Aufgrund einer Strafe, die ihm die Uefa auferlegt hatte, hätte Mourinho bei den Viertelfinalspielen der Königsklasse gar nicht anwesend sein und keinen Kontakt zur Mannschaft haben dürfen. An der Seitenlinie sah man ihn auch nicht. Mourinho schlich sich aber am Morgen vor dem Spiel in die Kabine und wartete dort bis zum Abend auf sein Team. "Ich will einfach in der Kabine sein, wenn die Spieler reinkommen. Ich ging dorthin und niemand sah mich", verriet er Anfang des Jahres bei "beIn Sports".

Knifflig wurde es, nach dem Spiel ungesehen aus dem Stadion zu kommen. "Der Zeugwart hat mich dann im Wäschekorb versteckt", sagte Mourinho, "aber als er mich im Korb aus der Umkleidekabine brachte, folgten uns die Leute von der Uefa und suchten mich, weshalb er die Kiste schloss und ich nicht mehr atmen konnte. Als er sie wieder öffnete, war ich am sterben." Chelsea gewann das Hinspiel mit 4:2 gegen die damals von Felix Magath trainierten Bayern. Und zog nach dem 2:3 eine Woche später im Rückspiel in München ins Halbfinale ein.

Inter Mailand – FC Bayern, 22.05.2010, Champions-League-Finale: Knapp fünf Jahre später traf Mourinho im Endspiel der Königsklasse erneut auf die Bayern und Louis van Gaal. Mit seiner Defensivtaktik coachte Mourinho seinen einstigen Lehrmeister aus. Diego Milito erzielte beide Treffer für Inter. Die Münchner fanden ohne Franck Ribéry, der nach seiner Roten Karte im Halbfinalhinspiel gegen Lyon gesperrt zuschauen musste, in der Offensive kein Mittel gegen Mourinhos Bollwerk um Ex-Bayer Lucio.

FC Bayern – Real Madrid, 17.04.2012, Champions-League-Halbfinale (und Rückspiel): Beim nächsten Treffen in der Königsklasse war Mourinho Trainer der Königlichen. Im Hinspiel in München konnte sich Bayern nach Toren von Mario Gomez und Ribéry mit 2:1 durchsetzen – den Auswärtstreffer für Real erzielte damals Mesut Özil. Das Rückspiel eine Woche später im Estadio Santiago Bernabéu wurde dann zum Drama. Nach Cristiano Ronaldos Doppelpack ermöglichte Arjen Robben den Bayern mit seinem Tor zum 1:2 die (torlose) Verlängerung und das Elfmeterschießen. Dort verschossen Ronaldo, Kaká und Sergio Ramos für Real, aber auch Toni Kroos und Philipp Lahm scheiterten für Bayern. Bastian Schweinsteiger verwandelte den entscheidenden Elfer zum Endspieleinzug. Das Finale dahoam in München verloren die Bayern ausgerechnet gegen Mourinhos Ex-Klub Chelsea auf ähnlich dramatische Art und Weise im Elfmeterschießen.

FC Bayern – Chelsea, Uefa Super Cup, 30.08.2013: Mourinho war gerade zu Chelsea zurückgekehrt und traf mit dem Europa-League-Sieger auf seinen Erzfeind Pep Guardiola, der Jupp Heynckes nach dem Triple-Sieg als Bayern-Coach abgelöst hatte. Javi Martínez rettete die Münchner mit seinem Tor zum 2:2 in der Nachspielzeit der Verlängerung ins Elferschießen. Dort verwandelten die Bayern alle Versuche und triumphierten (7:6 n.E.).

Zumindest eine kleine, süße Rache an Chelsea und Mourinho für die bitteren Niederlagen vergangener Tage war perfekt.

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