Seine erste WM Leon Goretzka: Der Druckausüber aus der zweiten Reihe

Ist im Mittelfeld flexibel einsetzbar: Deutschlands Leon Goretzka. Foto: dpa

Bei der WM muss sich Leon Goretzka, anders als beim Confed Cup, erstmal unterordnen. "Ich will da sein, wenn der Trainer mich braucht."

Leverkusen - Die schwierige Wohnungssuche in München hat Leon Goretzka erfolgreich abgeschlossen. Bei seiner ersten Weltmeisterschaft will sich der künftige Bayern-Profi schließlich durch nichts ablenken lassen. Nach dem Confed-Cup-Sieg im vergangenen Jahr ist Goretzka heiß auf den nächsten Titel, doch bei der WM in Russland muss sich der 23-Jährige erst einmal unterordnen.

"Das ist eine andere Stufe als der Confed Cup. Ich weiß, dass ich nicht zwingend einen Stammplatz habe", sagt Goretzka. Dabei war er vor einem Jahr beim überraschenden Triumph bei der WM-Generalprobe eine der entscheidenden Figuren im Team von Bundestrainer Joachim Löw. Goretzka glänzte mit drei Toren und einer Vorlage in vier Spielen. Spätestens da war das Interesse des FC Bayern geweckt.

Die Pfiffe gegen mich? "Das war eine spannende Erfahrung"

Der Mittelfeldspieler wechselt im Sommer ablösefrei von Schalke 04 zum Branchenprimus nach München. Von den Fans der Königsblauen wurde er in den ersten Spielen nach Bekanntgabe des Wechsels ausgepfiffen. "Es war eine spannende Erfahrung. Das hat meinem Charakter nicht geschadet", sagt Goretzka rückblickend.

Bevor er in München den Kampf um einen Stammplatz aufnimmt ("Ich bin nicht dorthin gegangen, um mich hinten anzustellen"), will er erst einmal seinen Teil zu einem erfolgreichen Turnier beitragen. "Ich will Druck ausüben auf die Spieler, die eine vermeintliche Stammplatzgarantie haben. So wollen wir uns nach oben pushen", sagt Goretzka: "Ich will da sein, wenn der Trainer und die Mannschaft mich brauchen."

Dabei könnte es von Vorteil sein, dass der gebürtige Bochumer im Mittelfeld variabel einsetzbar ist. Goretzka kann zentral auf der Sechser-Position ebenso spielen wie etwas offensiver. Auch auf der rechten Außenbahn ist er schon zum Einsatz gekommen und könnte dort ein Backup für Thomas Müller sein.

"Wenn ich Kritik annehme, dann von einem wie Kroos"

Gerade in der Offensive hat Löw nach der überraschenden Streichung von Leroy Sané aus dem Aufgebot nicht mehr ganz so viele Optionen. "Ich bin froh, wenn ich spiele. Ich bin in einer guten Verfassung und fühle mich gewappnet", sagt Goretzka.

Dabei durchschritt er in der Rückrunde ein kleines Tal. Auch in der Nationalmannschaft lief es nicht rund. Nach der Niederlage im März in Berlin gegen Brasilien (0:1) kritisierte Weltmeister Toni Kroos öffentlich die Spieler aus der zweiten Reihe - auch Goretzka. "So etwas spornt einen an. Wenn ich Kritik annehme, dann von einem Spieler wie Toni Kroos. Danach habe ich die richtige Richtung eingeschlagen", sagt Goretzka. Mit Schalke und Trainer Domenico Tedesco schaffte er die Qualifikation für die Champions League. Die richtige Richtung will er auch im Sommer in Russland beibehalten - und danach in München.

 
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