Schon die zweite Talfahrt mit Frankfurt Abgeschmiert: Macht Kovac dieselben Fehler bei Bayern?

Vor Niko Kovac' Wechsel zum FC Bayern herrscht Krisenstimmung bei Eintracht Frankfurt. Foto: Augenklick/Stefan Matzke

Eintracht Frankfurt beendet die Saison nach wochenlanger Unruhe nicht auf einem internationalen Startplatz. Die Kommunikation läuft schlecht, Kritiker zählen die Tage bis zur Heynckes-Rückkehr. Schlechte Vorzeichen für den neuen Bayern-Trainer?

Frankfurt/München - Sie haben es wieder nicht geschafft. Eintracht Frankfurt hat erneut die Teilnahme am internationalen Geschäft verpasst. Eine verkorkste Schlussphase warf die Hessen um vier Plätze nach hinten in der Tabelle. Platz acht heißt es nach dem 34. Spieltag.

Am Samstag (ab 20 Uhr im AZ-Liveticker) könnte die Eintracht den DFB-Pokal gewinnen und somit Schadensbegrenzung betreiben. Gegen den FC Bayern hat das Team von Trainer Niko Kovac allerdings nur eine Außenseiterchance. Mit einer Niederlage wäre die Enttäuschung in Frankfurt noch größer. Beeinflussen Kummer und Krisenstimmung womöglich Kovac' Handeln in München?

Der Absturz von Eintracht Frankfurt im Endspurt - wie schon in der Saison 2016/17

Das Chaos der Eintracht begann mit der Bekanntgabe, dass Niko Kovac zur neuen Saison den FC Bayern trainieren wird. Nach wochenlangen Spekulationen und Irreführungen des Trainers (Zitat von Kovac: "Es gibt keinen Grund daran zu zweifeln, dass ich im nächsten Jahr hier nicht Trainer bin. Stand jetzt, ist es so wie es ist.") platzte die Bombe. Es folgten wochenlange Schuldzuweisungen - und eine dramatische sportliche Talfahrt. 

Am 25. Spieltag stand der Klub auf Tabellenplatz vier. Die Frankfurter verloren im Anschluss gegen Borussia Dortmund, Werder Bremen, Bayer Leverkusen, Hertha BSC, den FC Bayern und Schalke. Der 46-Jährige erreichte seine Mannschaft nicht mehr; Kevin-Prince Boateng sagte, die Nachricht sei für ihn ein "Schock" gewesen. 

Neben allen internen Krisen kann dem Coach mangelndes Durchhaltevermögen im Saisonendspurt zugeschrieben werden. Torwart Lukas Hradecky sagte im kicker: "Natürlich ist es auch Kopfsache, aber wenn der Körper nicht funktioniert geht das andere auch nicht. Am Ende der Saison laufen wir nicht mehr so viel wie der Gegner." Und er fügte in Richtung Kovac hinzu: "Sicher werden wir ein bisschen darüber diskutieren, wie wir trainieren müssen." 

In der Spielzeit 2016/17 erlitt er mit der Eintracht ein ähnliches Schicksal. Damals war der Absturz sogar noch heftiger - nämlich von Platz drei auf Platz elf!

In Krisenstimmung zum FC Bayern?

Die negative Stimmung, die Niko Kovac aus Frankurt mitnimmt, könnte durchaus seine Arbeit beim FC Bayern beeinflussen. Dabei war die beeindruckende Saison der Eintracht ein entscheidender Grund für Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, den Kroaten zum neuen Chefcoach zu berufen. 

Bereits bei der Bekanntgabe der Trainerpersonalie zählten einige - augenzwinkernd - die Tage, bis Jupp Heynckes wieder einspringen müsse. Zuletzt verabschiedete sich Thomas Müller scherzhaft mit den Worten "Bis Oktober" von seinem aktuellen Trainer. Auch wenn das ein Scherz war - der gebürtige Berliner ist sich des Drucks und der Kritik bewusst: "Ich lese sehr wenig. Aber mir wird natürlich was zugetragen. Das trifft mich auch, ich bin auch nur ein Mensch, aber ich versuche es auszublenden." 

Das muss der Fußball-Lehrer tatsächlich tun, um an der Säbener Straße erfolgreich zu sein. Fakt ist auch: In München muss sich Kovac eine neue Durchhaltetaktik überlegen. Sonst droht das Pep-Trauma. Unter dem Spanier ging den Bayern-Stars stets im Frühjahr die Puste aus – und kamen nie über das Halbfinale der Champions League hinaus. 

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