Philipp Lahm plant die Karriere nach der Karriere Lahms Treueschwur: Ein Leben lang FC Bayern

Philipp Lahm (l.) mit Sixtus-Geschäftsführerin Petra Reindl (M.) und Co-Gesellschafter Franz Kroha (r.). Foto: Rainer Nachtwey / Sport

Für Philipp Lahm hat am Mittwoch ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Er ist jetzt nicht nur Fußball-Profi, sondern auch Geschäftsmann. Er spricht über seine Zukunft – und die aktuellen Probleme.

 

München - Philipp Lahm ist nicht als Fußballer gekommen. Fußball spielen kann der verletzte Bayern-Kapitän im Moment auch nicht. Er trug also Straßenschuhe, keine Fußballschuhe. Er ist als Geschäftsmann auf der ISPO. Lahm ist seit neuestem Gesellschafter einer auf Pflegemittel spezialisierten Firma.

Der Weltmeister, Weltstar und das in Hausham in der nähe des Schliersees ansässige Unternehmen – zwei Gegensätze, die eigentlich nicht so passen. Aber Lahm sagt: "Es passt einfach." Denn Lahm definiert sich über Begriffe wie Heimatverbundenheit. "Ich bin einmal schweren Herzens vom FC Bayern weggegangen, für zwei Jahre nach Stuttgart. Das ist eigentlich nicht weit. Aber ich bin einfach gerne zu Hause", sagt Lahm.

Aber Lahm spricht auf der ISPO nicht nur über seine neue Aufgabe, sondern auch über seine Zukunftsvorstellungen, Seitenlinien-Derwisch Pep Guardiola und die Krise des FC Bayern. Philipp Lahm über...

seine Rückkehr: In einer Woche, zehn Tagen will ich mit dem Laufen beginnen und ich denke, dass ich in ungefähr vier Wochen ins Mannschaftstraining einsteigen kann.

seine Zukunft nach dem aktiven Fußball: Trainer kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Ich kann mir aber vorstellen, ein Leben lang im Fußball zu bleiben. Am liebsten beim FC Bayern. Der FC Bayern ist mein Heimatverein.

seine Aufgaben bei Sixtus: Als Gesellschafter möchte ich lernen, hineinschnuppern, miterleben, wie in so einem Unternehmen gearbeitet wird. Ob meine Erfahrung beim FC Bayern 1:1 übertragbar ist, wird man sehen. Aber ich will mich schon ein bisschen einbringen. Ich möchte in alle Bereiche reinschnuppern. Ich bin sehr interessiert. Sixtus und ich passen einfach sehr sehr gut zusammen.

Peps Eckfahnen-Sprint und die Umarmung mit dem vierten Offiziellen: So oft sieht man so etwas nicht. Es war etwas Neues für mich. Aber jeder, der mit dem Trainer zusammenarbeitet, weiß, wie emotional er ist. Wie nett er aber auch mit den Leuten umgeht. Ich glaube nicht, dass da irgendein böses Wort gefallen ist. Er ist für seine Mannschaft da. Er liebt diesen Sport. Und das sieht man eben auch an der Außenlinie.

Kurioses von der Seitenlinie: Was erlaube Pep?

ob er von dem Sprint überrascht war: So einen Sprint habe ich von ihm noch nie gesehen. Aber technisch hat er immer noch etwas drauf. Wenn er mitspielt, ist er immer noch stark an der Murmel.

seine Kommunikation mit Pep Guardiola: Wir sind regelmäßig im Austausch. Ich bin jeden Tag an der Säbener Straße. Ich bekomme die Spieler mit, den Trainer. Alles drumherum. Das einzige Problem ist: Ich bin auf dem Platz nicht dabei.

Erst Wut dann Jubel: Peps Seitenlinien-Show

die derzeitigen Probleme: Beim ersten Spiel in Wolfsburg haben wir einfach nicht unsere Leistung abgerufen. Der Gegner hat das dann eiskalt ausgenutzt. Und so verliert man dann ein Spiel. Gegen Schalke haben wir 70 Minuten mit zehn Mann gespielt, das ist einfach einer weniger. Ein langer Zeitraum. Man muss auch mal mit einem Punkt leben.

die anfällige Defensive: Wir haben im ersten Spiel insgesamt nicht gut ausgesehen. Nicht nur die Defensive. Das muss man analysieren. Das haben wir. Jetzt müssen wir es in den nächsten Spielen besser machen. Ein Standardtor wie gegen Schalke kann passieren, das passiert jedem Verein, auch dem FC Bayern.

das hohe Verteidigen: Wir haben eine Struktur, eine Taktik, die vielleicht sehr, sehr offensiv ist, aber sehr gut funktioniert. Aber das braucht jeden Einzelnen. Und wenn dann der eine einen Tick zu spät kommt, kann es eben brennen. Das passiert, aber so ist unsere Spielweise. So haben wir über eineinhalb Jahre agiert. Und jetzt einen Rückschlag erlitten.

Udo Lattek: Nachruf auf die Trainer-Legende

die fehlende Konstante in der Abwehr: Jérôme war ja zumeist die Konstante, der fast immer durchgehend gespielt hat. Jetzt fehlt er. Aber wir sind Profis, trainieren miteinander tagtäglich. Deswegen ist das kein Problem. Es wird nie – auch beim FC Bayern – eine Formation geben, die von Anfang bis Ende durchspielt. Wir haben so viele Spiele, es gibt so viele Veränderungen. Da muss jeder Bescheid wissen. Das ist auch kein Problem für uns.

zum Spiel gegen den VfB Stuttgart: Endlich, nach einer Woche wird es den ersten Sieg geben. Als FC Bayern reist man immer als Favorit an. So ist es auch am Samstag für uns. Es zählen nur drei Punkte.

zur Krise von Borussia Dortmund: Man registriert es. Ich habe schon vor dem Rückrundenstart gesagt, dass ich glaube, dass sie es da unten raus schaffen. Es ist nicht so einfach, weil jedes Spiel gegen sie hart gefightet wird. Ich werde mit Sicherheit auch auf das Ergebnis von Freiburg gegen Dortmund schauen. Aber ich mache mir keine Sorgen.

 

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