Oktoberfest AZ-Wiesnstammtisch: Sogar die FDP war gut drauf

Beim AZ-Wiesn-Stammtisch im Winzerer Fähndl (von links oben): Wolfgang Krebs, Barbara Daumiller-Zeil, Martin Zeil, Saskia Vester, Dieter Reiter, Christian Springer, Josef und Natalie Schmid, Markus Söder, Andreas Steinfatt, Ursula und Axel Hacke, Veronica Ferres, AZ-Chefredakteur Arno Makowsky, Inga Pudenz, AZ-Redakteur Adrian Prechtel, Phoebe Rocchi, AZ-Redakteurin Angela Böhm. Foto: Petra Schramek

Auf der Empore von Wiesn-Wirt Peter Pongratz geht’s hoch her: Schauspielerinnen küssen Sport-Manager, Kabarettisten lästern über die Piraten. Und ein CSUler träumt von der Stichwahl

München - Kabarettist Christian „Fonsi” Springer brachte es auf den Punkt: „Jetzt samma schon mehr als bei der Berliner FDP”, sagte er mit Blick auf die Gästerunde beim AZ-Wiesnstammtisch gestern Abend im Winzerer Fähndl von Peter Pongratz.

Das FDP-Wahldebakel war das Gesprächsthema des Abends. Eigentlich hätte auch Parteichef Philipp Rösler mit am Stammtisch sitzen sollen – doch der muss gerade die Parteikrise lösen und sagte ab. „Ich hab ihm schon eine SMS geschrieben, warum er heut nicht kommt”, witzelt Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU). „Das wird jetzt ganz bitter für die FDP.” Da erblickt er seinen Kabinettskollegen, Wirtschaftsminister Martin Zeil, und winkt erfreut: „Ich freu’ mich zurzeit über jeden gut gelaunten FDPler.” Zeil, der mit seiner Ehefrau Barbara Daumiller-Zeil gekommen ist, lässt sich die Wiesn-Gaudi auch nicht verderben. Er amüsiert sich über die AZ-Fotomontage mit Guido Westerwelle und den 1,8 Prozent-Schuhen: „Wir haben in Bayern auch mal 1,8 Prozent gehabt. Des war 1998. Und wo samma heut? In der Regierung.”

Und was halten die Stammtischgäste von der Piraten-Partei? Fonsi Springer diskutiert darüber mit Kabarettistenkollege Wolfgang Krebs: Seiner Ansicht nach haben die Piraten in München keine Chance. „Wer in München protestwählen will, der wählt doch die CSU.”

„Das sehe ich genauso", lacht CSU-Rathausfraktions-Chef Josef Schmid, der sich gerade angeregt mit seinem Vielleicht-Kontrahenten, SPD-Wirtschaftsreferent Dieter Reiter, unterhält: „Ich kriege die neun Prozent von den Piraten obendrauf, dann ist die CSU-Stadtratsfraktion bei 36 Prozent, und ich gehe gegen Rot oder Grün in die Stichwahl.”

Einen Riesenspaß hat Schauspielerin Veronica Ferres beim AZ-Stammtisch: „Das ist ja eine tolle Location”, sagt Ferres, die zum ersten Mal bei der AZ zu Gast ist. „Kann ich den Tisch nächstes Jahr mal privat haben? Das gefällt mir super hier.” Als die Band „Skandal um Rosi” aufspielt, hüpft Ferres vor Begeisterung fast auf die Bank: „Das ist mein Lied, ich nenn das immer Skandal um Vroni!”
Sie startet die Schunkelrunde, hakt Schriftsteller Axel Hacke und AZ-Chefredakteur Arno Makowsky unter und singt laut mit. Auch Schauspielerin Saskia Vester groovt mit, und Regine Sixt schaut – trotz der Damen-Wiesn wenige Stunden zuvor – ebenfalls bei der AZ vorbei.

„Ah, und da kommt ja auch der Romeo”, wird Paulaner-Chef Andreas Steinfatt am Tisch begrüßt. Die AZ hatte exklusiv über seine frische Liebe zu Kabarettistin Monika Gruber berichtet. Seit dem Wiesn-Stammtisch ist Steinfatt mit Springer per Du – eigentlich normal, so unter Quasi-Kabarettistenverwandtschaft.

Mit leichter Verspätung trifft schließlich auch Bayern-Präsident Uli Hoeneß gemeinsam mit Sportdirektor Christian Nerlinger ein, er kommt von der Bayern-Aufsichtsratssitzung. Er sitzt kaum, da werden vorne auf der Bühne die Bayern-Basketballer begrüßt. „Die sollen doch Körbe legen und nicht auf die Wiesn”, lacht der Bayern-Boss. In Wirklichkeit haben die Basketballer natürlich das Wiesn-Ok von ganz oben. Also: Feiern erlaubt!

 

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