Altkanzler auf dem Oktoberfest Erst Anstich, dann Augustiner: Schröders Wiesn-Ausflug

Gerhard Schröder mit seiner Frau Soyeon Schröder-Kim Foto: Daniel von Loeper

Der Altkanzler taucht kurzfristig beim Anstich auf – und stürzt sich dann im Augustiner mitten ins Getümmel.

 

München - Gerhard Schröder ist ein Freund münchnerischer Gemütlichkeit – und weiß, was er mag. Als Hans-Jochen Vogel vor zwei Jahren seinen 90. Geburtstag feierte, war Schröder unmittelbar nach den Reden wieder aus dem Alten Rathaus verschwunden. Wohin? Direkt in den Franziskaner, erzählten Parteifreunde.

Am Samstag ist Schröder mal wieder aufgetaucht – und war wieder zielstrebig unterwegs, dieses Mal in Richtung Augustiner-Zelt. In der Ratsboxe im Schottenhamel-Zelt marschierte er um 11.54 Uhr, kurz vor dem Anstich, mit seiner Frau Soyeon Schröder-Kim (im roten Dirndl) ein. Schröder würdigte die Parteifreunde keines Blickes, setzte sich mit seiner Frau zu den Polizeichefs Wilhelm Schmidbauer und Hubertus Andrä.

Kurz nach zwölf kam dann Parteifreundin Natascha Kohnen für ein Foto, SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher schüttelte ihm kurz die Hand ("mein Lieblings-Bundeskanzler"). Auch Landeswirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (CSU) wollte – und bekam! – ein Erinnerungsfoto.

Gerhard Schröders Blitzbesuch

Dann, nach kaum mehr als zehn Minuten, war Schröder wieder weg. Auf Einladung von Starkoch Alfons Schuhbeck unterwegs in Richtung Augustiner, wo Schröder den Mittag mitten im Zelt verbrachte und verliebt mit seiner Frau flirtete. Im Schottenhamel erzählte OB Dieter Reiter währenddessen, er habe kurzfristig von Schröders Blitz-Besuche erfahren. "Er hat mich gestern Abend angesimst und gefragt, ob er kommen kann", sagte Reiter der AZ. "Ich habe gesagt: okay. Und das ist auch schon die ganze Geschichte."

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post erzählte, er habe Schröder schon im Vorjahr eingeladen. "Aber da konnte er nicht, wegen der Scheidung." Die CSU-Leute im Zelt hingegen murrten, ob all der Aufmerksamkeit für den Alt-Kanzler. "So ein Fasching", hieß es. "Das ist doch Kasperltheater."

 

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