Ohne Robben und Ribery FC Bayern: Diese Schachzüge knackten Porto

Ausgetrickst und abgezogen: Die Bayern freuten sich diebisch über ihren Coup gegen Porto. Foto: dpa

Nicht die gerissene Außennaht an Pep Guardiolas Hose machte den Unterschied. Über Außen ließ der Bayern-Coach den FC Porto zerreißen. Nach Robben und Ribéry fragte keiner.

 

München - Bayern-Kapitän Philipp Lahm sprach eine wichtige Wahrheit gelassen aus. "Die Mannschaft hat sehr viel Herz, Leidenschaft und Aggressivität reingelegt. Und dann haben wir auch das taktische Konzept umgesetzt. In den ersten 45 Minuten hat alles funktioniert", meinte der 31-Jährige nach dem grandiosen 6:1 im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Porto.

Es sei "beeindruckend" gewesen, in einem solchen Spiel könne man nicht erwarten, "dass man mit einer 5:0-Führung in die Pause geht".

Dann kam Lahm auf den Punkt: "Wir haben im Hinspiel gesehen, dass es auf den Außenpositionen Räume gab. Dementsprechend haben wir uns heute aufgestellt – mit mir rechts und Mario (Götze, d. Red.) links. Es hat auch ganz ordentlich funktioniert."

Das ist untertrieben: Weil beim FC Porto die Außenverteidiger Danilo und Alex Sandro wegen ihrer Gelb-Sperren in München fehlten, war dort ein Vakuum entstanden.

Und so entschloss sich Bayern-Coach Pep Guardiola verstärkt über die Außen angreifen zu lassen, damit sich sein Team nicht wie noch im Hinspiel in der Mitte in nervigen Zweikämpfen aufreiben musste.

Auch ohne Arjen Robben und Franck Ribéry - die beiden schnellen, wendigen Flügelstürmer waren ja wie im Hinspiel nicht dabei. Kein Robbéry am Start. Und doch lief alles glatt, ja fantastisch!

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Juan Bernat und Mario Götze über die linke Außenbahn respektive Rafinha und Philipp Lahm über die rechte Seite machten so richtig Alarm, besetzten die Außenpositionen konsequent und entfachten großen Druck.

Es spielte den Münchnern natürlich in die Karten, dass Portos Ersatzverteidiger Diego Reyes und Bruno Martins Indi einen gebrauchten Tag erwischten. Reyes wurde schon nach einer halben Stunde ausgewechselt.

Zweiter Taktik-Trick: Die Bayern vermieden die schnellen Ballverluste, die ihnen beim 1:3 in Porto noch das Genick gebrochen hatten. Indem sie die Linie der früh attackierenden Gegner verstärkt mit langen Pässen überwanden.

Dritter Taktik-Trick: Diese Pässe wiederum schlugen die Innenverteidiger Jerome Boateng und Holger Badstuber oft als Diagonalbälle. Und Mittelfeldmotor Xabi Alonso passte aus der Zentrale schnell und weit Richtung Seitenlinien.

Das Resutlat spricht für sich: Vier ihrer sechs Treffer bereiteten die Bayern über die Außen vor, lediglich Thomas Müllers abgefälschter Fernschuss (4:0) und Alonsos direkter Freistoß (6:1) tanzten aus der Reihe.

 

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