Offizielle Gedenkfeier Reiter: "Dominik Brunners Tod hat München verändert"

OB Dieter Reiter, Innenminister Joachim Herrmann, Klaus-Dieter Josel von der Deutschen Bahn und Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Foto: Sigi Müller

Am 10. Jahrestag des Verbrechens ermutigen OB Dieter Reiter, Minister Herrmann und FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß zu mehr Zivilcourage.

 

München - Zehn Jahre nach dem Tod von Dominik Brunner (50) haben Politiker und Weggefährten am Donnerstag bei einer Gedenkfeier neben den Gleisen am S-Bahnhof Solln das mutige Handeln des Geschäftsmanns gewürdigt.

"Der 12. September 2009 hat München verändert", sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). "Selten hat eine Tat unsere Stadt so bewegt. Das gilt in doppelter Hinsicht: für die Tat, der er zum Opfer fiel, und sein mutiges Handeln zuvor." Dominik Brunner war getötet worden, als er sich schützend vor vier Kinder stellte, die von zwei älteren Jugendlichen bedrängt wurden.

Herrmann: "Brunner hätte nicht sterben müssen"

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mahnte in seiner Rede: "Niemand soll allein bleiben, wenn er in Not ist." Man müsse zusammenstehen, wenn es drauf ankomme. Der Minister gab zu Bedenken: "So mutig Dominik Brunner gehandelt hat, er hätte wahrscheinlich nicht sterben müssen, wenn sich ein paar andere auch eingemischt hätten". Denn zum Zeitpunkt der gewalttätigen Auseinandersetzung sie der Bahnsteig nicht menschenleer gewesen.

Joachim Herrmann betonte, wie wichtig Zivilcourage ist, und zwar immer. Denn auch, wenn der Personalstand der Polizei verstärkt worden sei: "Es muss uns auch bewusst sein: Es wird auch in Zukunft nicht an jeder Straßenecke ein Polizist stehen". Herrmann betonte, dass Zivilcourage und bürgerschaftliches Engagement, eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei: "Jeder kann dazu seinen Beitrag leisten. Da kann sich niemand rausreden."

Der Minister riet, man solle sich schon im Vorfeld gedanklich damit befassen, wie man in solch einer Situation handeln würde. Es sei gut, "vorher Mut zu tanken", sagte Joachim Herrmann in seiner Rede.

Dominik-Brunner-Stiftung leistet viel Gutes

So furchtbar das Verbrechen war, in der Zeit danach haben engagierte Menschen im Andenken an Dominik Brunner viel Positives auf den Weg gebracht. Einer der Hauptakteure war und ist Bayern-Präsident Uli Hoeneß: Er rief ein Bündnis gegen Gewalt ins Leben, engagiert sich stark für die Dominik-Brunner-Stiftung, deren Kuratoriumsvorsitzender er ist. Die Ziele der Stiftung sind Sensibilisierung und Aufklärung für das Thema Zivilcourage, Gewaltprävention und Hilfe für mutig handelnde Menschen.

"Wegschauen darf nicht zur Tagesordnung werden, sonst funktioniert unsere Gesellschaft nicht", sagte Uli Hoeneß während der Gedenkfeier. 2013 schenkte Hoeneß der Stiftung zwei Millionen Euro aus dem Erlös eines Cups, der anlässlich seines 60. Geburtstag veranstaltet wurde. Ein Teil des Geldes floss in das Dominik-Brunner-Haus der Johanniter. Darin werden Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien gefördert. Hoeneß: "Ich bin jedes Mal total angefasst, wenn ich sehe, wie wunderbar das funktioniert."

Hoeneß setzt sich für Stiftung ein

Die Dominik-Brunner-Stiftung hat seit 2009 außerdem fast 90 "Vorbilder für Zivilcourage" ausgezeichnet. Viele von ihnen wurden bei ihrem Eingreifen selbst verletzt. Die Ausgezeichneten wurden zudem vor Anpfiff in der Allianz Arena vor 75 000 Zuschauern geehrt. OB Reiter dankte Uli Hoeneß dafür: "Das ist ein tolles Signal, dass niemand vergessen wird!"

Reiter sagte, München habe seit dem schrecklichen Tod von Dominik Brunner mehr Miteinander gelernt.

 

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