Offensiv-Abteilung deluxe Gedränge in Bayerns Sechs-Sterne-Sturm

Bayerns Luxusoffensive ist Carlo Ancelottis (kleines) Luxusproblem. Foto: dpa//firo/Augenklick

Thomas Müller begeistert auch ohne eigenen Treffer. „Er war der beste Spieler auf dem Platz“, lobt Ancelotti. Weil auch Coman überzeugt und Ribéry wieder fit ist, gibt es im Angriff großes Gedränge

Das amüsanteste Lob für Thomas Müller kam von Arjen Robben. „Er ist immer wichtig für die Mannschaft, auch wenn er keine Tore schießt“, sagte der Niederländer, „oder wenn er den Ball gar nicht trifft.“ Robben lächelte, aber das hatte er völlig ernst gemeint. „Thomas zieht Räume für Lewy, für mich“, erklärte er weiter: „Alle Leute, die Ahnung von Fußball haben, müssen das sehen.“

Gegen den Hamburger SV hatten alle gesehen, was Robben meinte: Müller riss mit seinen Sprints immer wieder Löcher in die HSV-Defensive und war an vier Toren entscheidend beteiligt. „Thomas Müller war der beste Spieler auf dem Platz, auch wenn er kein Tor erzielt hat“, sagte Trainer Carlo Ancelotti: „Er war der Schlüssel zu diesem Sieg.“ Drei-Tore-Mann Robert Lewandowski war von Müllers Leistung genauso angetan – und erfand sogar ein neues Wort für seinen Sturmpartner. „Er hat heute super-überragend gespielt, er war Wahnsinn.“

Und das alles ohne eigenen Treffer. „Vielleicht ist der Assist für David (vor dem 5:0, d.Red.) das Paradebeispiel, dass ich euch das letzte halbe Jahr nicht angelogen habe, als ich gesagt habe, dass ein Tor nicht alles für mich ist“, sagte Müller in Richtung der Journalisten. Vor Alabas Treffer hatte er die Übersicht behalten und clever abgespielt, statt selbst zu schießen. „Den legen nicht viele Spieler quer“, meinte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und bescheinigte Müller die „beste Saisonleistung. Er hat heute klasse gespielt. Das ist gut für uns.“

Bayerns Luxusoffensive - Und Carlos (kleines) Luxusproblem

Erst recht gut für Ancelotti, der vor den entscheidenden Wochen der Saison nun alle Offensivstars zur Verfügung hat, sechs an der Zahl – für maximal vier, eher drei Positionen: Müller, Robert Lewandowski, Arjen Robben, Douglas Costa und Franck Ribéry, der gegen den HSV nach seiner Oberschenkelverletzung zumindest wieder auf der Bank saß. Bayerns Luxusoffensive. Und Carlos (kleines) Luxusproblem: Wer aus dem Sechs-Sterne-Sturm bleibt auf der Bank?

Unantastbar ist Mittelstürmer Lewandowski, der mit seinen Bundesliga-Toren 138 bis 140 an HSV-Legende Uwe Seeler vorbeizog. Rummenigge adelte den Polen nach der Partie und verglich ihn mit dem Bomber. „Ich würde sagen, er gehört in die Kategorie Gerd Müller“, sagte Rummenigge. Ein größeres Lob kann man einem Bayern-Stürmer nicht machen – doch Lewandowskis Reaktion erstaunte. „Es freut mich immer, wenn ich mit so großen Stürmern wie Gerd Müller verglichen werde“, sagte er unbeeindruckt und fügte mit gigantischem Selbstvertrauen an. „Aber ich schreibe meine eigene Geschichte.“

Die Konkurrenz lauert

Für Kollege Robben gilt das freilich genauso. Der 33-Jährige schloss mit seinem Zickzack-Tor zum 8:0-Endstand im internen Bayern-Ranking der besten ausländischen Schützen zu Claudio Pizarro auf (je 125 Tore). Nur Giovane Elber (140) liegt noch vor ihm. Wie Linksaußen Douglas Costa, der gegen den HSV zwei Treffer vorbereitete, ist Robben aktuell gesetzt.

Aber die Konkurrenten lauern, auch einer, der zuletzt kaum auffiel: Kingsley Coman. Der 20-jährige Franzose, unter Pep Guardiola oft herausragend, traf nach seiner Einwechslung doppelt, es waren seine ersten Torbeteiligungen in dieser Saison. „Das ist gut für sein Selbstvertrauen“, sagte Rummenigge – und verriet, dass Coman wohl ein Bayer bleibt. „Wir haben eine Neigung, und die heißt, die Option auch zu ziehen“, sagte der Vorstandsboss. Bis Ende April läuft die Frist, Coman kostet 21 Millionen Euro Ablöse.

 

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