Nummer zwei hinter Neuer Alexander Nübel zum FC Bayern? Welche Fragen sich jetzt stellen

Möglicherweise schon kommende Saison Konkurrenten im Bayern-Tor: Manuel Neuer und Alexander Nübel. Foto: imago images / Sven Simon

Alexander Nübel verlässt Schalke 04 am Ende der Saison. Ein Wechsel zum FC Bayern gilt wohl als gesichert. Doch welche Folgen würde ein Engagement beim Rekordmeister mit sich ziehen? Die AZ klärt die wichtigsten Fragen.

 

München - Die Entscheidung ist gefallen: Alexander Nübel verlängert seinen auslaufenden Vertrag beim FC Schalke 04 nicht und verlässt die Königsblauen zum Ende der Saison.

Berichten zufolge ist sich der 23-Jährige bereits mit dem FC Bayern einig, der Schalke-Kapitän soll einen Fünfjahresvertrag beim Rekordmeister unterschreiben. Doch was würde ein Nübel-Wechsel nach München bedeuten? Die AZ klärt die drei wichtigsten Fragen.

1. Welche Lösung wurde Nübel vorgeschlagen? 

Laut Informationen des "kicker" hat Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic Nübel offenbar einen klaren Plan vorgelegt, wie der Übergang im Tor des FC Bayern erfolgen soll. Die Strategie des Rekordmeisters habe demnach Schalkes Kapitän so überzeugt, dass er andere hochkarätige Angebot ausschlug. Unter anderem sollen der FC Barcelona, Atlético Madrid und der AC Mailand an U21-Vizeeuropameister interessiert gewesen sein.

Angeblich soll Nübel beim FC Bayern durch gelegentliche Einsätze zur Nummer eins nach Neuer aufgebaut werden.

Marc-André ter Stegen, der 2014 als 22-Jähriger aus Mönchengladbach zum FC Barcelona gewechselt war, gilt als positives Beispiel. Zunächst wurde der deutsche Nationalkeeper nur in der Champions League und im Pokalwettbewerb eingesetzt, mittlerweile hat er sich beim spanischen Meister einen Stammplatz im Tor erkämpft.

Nach der Ära Neuer beim FC Bayern, dessen Vertragsverlängerung bis 2023 wohl kurz bevor stehtsoll Nübel in München die unangefochtene Nummer eins werden. Ein Wechsel im Sommer 2020 mit anschließender Leihe "kommt für Alex nicht in Frage, dafür ist sein Standing inzwischen zu gut", sagte Nübels Berater Stefan Backs zuletzt gegenüber der AZ.

2. Wie reagiert Neuer auf den Transfer? 

In der Hinrunde stand Manuel Neuer in allen Pflichtspielen im Tor der Bayern, sollte der Nübel-Deal realisiert werden, wird dies ab Sommer 2020 wohl nicht mehr der Fall sein. Die sinkenden Einsatzzeiten dürften dem Bayern-Kapitän womöglich nicht gefallen.

Neuer gilt als extrem ehrgeizig und räumt selbst bei Testspielen ungern seinen Posten. Der Nationalkeeper schloss in einem "kicker"-Interview eine Fortsetzung seiner aktiven Laufbahn selbst bis zur Heim-Europameisterschaft 2024 nicht aus. "Noch bin ich fit und von daher bereit!", sagte Neuer, der im Sommer 2024 38 Jahre alt wäre. Seinen Platz im Bayern-Tor wird Neuer demnach wohl nicht kampflos räumen.

3. Was wird jetzt aus Ulreich und Früchtl?

Mit Neuer, Sven Ulreich und Christian Früchtl stehen bereits drei Torhüter im aktuellen Bayern-Kader. Sollte Nübel im Sommer zum FC Bayern wechseln, stünde der Rekordmeister vor einem echten Luxusproblem.

Ulreich, die aktuelle Nummer zwei hinter Neuer, würde wohl eine Position nach hinten rutschen. Der 31-Jährige, dessen Vertrag im Sommer 2021 in München ausläuft, dürfte somit noch weniger Einsatzminuten als bisher sammeln. In der aktuellen Saison stand Ulreich keine einzige Minute auf dem Platz, lediglich während Neuers Verletzungen hütete der gebürtige Baden-Württemberger regelmäßig das Tor der Münchner.

Bei Früchtl, der im November seinen Vertrag bis 2022 bei den Bayern verlängerte, wird hingegen eine Leihe im Sommer immer wahrscheinlicher. "Nächste Saison soll für Christian der nächste Schritt erfolgen, weshalb eine Ausleihe geplant ist. Wir beschäftigen uns mit der 1. Liga, der Premier League & Top-Vereinen aus der 2. Liga", sagte Früchtls Berater Christian Rößner zuletzt nach der Vertragsverlängerung gegenüber "Sport 1".

Grundsätzlich möchte sich die Nummer drei des Rekordmeisters aber bei den Bayern behaupten, auch das Nübel-Thema schrecke ihn nicht ab. Aktuell kommt Früchtl in der zweiten Mannschaft des Rekordmeisters regelmäßig auf seine Einsatzzeiten, ein langfristiger Verbleib bei den "kleinen" Bayern ist aber wohl keine Option.

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