Noch mehr Bauten betroffen Häuser in Schwabing: Das Wasser steigt immer höher

Hüseyin Ince ist Redakteur im Lokalressort der Abendzeitung.
Anwohnerin Franziska von Gagern in der Tiefgarage. Heute steht das Wasser etwa 40 Zentimeter hoch. Auf dem Bild waren es "nur" 20. Foto: Sigi Müller

Noch mehr Häuser in Nordschwabing haben jetzt nasse Keller. Auch Politiker sind vor Ort.

 

Schwabing - Die Lage verschärft sich. In den letzten Tagen ist rund um die Genter Straße das Grundwasserniveau erneut deutlich angestiegen. Unter den Gullydeckeln der Straßen rauscht es so laut, als ob irgendwo tief im Inneren der Isarebene die Niagarafälle poltern.

Franziska von Gagern wohnt seit 1975 an der Genter Straße. Sie kämpft seit 2015 gegen das Wasser im Keller sowie in der Tiefgarage – und hatte bis vor fünf Jahren nie solche Probleme. Bei ihr drang das Wasser zuallererst ein. Bis Januar war sie die einzige Betroffene.

Nach den starken Regenfällen der letzten Tage sagt sie: "Früher hat der Niederschlag keine Rolle gespielt. Jetzt lässt gefühlt jeder Tropfen den Wasserstand steigen." Sogar Gagerns Keller, den sie bereits professionell mit Sperrmörtel trocken legen ließ, wird wieder nass. In der unabdichtbaren Tiefgarage steht das Wasser bei etwa 40 Zentimetern.

Etwa 15 Haushalte sind hinzugekommen

Vor zwei Wochen waren südlich der Genter Straße etwa 40 Haushalte betroffen. Nun sind erneut geschätzte 15 Haushalte hinzugekommen. Anwohner pumpen mit Baumarkt-Geräten das Wasser ab. Teilweise arbeiten sie mit Wassereimern, häufig auch mit Sandsäcken.

Die Stadt hat bislang relativ untätig zugesehen, wie die Häuser langsam absaufen. Nachdem die AZ berichtet hatte, kamen am Freitag Vertreter der Stadtratsfraktionen nach Nordschwabing, um sich ein Bild von der akuten Lage zu machen: Lars Mentrup, Klaus Peter Rupp (beide SPD), Alexander Reissl, Thomas Schmid (beide CSU), Marion Lüttig, Florian Schönemann (beide Grüne) sowie Fritz Roth (FDP) und FDP-Bayern-Chef Daniel Föst, der auch Bundestagsabgeordneter ist.

Wie bei einer Wohnungsbesichtigung gingen sie der Reihe nach in die Kellerebene von Franziska von Gagerns Haus. Mit versteinerter Mine kommen alle wieder die Treppen hoch. Einige von ihnen schütteln den Kopf.

Alle Stadträte sind überzeugt: Hier ist höhere Gewalt im Spiel. So ähnlich sieht es auch Ben Tax, Anwohner im Viertel, betroffen von eindringendem Wasser und zufällig Ex-Mitarbeiter der Münchner Stadtentwässerung. Seine Behörde war bei der Ursachenforschung in den Fokus geraten. "Das sinnvollste ist, hier Brunnen zu bauen", sagt er. Mit ihnen könne man das Grundwasserniveau sehr gut regulieren.

Die Stadträte sind sich einig. Sie wollen fraktionsübergreifend so schnell wie möglich Anträge stellen, die den Anwohnern weiterhelfen.

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