Neuer Wirt, neues Konzept Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz: Alles neu an alter Stelle

Bis Mai ist er geschlossen: der imposante Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz. Foto: Annette Baronikians

Der traditionsreiche Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz ist zugesperrt. Anfang Mai wird nach großer Renovierung wiedereröffnet - mit einem neuen Wirt. Der AZ erklärt er die Details zu Gestaltung und Preisen.

München - Die Türen sind zugesperrt, die Speisekartenkästen leer. Früher als geplant wurde der traditionsreiche Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz geschlossen – und damit einer der spektakulärsten Wirte-Wechsel in der Münchner Gastronomie-Geschichte vollzogen: Die Wiesn-Wirte-Familie Reinbold, die den Löwenbräukeller gekauft hat, zog ein. Ausgezogen ist Wiesn-Kollege Christian Schottenhamel, der die Großgaststätte acht Jahre lang als Pächter bewirtschaftet hat (und inzwischen neuer Nockherberg-Wirt ist).

Der Löwenbräukeller ist bereit zum Neuanfang

Eigentlich sollte die Übergabe erst zum 1. April mit Auslaufen des Pachtvertrags stattfinden, doch jetzt ging alles schon ein paar Tage vorher still und leise über die Bühne. Geblieben ist nur Inventar der Brauerei wie Tische und Stühle, sonst ist alles ausgeräumt und der Löwenbräukeller quasi bereit für seinen Neuanfang.

Dieser passiert unter Federführung des neuen Wirts Ludwig Reinbold (30), dem jüngeren der beiden Reinbold-Söhne, der sich bislang vor allem um das familieneigene Hotel "Drei Löwen" und um das Schützenzelt auf der Wiesn gekümmert hat. "Wir freuen uns sehr, nach langer Vorbereitungszeit jetzt richtig loslegen zu können", sagt Ludwig Reinbold der AZ beim Gespräch im Franziskaner, der ebenfalls zum Reinbold-Gastro-Imperium gehört.

Keine Frage: Der neue Löwenbräukeller-Wirt brennt für seine Aufgabe. Sein erklärtes Ziel: "Ein richtig gutes Wirtshaus mit schönem Biergarten und eine spannende Eventlocation."

Der neue Löwenbräukeller soll Tradition und Moderne vereinen

Im Biergarten, wo es künftig nur Bänke mit Rückenlehne geben wird, sind die Bagger schon zugange. "Wir tun viel, um für unsere Gäste eine Wohlfühl-Atmosphäre zu erzeugen", so Reinbold: "Dafür arbeiten wir auch mit einem Lichtdesigner zusammen." Zur Fußball-WM werden die Spiele im Biergarten zu sehen sein und zeitgleich auf drei Großleinwänden auch im Saal. Dieser wird mit neuester Licht- und Tontechnik ausgestattet, doch das bekannte Löwenbräukeller-Flair soll erhalten bleiben. "Wir wollen den Spagat zwischen Tradition und Moderne hingekommen und auf jeden Fall eine bayerische Großgaststätte für jeden sein."

Die Preise im Löwenbräukeller sollen zivil sein

In dieser wird nun erstmal die Küche vom Untergeschoss ins Erdgeschoss verlegt, damit die Gäste ihre Speisen künftig schneller und somit auch tatsächlich warm erhalten. "Wir wollen die gewohnte Qualität vom Franziskaner in den Löwenbräukeller holen", sagt Reinbold und verspricht für die zentrale Lage seines Hauses gar ungewöhnlich zivile Preise. Bayerische Klassiker wie Spanferkel und Schweinsbraten soll es künftig mit Beilagen für 9,80 Euro geben, die Halbe Bier "für unter vier Euro".

Sicher ist inzwischen, dass die Reinbolds beim angestammten Löwenbräu-Bier bleiben. "Wir versuchen mit der Brauerei gut zu verhandeln und werden den Preis an die Gäste weitergeben", so der Wirt: "Weil wir Inhaber des Löwenbräukellers sind, ist eine andere Verhandlungsbasis möglich."

Die Gäste wird’s freuen. Fest steht: In etwa fünf Wochen wird der Löwenbräukeller wiedereröffnet. Alles neu macht der Mai – zumindest am Stiglmaierplatz.

 

4 Kommentare

Kommentieren

  1. null