Nockherberg: Christian Schottenhammel wird neuer Wirt auf dem Nockherberg

Wirt Peter Pongratz geht nach 27 Jahren vom Nockherberg und sein Nachfolger steht jetzt fest – zum Ärger der Paulaner-Wirte.
| Annette Baronikians
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Peter Pongratz geht – Christian Schottenhamel (rechts) kommt: Das Wirte-Rennen um den Nockhernerg ist entschieden.
Imago/dpa/AZ-Archiv Peter Pongratz geht – Christian Schottenhamel (rechts) kommt: Das Wirte-Rennen um den Nockhernerg ist entschieden.

München - Das Wirte-Karussell hat sich ausgedreht. Der Nachfolger auf dem Nockherberg steht fest: Nach AZ-Informationen soll Wiesn-Wirt Christian Schottenhamel, der auch die Menterschwaige und den Löwenbräukeller betreibt, neuer Wirt auf Münchens Bierberg werden.

Bei einer Veranstaltung in München sprach ein Familienmitglied bereits freudig über die Neuerungen hoch droben auf dem Nockherberg. Die Unterschrift auf dem Pachtvertrag gibt es aber noch nicht. Der Zuschlag soll feststehen, verhandelt werde jetzt nur noch über die genauen Modalitäten.

Bevor die Tinte auf dem Vertrag getrocknet ist, will Christian Schottenhamel freilich nichts konkret bestätigen. Er sagte der AZ am Freitag lediglich: „Wir sind immer noch in Verhandlungen.“ Wie berichtet, verlässt der langjährige Nockherberg-Wirt Peter Pongratz die berühmte Großgaststätte nach 27 Jahren Ende April 2017. Kaum war die Nachricht durchgesickert, starteten bereits die Spekulationen um die Nachfolge.

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Im Wirrwarr der Spekulationen

Chef auf dem Nockherberg ist und bleibt natürlich erstmal die Paulaner-Brauerei (und die Schörghuber-Gruppe, zu der Paulaner gehört). Doch wer wird neuer Pächter, neuer Wirt? Im Wirrwarr der Spekulationen tauchte bald auch der Name Schottenhamel auf, der jetzt tatsächlich Pongratz-Nachfolger werden soll.

Bekräftigt wird das durch die Aktivitäten eines anderen Münchner Großgastronomen. Wie die AZ aus Insider-Kreisen erfahren hat, soll Schottenhamels Wiesn-Wirte-Kollege, Franzikaner-Wirt Edi Reinbold (Schützenzelt), mit seinem Team bereits an der neuen Speisekarte für den Löwenbräukeller arbeiten.

Wie hängt das zusammen? Überraschenderweise kaufte Edi Reinbold den Löwenbräukeller, den Schottenhamel in den letzten sieben Jahren erfolgreich von einem etwas verstaubten Wirtshaus zur beliebten Eventlocation gemacht hat. Wenn Schottenhamels Pachtvertrag kommendes Jahr ausläuft, will Reinbold den Löwenbräukeller mit seinen zwei Söhnen selbst führen. Mit dem Nockherberg hätte Christian Schottenhamel nun also ein neues imposantes Gastro-Großobjekt.

Einen Schönheitsfehler hat das Ganze aber, zumindest in den Augen vieler Münchner Wirte. In der Szene macht sich Unmut breit. Vor allem viele Paulaner-Wirte sind angesäuert. Der Grund: Sie fühlen sich von der Brauerei bei der Suche nach einem neuen Pächter für den heiß begehrten Nockherberg übergangen. Nicht zuletzt ist Schottenhamel (zumindest bisher) ein Spaten-Löwenbräu-Wirt, also quasi von der Brauerei-Konkurrenz.

Lesen Sie hier: Nockherberg - Wer wird Wirt?

Wirte: Schottenhamel als geeigneter Nachfolger

Was seine Münchner Wirte-Kolleginnen und -Kollegen verstimmt, ist indes nicht die Personalie Christian Schottenhamel. Die AZ sprach mit vielen Wirten. Ein böses Wort fiel nirgends. Vielmehr wird von Schottenhamel als gutem, erfahrenen Wirt gesprochen, der sich auch engagiere, beispielsweise als Vize-Kreisvorsitzender im Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband. Dass er ein geeigneter Wirt für den Nockherberg sei, bezweifelt auch niemand.

Verärgert sind die Wirte über die Art und Weise der Suche nach einem neuen Pächter für den Bierberg. Da Schottenhamel Löwenbräu- und Spaten-Bier ausschenkt, sind es vor allem die Paulaner-Wirte, die sauer und enttäuscht zugleich sind. „Das lief ohne eine Einbindung der bewährten Paulaner-Wirte“, sagt ein Münchner Gastwirt, der wie all seine Kollegen hinter den Kulissen offen mit der AZ sprach, seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen will. Zu groß ist erklärtermaßen die Sorge vor Ärger mit der Brauerei, „die halt am längeren Hebel sitzt als wir Wirte“.

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Diese beklagen vielfach, dass es für den begehrten „Paulaner am Nockherberg“ mitsamt Biergarten und all den Neuerungen, die nach einem großangelegten Umbau folgen sollen, keine Ausschreibung gab.

Beim traditionsreichen Donisl am Marienplatz, der ebenfalls ein Renommier-Betrieb der Paulaner-Brauerei ist, verlief es jedenfalls ganz anders. Als hier ein Pächterwechsel und Großumbau anstand, sagte Paulaner-/Hacker-Pschorr-Chef Andreas Steinfatt bei der Präsentation der Pläne für die aufwendige Sanierung: „Dieses Objekt weckt natürlich Begehrlichkeiten. Immer wieder sprechen Wirte bei uns vor. Es wird aber eine Ausschreibung geben.“

Gesagt, getan: Gegen mehr als 70 Bewerber setzten sich schließlich Karlheinz und Birgt Reindl als neue Donisl-Pächter durch. „Wieso wurde das nicht auch beim Nockherberg gemacht?“ Das fragen sich derzeit viele Wirte.

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