Neuer Co-Trainer FC Bayern: Warum Hansi Flick der Schlüsseltransfer von Niko Kovac ist

, aktualisiert am 25.06.2019 - 09:37 Uhr
Unterstützt ab der kommenden Saison Niko Kovac beim FC Bayern: Hansi Flick. Foto: imago/DeFodi

Hansi Flick soll Bayern-Coach Niko Kovac als Assistent unterstützen. Er könnte die Aufgabe übernehmen, zwischen Team und Trainer zu moderieren. Thon: "Er wird mit seiner Erfahrung eine sehr gute Unterstützung sein."

 

München - Die Transferbemühungen beim FC Bayern in diesem Sommer stocken derzeit, nach aktuellem Stand würde der Klub zur kommenden Saison mehr Spieler abgeben als neu dazu bekommen.

Und so könnte sich eine Neuverpflichtung als Schlüsselfigur erweisen, deren Position für gemeinhin in der Öffentlichkeit nicht die größte Bedeutung beigemessen wird: Hansi Flick (54). Der frühere Co-Trainer der Nationalmannschaft wird neuer Assistent von Niko Kovac beim FC Bayern, das bestätigte Präsident Uli Hoeneß am Sonntagabend am Rande des Basketball-Finals der Bayern gegen Alba Berlin.

Die Verpflichtung von Flick, der auf den scheidenden Peter Hermann folgt, sei "der ausdrückliche Wunsch" von Kovac gewesen, so Hoeneß.

Hansi Flick als Schattenmann

Nach dem Abgang von Kovac-Kritiker Mats Hummels zu Borussia Dortmund dürfte der Trainer durch die Verpflichtung von Flick weiter gestärkt werden. Der frühere Sportdirektor des DFB (2014-2017) gilt als fachlich kompetent, äußerst loyal und hat zudem selbst keine Ambitionen, den Chefposten zu übernehmen. Flick sieht sich eher als Schattenmann, der im Hintergrund arbeitet.

"Er war immer ein Mannschaftsspieler, ein Teamplayer", sagte Ex-Nationalspieler Olaf Thon, der von 1988 bis 1990 mit Flick beim FC Bayern spielte, der AZ, "diese Qualitäten hat er auch als Co-Trainer von Joachim Löw bei der Nationalmannschaft eingebracht, wo er sehr gut und diplomatisch an der Seite des Cheftrainers gearbeitet hat. Er wird mit seiner Erfahrung eine sehr gute Unterstützung für Niko Kovac sein." 

Hoeneß: "Brauchen einen Mann, der integriert"

Die Verpflichtung Flicks sei "eine sehr gute Idee des FC Bayern". Eine wichtige Funktion, die Flick in München erfüllen könnte, ist die Moderation von etwaigen Konflikten zwischen Trainer und Mannschaft, das Verhältnis zwischen Kovac und Teilen des Teams galt im vergangenen Jahr als angespannt.

Flick kennt Führungsspieler wie Kapitän Manuel Neuer und Thomas Müller noch aus der Nationalmannschaft, gilt als sehr gut vernetzt und als integrierende Kraft. "Wir brauchen einen Mann, der integriert", sagte Hoeneß.

Schnittstelle zum Jugendbereich

"Flicks Aufgabe wird sein, sich um die Probleme der einzelnen Spieler zu kümmern, so dass der Cheftrainer sich nicht mit jeder Kleinigkeit beschäftigen muss, sondern dass vieles vorher abgefangen wird", erklärt Thon: "Solche Personen im Hintergrund machen ein Team erst rund." Flick soll außerdem wohl eine Schnittstelle zum Jugendbereich sein.

Kovac und Flick kennen sich seit 2006. Damals ließ der Kroate seine Karriere bei Red Bull Salzburg ausklingen, Flick arbeitete im Trainerstab von Chefcoach Giovanni Trapattoni. Auch als Flick nach wenigen Wochen Salzburg in Richtung DFB-Team verließ, wo er an der Seite von Löw 2014 Weltmeister wurde, riss der Kontakt nicht ab.

Bierhoff: "Kluger Schritt"

In Kovacs Zeit als Trainer der kroatischen Nationalmannschaft (2013-2015) trafen beide gelegentlich bei Lehrgängen aufeinander. Kovac soll sich in den vergangenen Wochen mit Flick getroffen haben, um über dessen Rolle beim FC Bayern und über die Struktur des Kaders zu sprechen.

Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff sieht die Verpflichtung Flicks als klugen Schachzug des FC Bayern. "Das ist ein sehr kluger Schritt, dass sie Hansi verpflichten, weil er eine hohe sportliche Kompetenz hat, einen tollen Charakter hat und jemand ist, der unglaublich viel für das Team gibt", sagte er. "Ich freue mich riesig für ihn. Niko Kovac wird einen absolut kompetenten, loyalen Co-Trainer bei sich haben." Einen, der sich für Kovac und den FC Bayern noch als Schlüsselfigur erweisen könnte.     

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