Nachfolger von Rummenigge Comeback beim FC Bayern? Kahn zögert noch ein bisschen

Oliver Kahn kann sich ein Comeback beim FC Bayern vorstellen, zögert aber noch. Foto: imago/Sven Simon

Die Rückkehr des Ex-Torhüters zum FC Bayern wird immer konkreter. Ab 2020 will Rummenigge ihn als Vorstandsvorsitzenden einarbeiten. "Es ist auch eine emotionale Entscheidung".

 

München - Als Oliver Kahn die Bühne betrat, war es fast wie früher. Ein Teil des Publikums im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF beklatschte den ehemaligen Torwart-Titanen, manch einer stieß Jubelrufe aus, darunter mischten sich ein paar Pfiffe. Kahn polarisiert eben – vor allem seit seiner 14 Jahre dauernden Karriere als Torhüter beim FC Bayern. Und genau dorthin zieht es den 49-Jährigen wieder.

Kahn will zum FC Bayern

"So, wie das im Moment ausschaut, geht das in die richtige Richtung. Und jetzt muss man halt schauen, wenn es konkreter wird", sagte Kahn zu den Plänen, Anfang 2020 an die Säbener Straße zurückzukehren und nach einem Jahr Lehrzeit das Amt des Vorstandsvorsitzenden von Karl-Heinz Rummenigge zu übernehmen. "Es finden weitere Gespräche statt, Dinge werden Stück für Stück konkretisiert. Man muss ganz in Ruhe abwarten", meinte Kahn. Doch seit diesem Samstagabend ist klar: Kahn will zu Bayern, Bayern will Kahn.

Auch, weil er bei Rummenigge (63) und Präsident Uli Hoeneß (67) allerhöchste Wertschätzung genießt. Hoeneß hatte Kahn kürzlich als "Wunschkandidaten" für die Rummenigge-Nachfolge bezeichnet. "Er hat Ahnung vom Fußball. Er hat sich auf dem zweiten Bildungsweg mit den Finanzen und der Wirtschaft befasst. Warum sollte er das nicht schaffen?", sagte Rummenigge, dessen Vertrag als Vorstandsvorsitzender Ende 2021 ausläuft, über seinen designierten Nachfolger. "Ich glaube, wenn Oli sich dazu entschließt und der Aufsichtsrat das auch beschließt, dass es dann die richtige Entscheidung wäre, dass er ein Jahr vorher kommt, um sich einzuarbeiten."

Probezeit im Bayern-Vorstand

Eine Idee, die auch bei Kahn selbst Anklang findet – schließlich sei es seine gewesen: "Das ist keine Position, die man von heute auf morgen einfach bekleiden kann, sagen kann: ,Servus, hier bin ich, wo ist mein Schreibtisch – und jetzt fange ich an!’ Es ist sinnvoll, dass man in so eine Position Stück für Stück reinwächst. Es ist auch absolut für mich super, dass Karl-Heinz nochmal verlängert hat. Es gibt ja nichts Besseres, als wenn man Stück für Stück in so einen Verein hineinwächst und von jemandem lernen kann, der diese Aufgabe viele Jahre macht."

Als Praktikum möchte er das Ganze aber dann lieber nicht verstanden wissen: "Bei dem Wort Praktikum wäre ich jetzt ein bisschen vorsichtig."

In jedem Fall wäre die Rückkehr eine Herzensangelegenheit: "Ich habe 14 Jahre für den FC Bayern München gespielt und wahnsinnig viel erlebt mit diesem Verein. Ich habe dem Verein eine Menge zu verdanken. Das ist keine einfache Kopf-, sondern eine emotionale Entscheidung", sagte Kahn, der vor einem Einstieg beim FC Bayern noch seine Tätigkeiten als Unternehmer regeln müsste, zudem arbeitet er ja bislang als Fußball-Experte für das ZDF. "Ich kann nicht Hals über Kopf sagen: ,Hier bin ich jetzt weg und fange bei Bayern München an", meinte Kahn. Doch seine grundsätzliche Bereitschaft ist vorhanden. Es gebe "nichts Besseres", sagte er, als vom erfahrenen Rummenigge zu lernen, seit 2002 Vorstandsboss bei den Bayern.

Rummenigge: "Du brauchst Erfahrung"

Hoeneß und Rummenigge, die vergangene Woche das 119-jährige Bestehen des Vereins feiern konnten, haben den FC Bayern in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Konzern mit über 700 Millionen Euro Umsatz umgebaut: "Das ist ein großer Betrieb geworden, kein Fußballverein mehr, das ist ein Riesenrad, das beim FC Bayern mittlerweile gedreht wird – und da brauchst du Einarbeitungszeit", sagte Rummenigge.

Doch Kahn dürfe sich glücklich schätzen: "Vorstandsvorsitzender bei Bayern München zu werden ist das Beste, was dir im deutschen Profifußball passieren kann." Das dürfte der Adressat ähnlich sehen.

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