Münchner Immobilienmarktbericht 2018 Wohnungen mieten und kaufen: So teuer ist Ihr Viertel

Schön, dieser Blick vom Landtag aus auf die Skyline von München. Gerade in der Innenstadt sind Wohnungen begehrt, bei Mietern und Käufern – es wird immer schwerer, dort fündig zu werden. Das treibt die eh schon happigen Preise leider weiter in die Höhe. Foto: Andreas Gebert/dpa

Im Lehel und rund um die Wiesn sind kaum noch Wohnungen erhältlich. Eigentümer vermieten lieber teuer. Wie hoch sind die Preise in den Vierteln? Und wo gibt es überhaupt noch freien Wohnraum?

 

München - Es kann doch nicht immer noch viel teurer werden, in München eine Wohnung zu mieten? Oder eine zu kaufen? Doch. Kann es.

Wenn auch nicht mehr in dem rasanten Tempo wie noch vor zwei Jahren. Um "nur" noch 3,5 Prozent sind die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen 2017 angestiegen (fast ein Klacks verglichen mit den plus 13 Prozent noch 2016). Abgesehen von Topwohnungen im Glockenbachviertel oder in Altschwabing, wo die Kaufpreise auch mal um 20 oder 25 Prozent hochgeklettert sind.

Investoren: Lieber vermieten als verkaufen

Die Mieten (netto, kalt) liegen je nach dem Standort und Baujahr der Wohnung aktuell im Schnitt zwischen 13 und 25 Euro pro Quadratmeter. Was zur Folge hat, dass große Investoren viele Wohnungen neuerdings lieber vermieten als verkaufen. So jedenfalls beschreiben es die Marktbeobachter von Aigner Immobilien für ihren neuen "Münchner Immobilienmarktbericht 2018".

Wie unterschiedlich die Kauf- und Mietpreise in den Münchner Vierteln sind, haben die Immobilienexperten ganz aktuell für die ersten fünf Monate dieses Jahres (Januar bis Mai 2018) unter die Lupe genommen. In diesem Zeitraum sind auf Internetportalen und in Printmedien um die 8.000 Wohnungen in München zum Verkauf angeboten worden (was privat und ohne öffentliche Werbung verkauft wurde, ist hier nicht erfasst). Zu mieten gab es mit rund 15.600 Wohnungen etwa doppelt so viele. Nicht erfasst in der Auflistung sind städtische, Sozial- oder Genossenschaftswohnungen. (Lesen Sie auch: SPD - Genossenschaften nach Freiham bringen)

Spannend ist dabei nicht nur, die Durchschnitts- und Top-Preise in den Vierteln zu vergleichen (die stark variieren je nach Lage, Baujahr, Stockwerk, Ausrichtung, Ausstattung und Co). Spannend ist auch zu sehen, wo es überhaupt noch irgendetwas zu kaufen oder zu mieten gibt.

Im Lehel und um die Theresienhöhe geht gar nichts

Nehmen wir mal die Kaufobjekte: In der ersten untenstehenden Tabelle ist unter "Neubauwohnungen" zu sehen, dass es in diesem Jahr im Lehel und rund um die Theresienhöhe überhaupt keine Neubauwohnung zu kaufen gab, in der Altstadt gerade mal fünf (und die auch nur zu Superluxuspreisen). In der engen Innenstadt ist halt auch wenig Platz für Neubauten. Eher fündig wird man an den Stadträndern in Pasing, Perlach oder Trudering. Bei den älteren Bestandswohnungen ist mehr zu finden: in Schwabing, Milbertshofen und Bogenhausen, zum Beispiel.

Rund 5.700 Bestands- und 2.200 Neubauwohnungen sind von Januar bis Mai 2018 in München offiziell zum Kauf angeboten worden, so listet es der "Münchner Immobilien Marktbericht" von Aigner Immobilien auf. In welchen Stadtteilen gab es mehr, in welchen gar nichts zu kaufen? Wie hoch sind jeweils die Durchschnitts- und Spitzenpreise?
Rund 5.700 Bestands- und 2.200 Neubauwohnungen sind von Januar bis Mai 2018 in München offiziell zum Kauf angeboten worden, so listet es der "Münchner Immobilien Marktbericht" von Aigner Immobilien auf. In welchen Stadtteilen gab es mehr, in welchen gar nichts zu kaufen? Wie hoch sind jeweils die Durchschnitts- und Spitzenpreise? (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken) Quelle: Aigner Immobilien Research 2018

Auch eine Mietwohnung zu finden, ist zentral sehr schwer geworden – zumal bei Neubauten (siehe die zweite Tabelle): Nur zwei neue Mietwohnungen sind heuer im Lehel angeboten worden und zwölf in der Altstadt – zum irrwitzigen Preis von bis zu 41 Euro pro Quadratmeter. "Solche Preise werden oft bei möblierten Topwohnungen auf Zeit aufgerufen", erklärt Geschäftsführer Thomas Aigner. 159 Neubau-Mietwohnungen gab es in Schwabing (auch dank der "Parkstadt Schwabing").

Zu mieten gab es zwischen Januar und Mai 2018 im Stadtgebiet rund 15 600 Wohnungen. Allerdings, wer Neubau suchte, fand in der Innenstadt fast nichts: Gerade mal zwei im Lehel und vier rund um die Theresienhöhe. Eher fündig werden kann man wohl bei älteren Wohnungen in Schwabing, Bogenhausen und Sendling.
Zu mieten gab es zwischen Januar und Mai 2018 im Stadtgebiet rund 15.600 Wohnungen. Allerdings, wer Neubau suchte, fand in der Innenstadt fast nichts: Gerade mal zwei im Lehel und vier rund um die Theresienhöhe. Eher fündig werden kann man wohl bei älteren Wohnungen in Schwabing, Bogenhausen und Sendling. (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken) Quelle/Tabelle: Aigner Immobilien Research 2018 / Zahlen gerundet

Beim Bestand war es schon einfacher: 1.126 Wohnungen wurden in der Schwabinger Nachbarschaft frei (wie am "Schwabinger Tor") und 938 in Bogenhausen. Ein Ende der Preisspirale ist, natürlich, aber noch immer nicht in Sicht.


Kaufobjekte: *1: ausgewertet wurden alle Wohnungen, die auf Internetportalen und in Printmedien angeboten wurden. *2: unter „Bogenhausen“ sind Objekte auch aus Daglfing, Denning, Englschalking und Johanneskirchen zusammengefasst. *3: Objekte mit fehlenden Angaben zu Lage, Preis, Fläche sind nicht ausgewertet. *4: Schätzung wegen zu weniger Angebote.

Mietobjekte: *1: ausgewertet wurden alle Wohnungen, die auf Internetportalen und in Printmedien angeboten wurden. **: unter „Bogenhausen“ sind Objekte auch aus Daglfing, Denning, Englschalking und Johanneskirchen zusammengefasst. *2: Objekte mit fehlenden Angaben zu Lage, Preis, Fläche sind nicht ausgewertet. *3: Schätzwert wegen zu weniger Angebote.

 

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