München Die Wiesn ist weiblich – und wie!

Dreifache Frauen-Power am AZ-Wiesn-Stammtisch (v. l.): Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Schauspielerin Christine Neubauer und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner. Foto: Gregor Feindt

MÜNCHEN - AZ-Wiesn-Stammtisch: Starke Frauen, ein stummer Söder, ein doppelter Ministerpräsident, der späte Waldi, ein motivierter Jahrhundertkoch und seltene schwarz-gelbe Einigkeit

Es gibt nicht viele Menschen, die Markus Söder sprachlos machen. Kabarettist Wolfgang Krebs hat es beim AZ-Wiesn-Stammtisch trotzdem geschafft. Aber wie soll ein bayerischer Umweltminister auch reagieren, wenn ihm Seehofer und Stoiber in einer Person begegnen und ihm entgegenschmettern: „Hallo, hier ist ihr Ministerpräsident!“ Söder schluckte, stockte und entgegnete dem Kabarettisten, der in seinem Programm beide Regierungschefs spielt, trocken: „Welcher?“

Darüber - und über vieles anderes - unterhielten sich die beiden dann lange angeregt. Top-Thema auf der Empore vom Winzerer Fähndl: die Gesundheitsreform von FDP-Minister Rösler. „Mir geht’s gesundheitlich gut, aber der Gesundheitsreform nicht“, formulierte Söder seine Kritik. Und auch Kunst-Minister Wolfgang Heubisch war nicht im Einklang mit dem Gesetzeswerk seines Parteikollegen: „Als Arzt, FDP-Politiker und Bayer schlagen da schon drei Herzen in meiner Brust. Und Markus Söder hat ja nicht immer mit allem unrecht, was er sagt..."

Alle Mitglieder der Paulaner-Tafelrunde bekannten ihre Zuneigung zur Wiesn: Moderator Waldemar Hartmann, der vom Hippodrom zum Winzerer Fähndl vor lauter Fotowünschen von Wiesnbesuchern 40 Minuten brauchte . „Aber wenn es anders wäre, wäre das ja noch schlimmer“, scherzte er. Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann ist nach all den Jahren immer noch begeistert von der Wiesn. „Das ist einfach ein Ausnahmezustand - das treibt mich an, das motiviert mich.“ Sprach's und nahm einen Schluck aus Maßkrug, den er sich im Zelt stets mit Freundin Nicola Schnelldorfer teilt.

Uschi von Dämmrich-Luttitz unterhielt sich glänzend mit dem heimlichen Herrn der Wiesn, Wirtschaftsreferent Dieter Reiter. Daneben demonstrierte das Bundeskabinett seltene schwarz-gelbe Einigkeit: Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) schunkelte zu „Major Tom“, Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) prostete ihr „völlig losgelöst" zu. Allerdings erst, nachdem sie die bayerische Grünen-Chefin Theresa Schopper überschwänglich begrüßt hatte. Zusammen mit Christine Neubauer stellten sich die beiden Ministerinnen dem AZ-Fotografin. Die Wiesn ist halt weiblich - und wie!

Die Schauspielerin kam aus Wien von einer Probe zu ihrem neuen Film – weil der Flieger Verspätung hatte, zog sie sich kurzerhand im Käfer-Wohnwagen um. Als sie die Justizministerin erblickte bekannte Neubauer sich zu ihrer Polit-Vergangenheit – auf dem Nockherberg hat sie das Schnarrenberger-Double.

Das Original nutzte den AZ-Abend gleich, um Differenzen mit Markus Söder auszuräumen. Sie sprach darüber, dass es wohl nicht sein könne, dass sie bei der Gesundheitspoltik als einzige bayerische Positionen im Bundeskabinett beziehe. Er signalisierte Gesprächsbereitsschaft - da war Markus Söder wieder ganz der Alte.

bö, mak, mue, tha,zo

 

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