Löwen-Torjäger ist unzufrieden Steht Adriano Grimaldi beim TSV 1860 vor dem Absprung?

, aktualisiert am 04.01.2019 - 09:19 Uhr
Gesprächsbedarf: Adriano Grimaldi (li.) und Trainer Daniel Bierofka vom TSV 1860. Foto: imago/Sven Simon

Adriano Grimaldi hat die Löwen-Bosse informiert, dass er mit der Situation beim TSV 1860 nicht zufrieden ist – sogar ein Wechsel im Winter ist nicht ausgeschlossen.

München - Adriano Grimaldi spricht gerne davon, dass er den Anderen von seinen Vorstellungen erzähle. Und dann schaue er sich an, ob die Vorstellungen der Anderen mit den eigenen zusammenpassen.

Nicht umgekehrt. Strikt, direkt, unumwunden - so, wie er es auch gerade mit dem TSV 1860 macht. Denn: Nach AZ-Informationen steht Grimaldi bei Sechzig schon wieder vor dem Absprung. Nach nur einem halben Jahr. Die Verantwortlichen der Löwen wurden informiert, dass vieles in Giesing nicht so laufe, wie es sich der Stürmer selber vorstelle - und der 27-Jährige deswegen auch stark über einen Wechsel noch in diesem Januar nachdenke.

Adriano Grimaldi beklagt mangelnde Kommunikation

Genauer gesagt soll sich Grimaldi über mangelnde Kommunikation bei den Sechzgern beschweren. Die Spieler wüssten - seiner Meinung nach - nicht, woran sie unter Trainer Daniel Bierofka seien. Auch, weil dieser wegen seines Fußballlehrer-Lehrgangs meist erst ab Mitte der Woche an der Grünwalder Straße sei. "Es ist schwer zu beurteilen, weil er erstmal nicht da ist", meinte der Stürmer beispielsweise Ende Oktober auf einer Presserunde zur Arbeit seines Trainers: "Bierofka ist halt nicht oft da. Das hatte ich noch nie so, dass ich den Trainer ab Donnerstag erst sehe und dann wird zusammengearbeitet und ab Samstag oder Sonntag ist er wieder weg." (Lesen Sie auch: Adriano Grimaldi bemängelt: "Daniel Bierofka ist halt nicht oft da")

Ein Beispiel: Einmal sei Bierofka erst am Donnerstag in die Vorbereitung auf ein Spiel eingestiegen, habe dem Angreifer dann aber direkt mitgeteilt, dass er am Spieltag nur auf der Bank sitzen werde. Das ist sicher schwer nachvollziehbar für einen Spieler. Wie die AZ weiter erfuhr, soll der robuste Stürmer für seine öffentliche Kritik einen unmissverständlichen Rüffel bekommen haben.

Gespräch mit Löwen-Boss Michael Scharold

Kurz vor Weihnachten gab es dann ein vermeintlich klärendes Gespräch mit Löwen-Boss Michael Scharold. Doch letztlich blieb vieles ungeklärt. Die Spannungen, sie sind nicht ausgeräumt. Grimaldi erwartet nun, dass Sechzig einen Schritt auf ihn zu mache. Grimaldis Ärger dürfte vor allem aber mit seinen jüngsten Einsätzen (oder dem Mangel an diesen) zusammenhängen. So durfte der 27-Jährige in den vergangenen vier Spielen nur ein Mal von Beginn an ran. Bierofka baute statt seiner verstärkt auf Routinier Sascha Mölders. Obwohl der 33-Jährige in dieser Saison in 20 Spielen erst drei Treffer erzielt hat, seine beiden letzten am 28. Oktober. Doch auch Grimaldis Formkurve zeigte nach dem furiosen Saison-Auftakt zuletzt nach unten.

Droht nun ausgerechnet zum Start in die Vorbereitung Stunk? Die Situation stellt sich nach AZ-Informationen noch verzwickt dar. Gleich mehrere Spieler sollen unzufrieden sein, sich fragen, warum Bierofka mehrere von ihnen in der jüngeren Vergangenheit öffentlich "rasiert" habe.

Zieht Adriano Grimaldi Konsequenzen?

Ein weiterer Kritikpunkt: Sechzig stagniere, nicht nur nach Ergebnissen, sondern auch in der spielerischen Entwicklung - und das, obwohl der Etat sicher nicht im Tabellenkeller zu finden ist. Sechzig-Chef Michael Scharold hatte aber bereits angekündigt, mangels großer Einnahmealternativen am Kader sparen zu müssen - mögliche Spielerverkäufe inbegriffen.

Grimaldi könnte ein Spieler sein, der Konsequenzen zieht. Von sich aus. Dem Vernehmen nach soll ein Transfer innerhalb der Dritten Liga oder aber ins Ausland für ihn vorstellbar sein. Wenn Sechzig und er sich in ihren Vorstellungen nicht bald annähern.

Lesen Sie hier: Signal an Dritte Liga - Löwen-Gegner schmeißt seinen Trainer raus

 

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