Signal an Dritte Liga: Löwen-Gegner Hansa Rostock entlässt Trainer und Sportvorstand

Hansa Rostock trennt sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Pavel Dotchev und Sportvorstand Markus Thiele. Der Grund dürfte auch den TSV 1860 beschäftigen.
| SID/AZ
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Nicht mehr Trainer von Hansa Rostock: Pavel Dotchev (vorne), im Hintergrund Löwen-Coach Daniel Bierofka.
imago/MIS Nicht mehr Trainer von Hansa Rostock: Pavel Dotchev (vorne), im Hintergrund Löwen-Coach Daniel Bierofka.

München/Rostock - Und schon wieder muss ein Trainer in der Dritten Liga gehen.

Fußball-Drittligist Hansa Rostock soll sich laut übereinstimmenden Medienberichten mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer Pavel Dotschew getrennt haben. Auch Manager Markus Thiele musste offenbar seinen Posten räumen. Der Verein wollte sich auf Anfrage zunächst nicht dazu äußern.

Hansa Rostock will in die Zweite Liga

Zum Jahresende hatte Thiele Trainer Dotschew am Telefon mitgeteilt, dass sein im Sommer 2019 auslaufender Vertrag nicht mehr verlängert werde. "Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber überrascht hat mich das nicht", hatte der 53 Jahre alte Dotschew daraufhin dem "Sportbuzzer" gesagt. Nun soll es offenbar zur vorgezogenen Trennung gekommen sein - von beiden.

Unter Dotschew konnte Hansa in der laufenden Saison die sportlichen Erwartungen nicht erfüllen. Die Mecklenburger wollten aufsteigen, stehen nach dem 20. Spieltag aber nur auf Rang acht. Dotschew war im Mai 2017 nach Rostock gekommen und hatte Hansa in der Vorsaison auf Rang sechs geführt.

Nicht mehr Trainer von Hansa Rostock: Pavel Dotchev (vorne), im Hintergrund Löwen-Coach Daniel Bierofka.
Nicht mehr Trainer von Hansa Rostock: Pavel Dotchev (vorne), im Hintergrund Löwen-Coach Daniel Bierofka. © imago/MIS

Dass die Hanseaten nun trotz Tabellenplatz acht so drastisch handeln, dürfte indes auch die Konkurrenten beim TSV 1860 und bei der SpVgg Unterhaching beschäftigen. Die Dritte Liga gilt für die Klubs unisono als wirtschaftiches Risiko, es ist ein offenes Geheimnis, dass die Konrahenten allesamt am liebsten wieder aus der Spielklasse raus wollen. Am besten natürlich mit einem Aufstieg in die Zweite Liga.

TSV 1860 und Haching hadern mit Dritter Liga

Unter anderem hatten 1860-Präsident Robert und Reisinger und Haching-Boss Manfred "Manni" Schwabl im Interview mit der AZ erklärt, dass ein Drittligist vor allem viel weniger Fernsehgelder erhält. "In der Dritten Liga gibt es unter eine Million Euro. Der Schnitt in der Zweiten Liga liegt ungefähr bei zehn Millionen. Wir reden also von einem Zehntel!", sagte Schwabl seinerzeit. "Das ist ein Systemfehler! Und trotzdem werden in der Dritten Liga hohe Anforderungen an die Klubs gestellt."

Hachings Trainer Claus Schromm hatte im Gespräch mit der AZ scharf kritisiert: "Man muss sich zusammen die Frage stellen: Wollen wir diese 3. Liga wirklich? Es braucht die Voraussetzungen zum Überleben. Sonst muss ein Verein ins Risiko gehen." Und auch Löwen-Boss Michael Scharold macht kein Geheimnis daraus, dass er die Dritte Liga für völlig unrentabel hält.

Rostock sendet mit der Trainerentlassung trotz einstelligem Tabellenplatz ein wohl unmissverständliches Signal. Und zwar, dass der einstige Bundesligist unbedingt aufsteigen muss.

Lesen Sie hier: Gorenzel schlägt

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