Löwen kämpfen um Aufstieg Warum der TSV 1860 unbedingt aufsteigen muss

War einst neun Jahre lang selbst Profi des TSV 1860: Daniel Bierofka. Foto: imago/MIS

Es wird ernst: Der TSV 1860 zeigt gegen den FC Bayern II ein erschreckend schwaches Derby. Und soll so die Relegation gewinnen? Der Aufstieg im nächsten Jahr wäre viel schwieriger. Eine Einordnung.

 

München - Er rüstet auf. Der große FC Bayern. Nein, diesmal geht es nicht um die Startruppe rund um Thomas Müller und Robert Lewandowski. Sondern um die Amateure, die ja eigentlich keine Amateure sind.

FC Bayern II in Rückrundentabelle Erster

3:1 haben sie den TSV 1860 am vergangenen Spieltag der Regionalliga Bayern gedemütigt, nach dem Hinspiel (1:0) beide Derbysiege dieser Saison geholt. Damit ist der FC Bayern II auch die beste Rückrundenmannschaft, belegt in der Rückrundentabelle also Platz eins.

Vor Sechzig. Vor dem designierten Meister, der an diesem Samstag am vorletzten Spieltag beim FC Pipinsried ran muss (17 Uhr/im AZ-Liveticker). Die Giesinger werden in die Aufstiegsrunde Ende Mai einziehen, daran zweifelt quasi niemand. Aber: Die Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken (wahrscheinlich 24. und 27. Mai) sollten die Sechzger dann auch besser gewinnen - aus drei Gründen:

Wriedt, Pantovic, Evina - kleine Bayern richtig groß

1. Grund: Die Pleite gegen die Bayern zeigte, wie gut die "Roten" wirklich sind. Milos Pantovic, Kwasi Wriedt, Patrick Evina, Raphael Obermair - die Offensive ist jung, torgefährlich und schlichtweg richtig gut. Wriedts Weg, einst für 500.000 Euro vom VfL Osnabrück verpflichtet, zu den Profis der Bayern dürfte dicht sein. Sein Weg zurück in den Profifußball führt damit nur über einen Aufstieg in die Dritte Liga.

FC Bayern rüstet auf - mit Mehmet Scholl?

2. Grund: Dass es für den FC Bayern II in diese zurückgehen soll, beweist auch das offensichtlich hartnäckige Werben um eine Rückkehr von Europameister und Ex-Profi Mehmet Scholl, der die "kleinen Bayern" bereits in den Spielzeiten 2009/10 und 2012/13 betreut hatte.

Scholl kostet ordentlich Geld. Und der 47-Jährige ist sicher ein Beleg dafür, dass die Vereinsbosse mehr Geld für die zweite Mannschaft freimachen wollen. In München gilt es als offenes Geheimnis, dass Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge ihre Reserve lieber heute als morgen in der Dritten Liga sehen würden, um Talente besser zu fördern - und besser anwerben zu können.

Nicht zuletzt hatten im Februar sowohl Rummenigge als auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic Sechzig den Kampf um die Meisterschaft noch in dieser Saison erklärt ,- was mangels Siegen im frühen Frühjahr schnell wieder beiseite geschoben werden musste. Der nächste Anlauf erfolgt in der Saison 2018/19. Wenn die Löwen ebenfalls noch Regionalliga Bayern spielen?

Nächstes Jahr wieder eine Relegation um Dritte Liga

3. Grund: Am vergangenen Freitag wurde nicht nur gelost, dass die Löwen - sobald Meister - in der Relegation gegen Saarbrücken spielen. Sondern auch, dass am Ende der kommenden Saison der Meister der Regionalliga Bayern wieder in die Aufstiegsrunde muss.

Zur Erklärung: Ab der Spielzeit 2018/19 greift das Reförmchen des Deutschen Fußball Bundes (DFB) und seiner Mitgliedsverbände. Demnach steigen aus den fünf Regionalligen drei Meister direkt auf, zwei Meister wiederum müssen den vierten Aufstiegsplatz in die Dritte Liga ausspielen.

Und hier traf es ausgerechnet eben wieder die Regionalliga Bayern, deren Meister dann gegen den Meister der Regionalliga Nord bestehen muss.Für Sechzig stünden im Falle einer Titelverteidigung dann wieder bange Wochen an.

Das alles sind Gründe, warum der TSV 1860 besser Ende dieses Monats aufsteigen sollte. Wohl aufsteigen muss.

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