Löwen-Angreifer im AZ-Interview Stefan Lex: "Für den TSV 1860 wünsche ich mir die Bundesliga"

Angreifer des TSV 1860: Stefan Lex Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der Offensivmann spricht im AZ-Interview über den Start in die Rückrunde, Schafkopfen mit Thomas Müller und seine Ziele bei den Löwen. "Ich würde gerne bleiben und mehr erreichen", sagt er.

 

Stefan Lex (30) kam 2018 von Ingolstadt zum TSV 1860, seinem Lieblingsklub.

AZ: Herr Lex, der erste "Spieltag" nach der Winterpause hat für Sie schon stattgefunden: Wie war’s bei Michael Leopolds Charity-Schafkopfturnier?
STEFAN LEX: Die Löwen haben ja dreisterweise so getan, als hätten wir alle keine Top-Platzierung erreicht. Dabei bin ich Zehnter geworden. Es waren zwar viele Sauspiele und bloß drei Solos, aber immerhin! Masch, Zier und Böhni (Marius Willsch, Markus Ziereis und Kristian Böhnlein, d. Red.) haben ziemlich versagt (lacht).

Bayern-Star Thomas Müller hat das Preisgeld von 60.000 Euro um tausend Euro erhöht, weil ihn die Summe zu sehr an die Sechzger erinnerte.
Das haben wir leider nicht gleich mitbekommen, sonst hätten wir unsere Spende wieder zurückgezogen. Nein, Schmarrn: Es war ein super schönes Event, wir haben alle sehr gerne für eine gute Sache gekartelt – da kann man sowas dem Thomas Müller als Blauer schon mal durchgehen lassen, wenn dadurch mehr zusammenkommt.

Lex-Appell: Sascha Mölders darf nicht aufhören

Sie gelten auch bei den Löwen als Meister der Gesellschaftsspiele.
Ja, es kann schon sein, dass ich das ein oder andere Spiel daheim habe. Im Trainingslager hatte ich "Tabu" und "Just One" dabei. Wir haben am Abend in unseren Apartments öfter in größerer Runde gespielt. Bei der "verlassenen Hütte", die unser Trainer Michael Köllner mit der ganzen Mannschaft gespielt hat, habe ich fairerweise nicht mitgemacht, sonst hätte der Rest keine Chance gehabt. Ich denke, es fanden alle witzig. Junge Spieler, ältere Semester – alle haben mitgespielt und das zeigt unser top Mannschaftsklima.

Sprechen wir über das Spiel auf dem grünen Rasen: Im Test gegen eine spanische Arbeitslosenelf (5:1) haben Sie mit Sascha Mölders und Noel Niemann ganz schön gewirbelt.
Sascha tut es gut, wenn er sich nicht alleine aufreiben muss. So, wie er momentan drauf ist, darf Sascha nach der Saison normal nicht aufhören. Noel ist ein richtig guter Junge: Er spielt unbekümmert drauflos, das erinnert mich an meine eigene Anfangszeit. Wobei ich mit dem Gerücht aufräumen muss, er hätte drei Tore geschossen: Das letzte war ein Eigentor – aber er soll es ruhig haben (lacht).

Köllner sagte kürzlich, Sie würden auf Ihrer neuen Position im Zentrum "aufleben". Hat er damit recht?
Es kommt meinem Spiel entgegen, wenn ich als hängende Spitze oder als Zehner ein bisschen zentraler agieren kann. Je näher am Tor desto torgefährlicher sollte man sein. Ich bin sehr zufrieden, wie es in den letzten Spielen gelaufen ist.

Lex zur Vertragssituation: "Ich mache mich nicht verrückt"

Ihr Kontrakt könnte sich automatisch um ein Jahr verlängern. Als Löwenfan dürften Sie auch nichts gegen eine Vertragsverlängerung darüber hinaus haben, oder?
Wir sind in Gesprächen, beide Parteien würden gerne miteinander weiterarbeiten, und jetzt müssen wir zusammenfinden. Aber ich kenne das Geschäft und weiß: Wenn du plötzlich ein paar Spiele draußen bist, will vielleicht keiner mehr verlängern. Ich mache mich jetzt nicht verrückt und schaue, dass ich fit bleibe und meine Leistung bringe. Ich habe keine Abwanderungsgedanken, würde gerne bleiben und mit Sechzig mehr erreichen.

Stichwort Perspektive: Wie dankbar ist man als Spieler den Kollegen Julian Weigl und Marin Pongracic, dass sie 1860 durch ihre Weiterverkäufe nun ungeahnte finanzielle Möglichkeiten eröffnen?
Was mit dem Geld passiert, müssen andere entscheiden. Zusätzliche Einnahmen sind immer gut. Normalerweise geht das nur mit Spielerverkäufen und dann wird die Mannschaft auseinandergerissen. Wenn man nicht immer seine besten Leute abgeben muss, lässt sich etwas aufbauen. Das sieht man gerade bei Arminia Bielefeld in der Zweiten Liga: Das Team ist schon länger zusammen, jetzt gehen sie wahrscheinlich hoch. Wir haben für Drittliga-Verhältnisse schon eine gute Mannschaft. Jetzt kommen Quirin Moll, Nico Karger und Tim Rieder zurück, wir sind auch in der Breite gut aufgestellt. Wenn wir gesund bleiben und alle in eine Richtung marschieren, können wir was bewegen.

Lex: "Mit dem Knie ist alles okay"

Präsident Robert Reisinger hat kürzlich erklärt, bis 2025 ans Tor der Bundesliga anklopfen zu wollen.
Da ist noch lange hin. Am liebsten wäre ich als Spieler dabei, aber 2025 bin ich schon ganz schön alt. Mal sehen, wie lange ich fit und verletzungsfrei bleibe. Ich hoffe, dass wir in dieser Zeit den Aufstieg in die Zweite Liga in Angriff nehmen können. Für 1860 würde ich mir wünschen, dass es irgendwann mit der Bundesliga klappt – und wenn ich nur als Fan dabei bin.

Zurück in die Gegenwart: Wie gut sind Sie für den Auftakt der Rest-Rückrunde gegen Eintracht Braunschweig (Sonntag, 13 Uhr) gerüstet?
Sehr gut. Wir konnten uns in La Manga optimal vorbereiten. Ich selbst bin froh, dass ich die hohe Belastung dort gut wegstecken konnte: Mit dem Knie ist alles okay. Jetzt müssen wir schauen, dass wir gescheit aus der Winterpause kommen. Wir hatten ja vorher diese starke Phase mit sieben Spielen in Serie ohne Niederlage, die Pause kam nicht unbedingt gelegen. Braunschweig ist ein Top-Team der Liga, die stehen nicht zu Unrecht da oben und haben sich mal eben mit einem Top-Torjäger (Marvin Pourié, d. Red.) verstärkt. Aber wir wissen, dass wir mithalten können und wollen sie schlagen, um unsere Serie auszubauen.

 

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