Löw nominiert DFB-Kader Bayern-Keeper Manuel Neuer bleibt in Torwartfrage cool

Bayern-Keeper Manuel Neuer (rechts) will sich vor den nächsten Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft nicht mehr zur Konkurrenz-Situation im DFB-Team und zum Verhältnis zu Marc-André ter Stegen äußern. Foto: imago/Sven Simon

In der kommenden Woche kehrt die Nationalmannschaft auf die Bühne zurück. Spielt Bayern-Keeper Manuel Neuer gegen Argentinien? Oder Marc-André ter Stegen?

 

München - Bundestrainer Joachim Löw wird das Geheimnis wohl kaum bereits bei der Nominierung des Kaders lüften - doch den Fans brennt die Frage unter den Nägeln. Die Frage, wer im Prestige-Duell mit Argentinien die Nummer eins sein darf: Manuel Neuer oder Marc-André ter Stegen?

Die Torwartfrage rückt vor dem nächsten Länderspiel-Doppelpack der deutschen Nationalmannschaft erneut in den Mittelpunkt: Kapitän Neuer will sich vor dem Testspiel am kommenden Mittwoch in Dortmund gegen Argentinien und dem EM-Qualifikationsspiel vier Tage später in Tallinn gegen Estland zunächst nicht mehr zur Konkurrenz-Situation äußern.

Neuer: "Spiele die letzten Wochen eh schon immer gut"

Stattdessen wies Neuer vor der Bekanntgabe des Aufgebotes durch Löw am Freitag auf seine gute Verfassung hin. "Ich spiele die letzten Wochen eh schon immer gut. Ich konzentriere mich einfach auf meine Leistung", sagte der 33 Jahre alte Münchner Torhüter nach dem famosen 7:2 des FC Bayern bei Tottenham Hotspur. Neuer hatte mit einer starken Leistung in London erneut seine Topform bestätigt.

Nach den jüngsten EM-Qualifikationspartien gegen die Niederlande (2:4) und in Nordirland (2:0) mit Neuer im Tor hatte Barcelona-Keeper ter Stegen seine Unzufriedenheit über seine Rolle als Ersatzmann zum Ausdruck gebracht. Neuer wies als Reaktion deutlich auf den Teamgedanken hin. "Ich habe einmal was gesagt. Und danach habe ich mich nur auf mich, auf mein Training und meine Spiele konzentriert. Alles andere habe ich nicht zu verantworten", sagte Neuer jetzt.

Rückt Leno für verletzten Trapp als dritter DFB-Keeper nach?

Löw hatte dem 27 Jahre alten ter Stegen noch in Nordirland erneut einen Einsatz in Aussicht gestellt: "Marc haben wir zugesagt, dass er auch seine Spiele kriegt. Das wird auch so sein." Als dritten Torhüter wird der Bundestrainer für den anstehenden Spiele-Doppelpack wahrscheinlich wieder Bernd Leno vom FC Arsenal berufen. Der Frankfurter Kevin Trapp fällt wegen einer Schulterverletzung aus.

Löw-Vorgänger Jürgen Klinsmann erinnert die Torwartdebatte um Neuer und ter Stegen an die Situation vor der WM 2006. Der ehemalige Bundestrainer warnt aber vor einer Dramatisierung der Situation: "Wir versuchen gerne in unserer Kultur, ein Problem daraus zu machen. Ich sehe das nicht als Problem, sondern als Vorteil, den wir haben. Das habe ich auch damals immer wieder und wieder wiederholt, wie eine Schallplatte, dass Jens Lehmann und Oliver Kahn zwei absolute Ausnahme- und Weltklassetorhüter sind." Bei der WM spielte Lehmann.

Für Löw hat die Torwart-Frage nicht oberste Prioriät

Klinsmann empfahl, den Zweikampf Neuer kontra ter Stegen laufen zu lassen: "Ich finde das gar nicht schlecht, dass jeder seine Position einnimmt und Marc sagt, 'ich will um jeden Preis spielen, ich spiele beim FC Barcelona'. Und der Manuel sagt, 'ich bin die Nummer eins'. Dass man denen die Freiheit gibt, das zu sagen, finde ich vollkommen in Ordnung", sagte der einstige Chef von Löw.

Dieser lässt sich von der in Deutschland schon traditionellen Torhüterdiskussion ohnehin nicht schrecken. Für ihn stehen in der Prioritätenliste auf dem Weg zur EM 2020 andere Dinge weiter oben. Das DFB-Team geht zwar als Spitzenreiter (12 Punkte) in den finalen Dreikampf um zwei EM-Tickets mit den Nordiren (12) und den Niederlanden (9 Punkte, ein Spiel weniger). Doch noch fehlen der Mannschaft Stabilität und Balance. Die jungen Spieler brauchen weiter Praxis auf höchster Ebene. "Der Weg in die Spitze ist kein einfaches Unterfangen", betonte der Bundestrainer.

Neben Trapp und dem Langzeitverletzten Leroy Sané (Manchester City) stehen Löw auch Antonio Rüdiger vom FC Chelsea (Leistenverletzung), Leon Goretzka vom FC Bayern (Oberschenkelverletzung) sowie Julian Draxler und Thilo Kehrer von Paris Saint-Germain (beide Fußverletzung) nach derzeitigem Stand nicht zur Verfügung.

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