Lernen von NFL und NBA Knowhow ist alles: FC Bayern auf Studienreise

Wollen in den USA von den dortigen Profiklubs noch etwas lernen: Die Bayern-Bosse Uli Hoeneß (links) und Karl-Heinz Rummenigge. Foto: firo/Augenklick

Der FC Bayern will die internationale Vermarktung weiter vorantreiben, auf der USA-Reise tauschen sich Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß mit Klubs aus NFL und NBA aus. Hoeneß: "Schön, wenn man noch was lernen kann." 

Philadelphia - Es gibt Ranglisten, da ist selbst für den FC Bayern die Spitze außer Sichtweite. Das US-Magazin "Forbes" veröffentlichte jüngst das Ranking der wertvollsten Sportklubs der Welt – und die Bayern landeten tatsächlich nur auf Rang zwölf.

Mit einem Wert von 2,61 Milliarden Euro liegen die Münchner weit hinter Spitzenreiter Dallas Cowboys (4,13 Milliarden) aus der nordamerikanischen Football-Liga (NFL), aber eben auch deutlich hinter den europäischen Fußball-Rivalen Manchester United (3,55), Real Madrid (3,52) und FC Barcelona (3,50), die auf den Plätzen zwei, drei und vier folgen.

Hoeneß beeindruckt vom Trainingszentrum in Philadelphia

Dieser Abstand wurmt die Bayern – und deshalb wurde die internationale Vermarktung in den vergangenen Jahren mit großem Aufwand vorangetrieben. Katar, China und nun wieder die USA: Die Münchner geben bei ihrer Aufholjagd Vollgas – und sie versuchen, dabei von den Führenden zu lernen, wie gerade auf der PR-Tour in Philadelphia und Miami.

So besuchte etwa Präsident Uli Hoeneß gemeinsam mit Marko Pesic, dem Geschäftsführer des FC Bayern Basketball, die Trainingsanlage des NBA-Klubs Philadelphia 76ers. Hoeneß war schwer angetan von der hochmodernen Halle, schwärmte von der "Struktur" des Trainingszentrums und sagte: "Wenn wir mal so etwas machen würden, würden wir sicher hier nach Philadelphia kommen und uns das genauer anschauen. Es ist immer schön im Leben, wenn man noch etwas lernen kann."

Hoeneß weiß, dass sich die Bayern im internationalen Vergleich steigern können, steigern müssen, um auch zukünftig konkurrenzfähig zu sein. "Die NBA und die NFL haben nachgewiesen, dass sie in der Vermarktung und im Professionalismus wirklich sehr stark sind", sagte er. "Da kann man sich austauschen."

Basketball für Hoeneß, Football für Rummenigge 

Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge traf sich in Philadelphia mit Vertretern der NFL, unter anderem mit Don Smolenski, dem Präsidenten des amtierenden Superbowl-Champions Philadelphia Eagles. Die NFL ist insgesamt die reichste Sportliga der Welt. Unter den Top 50 der Forbes-Liste finden sich gleich 29 Football-Teams. Rummenigge verwies darauf, dass die Vermarktung und Professionalisierung in Europa auch deshalb schwerer sei als in den USA, weil es mehr Interessenkonflikte gebe – zwischen Vereinen, Verbänden und Nationalteams.

In der NFL und auch in der NBA ist es inzwischen üblich, dass Spiele der regulären Saison in Europa ausgetragen werden, um den Kontakt zu den Fans dort zu pflegen und letztlich mehr Geld einzunehmen. Rummenigge stellte klar, dass dies im Fußball allerdings kaum vorstellbar sei. "Man muss die Traditionen respektieren", sagte er. "Ich kann mir nicht vorstellen, auf Real Madrid in einem Champions-League-Spiel in New York zu treffen." 

Für Rummenigge gibt es also Grenzen bei der Vermarktung, deshalb suchen die Bayern nach anderen Wegen. Mit insgesamt sieben US-Firmen gibt es mittlerweile Kooperationen. Erst kürzlich wurde eine Partnerschaft mit dem FC Dallas geschlossen, der Nachwuchsspieler Chris Richards (18) wechselte auf Leihbasis zu den Bayern. Aus Vancouver kommt Supertalent Alphonso Davies (17) nach München.

Die Bayern setzen darauf, dass die Fußballbegeisterung in den Staaten weiter wächst. Schon jetzt ist "Soccer" bei den Jugendlichen "die Sportart Nummer 1", wie Internationalisierungs-Vorstand Jörg Wacker sagt. Davon will Bayern dank des Netzwerks vor Ort mit dem Büro in New York profitieren. Die Toptalente sollen nach München wechseln.

Südamerika im Fokus: "James ist dort sehr populär" 

In Zukunft dürfte sich der Bayern-Fokus noch mehr auf den südamerikanischen Markt richten. Auch deshalb wurde entschieden, dass Kolumbiens Superstar James Rodríguez zur zweiten Station der US-Tour nach Miami eingeflogen wird.

Miami sei "das Einstiegstor für Mittel- und Südamerika. Das ist für uns sehr interessant, weil wir uns schon seit geraumer Zeit intensiv mit Lateinamerika beschäftigen", sagte Wacker. Hoeneß räumte ein: "James ist in Florida sehr populär, das ist eine reine PR-Geschichte."

Die Bayern versuchen Vieles, um der Forbes-Liste zu klettern. Es darf ein bisschen mehr sein als Platz zwölf.

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