Konsolidierungskurs bei den Löwen In diesen Bereichen muss der TSV 1860 überall sparen

, aktualisiert am 06.03.2019 - 08:08 Uhr
"Kommende Saison geht es wirklich darum, dass wir jeden Euro umdrehen müssen", sagt Geschäftsführer Günther Gorenzel (l.) vom TSV 1860. Foto: imago/foto2press

In der kommenden Saison muss der TSV 1860 mit erheblich weniger Geld auskommen als in dieser Spielzeit. Von Kader über die Organisation bis zum NLZ: So soll der Konsolidierungskurs gelingen.

München - Die Lichter waren grell auf Giesings Höhen. Der Aufschrei laut. Wieder einmal brannten einige Anhänger in der Westkurve des Grünwalder Stadions Pyrotechnik ab. Damit verbrennt auch bares Geld, das der TSV 1860 nicht (übrig) hat – und befeuert die Diskussion, dass man künftig noch viel weniger davon haben wird.

"Wir hatten ein Kaderplanungsmeeting mit den Trainern und der Belegschaft, der ich die Situation dargestellt habe. Kommende Saison geht es wirklich darum, dass wir jeden Euro umdrehen müssen. Das ist einfach Fakt", sagt Günther Gorenzel, Sechzigs neuer Geschäftsführer Sport, der AZ über den bereits mehrfach zitierten Konsolidierungskurs. Aufgrund der Nicht-Einigung der Gesellschafter auf eine weiterführende Finanzierung von Sechzigs Profifußballern im größeren Stil nimmt nun unaufhaltsam seinen Lauf, was doch noch irgendwie hätte verhindert werden sollen.

Gorenzel über Sparkurs: "Werden es in allen Bereichen spüren"

Nach der kürzlich getätigten Ausarbeitung und Einreichung der Lizenzunterlagen erklärt Gorenzel nun: "Es geht um Rahmenbedingungen in der Mannschaft und um die Mannschaft, es geht auch um das Nachwuchsleistungszentrum – wir werden es in allen Bereichen spüren." Stolzer Löwe? Blaues Sparschwein!

Die AZ zeigt, wo die Konsolidierung defizitärer Sechzger, die für die laufende Saison erneut ein Millionen-Minus erwarten, schmerzhafte Einschnitte hinterlassen wird.

Kader: Sechzigs Etat für die Profis liegt in der laufenden Saison bei gut 4,5 Millionen Euro. Das Problem: Die zusätzlichen zwei Millionen Euro von Investor Hasan Ismaik, wohlgemerkt für zwei Spielzeiten vorgesehen, sind vorzeitig verplant. In der kommenden Spielzeit soll – und muss – der Etat um gut ein Drittel gekürzt werden und beträgt dann nur noch an die drei Millionen Euro.

"Das wird auch die Kadergröße betreffen", so Gorenzel kurz und knapp. Nach AZ-Informationen würde es nicht einmal ausreichen, aus dem aktuellen 29-Mann-Kader von Trainer Daniel Bierofka das Leihlöwen-Trio (Simon Lorenz, Romuald Lacazette und Prince Owusu) sowie die Akteure mit auslaufenden Verträgen (Jan Mauersberger, Aaron Berzel, Dennis Dressel, Christian Köppel, Nono Koussou, Johann Hipper) ziehen zu lassen. Wohlgemerkt ganz unabhängig davon, dass man mit dem manchem Akteur gerne verlängern möchte und womöglich auch wird. 1860 wird wohl nicht an dem ein oder anderen Not-Spielerverkauf vorbeikommen. Aus finanziellen Gründen ist klar: Die Löwen werden weniger.

TSV 1860: Saisonvorbereitung künftig in München?

Organisation: Stichwort professionelle (Spiel-)Vorbereitung. Für die 2019/20er-Sechzger wird sich ebenfalls einiges ändern. Gorenzel konkretisiert, was er eingangs als "Rahmenbedingungen" bezeichnete: "Es geht um Trainingslager und Reisekosten. Auch hier wird die ein oder andere Einsparung auf uns zukommen."

Bedeutet: Winter-Trips in den Süden, wie zuletzt nach Oliva Nova/Spanien wollen wohlüberlegt sein, die Sommer-Vorbereitung könnte nicht wie zuletzt in Kössen/Österreich, sondern auf Giesings Höhen absolviert werden. Für Auswärtspartien wird es auch in weiter entfernte Orte wie Meppen, Osnabrück oder Rostock künftig heißen: Mannschaftsbus statt Flieger. Alles Maßnahmen, unter denen die Leistungsfähigkeit der Löwen leidet.

Nachwuchsleistungszentrum: Die U21 und die Finanzierung der Junglöwen von der U9 bis zur U16 soll zwar jüngsten Meldungen zufolge gesichert sein. Aber auch hier sagt Gorenzel über die U19 und U21: "Die Budgets für die KGaA-Mannschaften müssen sich an den Budgets ausrichten, die wir beim DFB eingereicht haben. Auch hier werden wir es an den Rahmenbedingungen merken." Angedacht ist nach AZ-Informationen sogar wieder ein abendlicher Trainingsbetrieb, um noch mehr auf hauptamtliche Trainer verzichten zu können.

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