Pyro und Retuschen-Protest: Teure Retourkutsche der Fans des TSV 1860

Der Aufschrei bei den 1860-Fans war groß, nach der Retuschierungsaktion eines Ismaik-kritischen Banners. Im Spiel gegen Hansa Rostock quittierten die Anhänger diese Zensur mit dem Abfackeln von Pyrotechnik. Und dafür muss der TSV 1860 nun als Strafe wohl tief in die Tasche greifen.
| M. Eicher
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Teure Pyro-Show im Grünwalder: Die Aktion im Spiel gegen Hansa Rostock dürfte die Löwen eine Summe im unteren fünfstelligen Bereich kosten.
sampics/Augenklick Teure Pyro-Show im Grünwalder: Die Aktion im Spiel gegen Hansa Rostock dürfte die Löwen eine Summe im unteren fünfstelligen Bereich kosten.

München - Was für eine Retourkutsche für die Retuschierungsaktion: Die aktive Fanszene des TSV 1860 hat im Heimspiel der Löwen am Sonntag gegen den FC Hansa Rostock (1:2) erstmals seit der Rückkehr ins Grünwalder Stadion ihre selbstauferlegten Regeln gebrochen.

Nach zwei einzelnen Leuchtfackeln in der Westkurve schon vor der Pause brannten die Anhänger nach dem Seitenwechsel ein regelrechtes Feuerwerk an Pyrotechnik ab – und das nach der großen, legalen und von Pyro freien Choreo vor Spielbeginn.

Günther Gorenzel, Geschäftsführer Sport der Sechzger, lobte die komplett in Weiß-Blau erstrahlte Westkurve als "sensationelle Choreographie", die grün-goldene Pyro-Show in den Farben des Muttervereins kritisierte er dagegen scharf.

Gorenzel: "Es wird erneut eine Strafe auf uns zukommen"

"Pyro ist verboten, Pyro kostet Geld, es wird erneut eine Strafe auf uns zukommen. Das schadet dem Image, der Kasse und den Fans selbst“, erklärte Gorenzel gestern: "Durch solche Aktionen rücken wir uns wieder selbst in ein schlechtes Licht. Ich kann von meiner Seite nur einen Appell an die Fans richten, diese verbotenen Dinge zu unterlassen."

Als Wiederholungstäter und aufgrund des im Vergleich zu früheren Verfehlungen größeren Ausmaßes droht dem klammen Klub eine empfindliche Strafe, geschätzt im unteren fünfstelligen Bereich.

Die 1860-Fans reagieren auf die Zensierung der Kritik an Ismaik

Die Anhänger schimpften zudem mit einem großen Spruchband über die ausgegliederte Fußballabteilung der Giesinger: "Kritik am Investor akzeptieren statt die Kurve zu zensieren. KGaA – wie oft wollt ihr euch noch blamieren?"

Hintergrund der Aktion: Die Sechzger hatten auf ihrer Vereinswebsite Kritik an Investor Hasan Ismaik retuschiert und eine unliebsame Botschaft auf einer Fahne im Spiel gegen den VfR Aalen (2:1) mittels Bildbearbeitungsprogramm entfernt.

Löwen-Fans erweisen 1860 einen Bärendienst

Wie ein Mitglied der aktiven Szene der AZ erklärte, war dies neben dem Duell mit der großen Fan-Szene aus Rostock mit rund 1.500 Gästefans ein Mitgrund für die Entgleisung, die dem Verein wohl zeigen soll: Wir lassen uns weder kontrollieren noch verbieten, unsere Meinung zu äußern.

Während der Ärger der Fanszene über Sechzigs Umgang mit dem kritischen Plakat nachvollziehbar erscheint, hat sie ihrem Klub damit einen kostspieligen Bärendienst erwiesen.

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