Kommunalwahl 2020 Mit diesen Ideen stellt sich die Münchner FDP auf

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
Jörg Hoffmann, OB-Kandidat der FDP. Foto: Daniel von Loeper

Die FDP sieht die Münchner Stadtratswahl 2020 als Chance – und kritisiert sowohl SPD als auch Grüne.

 

München - "Unser größtes Ziel? Wesentlich besser abschneiden als 2014", sagt Jörg Hoffmann, OB-Kandidat der FDP. Damals hatte die Fraktion 3,4 Prozentpunkte erhalten, das genügte für nur drei Sitze im Stadtrat.

Für die Kommunalwahl 2020 hat sich die Münchner FDP neu aufgestellt. Und setzt bei den Listenplätzen eins bis zehn auf eine "ausgewogene Mischung": Fünf Frauen und fünf Männer kandidieren auf den Spitzenplätzen fürs Stadtratsamt. Mit den unterschiedlichsten Ideen.

FDP-Spitzenkandidaten: Das sind ihre Kernthemen

Obwohl das offizielle Wahlprogramm erst am 15. September vorgestellt werden soll, präsentierten die Spitzenkandidaten bereits am Dienstag im Ratskeller Schwerpunkte. Eines der Hauptthemen wird die Verkehrspolitik sein.

"OB Reiter fehlen die Visionen und die Grünen setzen auf Verbote und Sperrungen", kritisiert Stadträtin Gabriele Neff (Listenplatz 2). Ohne Konkretes zu nennen, kündigt sie an, dass die FDP vielmehr auf Lösungen setze, bei denen kein Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen würde.

Ein weiteres Thema ist die Stadtplanung. Hier müsse man überlegen, ob man sich den Hochhaus-Rahmenplan langfristig noch leisten könne, sagt Max Gawlik (Listenplatz 10).

FDP-Idee: Gratis-ÖPNV für Senioren

Ein dritter Schwerpunkt: die Digitalisierung. "Dass man zum Ummelden noch aufs Amt muss, ist für eine Großstadt wie München rückschrittlich", nennt Stadtrat Thomas Ranft (Listenplatz 7) ein Beispiel.

Hinzu kommt ein bunter Strauß an Ideen, etwa: gelbe Tonnen für eine höhere Recyclingquote, Gratis-ÖPNV für Senioren und begrünte Fassaden.

Jörg Hoffmann: Stadtrat wird sich zersplittern

Wie viele Rathaus-Sitze will die FDP konkret erreichen? "Acht wären nicht unrealistisch", sagt Hoffmann. Angesichts des Wahlergebnisses 2014 übermütig? Findet Ranft nicht. Seine Prognose: "Ich glaube, dass sich der Stadtrat zersplittern wird. Ein Viertel der Stimmen wird sich auf die kleineren Parteien verteilen."

Der SPD helfe es nicht, tönt es aus der FDP, dass sie derzeit vor allem mit einem Thema beschäftigt sei: mit sich selbst. Angenommen, dass es ab März 2020 keine Zwei-Parteien-Mehrheit mehr gibt - könnte die FDP sich ein Bündnis vorstellen? Hoffmann: "Ich halte wirklich alles für denkbar – außer die Zusammenarbeit mit AfD oder BIA."

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