Kandidaten in Stellung So kämpfen CSU und SPD um den Münchner Norden

CSU-Kandidat Bernhard Loos (links) und SPD-Kandidat Florian Post. Foto: ho

Der Wahlkreis gilt als einer der engsten in Bayern. Deshalb bringen sich die Kandidaten für die Bundestagswahl schon jetzt in Position - und teilen dabei auch schon kräftig aus.

 

München - Der Münchner Norden dürfte bei der anstehenden Bundestagswahl einer der umkämpftesten Wahlkreise in ganz Bayern werden.

Die alten Arbeitersiedlungen in Feldmoching, die Schwabinger Bohème, die jungen Familien in der Maxvorstadt – bei dieser heterogenen Mischung machen sich CSU und SPD gleichermaßen Hoffnung aufs Direktmandat. So richtig knapp war es bei der Wahl 2013 zwar nicht.

Bundestags-Vizepräsident Johannes Singhammer hängte den SPD-Kandidaten Florian Post da doch um satte zwölf Prozent ab. Singhammer tritt aber nun von der politischen Bühne ab. Und mit Bernhard Loos folgt ihm ein eher unbekannter Kandidat nach. Florian Post hat deshalb schon vor einigen Wochen zum Angriff geblasen.

Für seinen Wahlkampf hat der 36-Jährige die Münchner Post als Mitteilungsblatt reaktiviert. Das passt nicht nur namentlich sehr gut zusammen: Post und Münchner Post. Der junge SPD-Kandidat hat sich damit auch gleich einen großen Namen mit an Bord geholt.

Die Stichelein beginnen

Das sozialdemokratische Blatt wurde 1970 nämlich schon einmal wiedergegründet – seinerzeit von keinem Geringeren als Alt-OB Christian Ude. Derart durch die Geschichte verbunden, ziehen Post und Ude nun gemeinsam durch die Münchner Biergärten und schießen vereint gegen die CSU und den "Grünwalder", wie Post gerne sagt.

Am Mittwoch hat nun auch die CSU die heiße Phase des Wahlkampfs eingeläutet. "Das mit dem Grünwalder kann er sich sparen", sagt Bernhard Loos. Gerade als Nachbar. Zwar habe er tatsächlich mal in Grünwald gewohnt, so der 61-Jährige. Er sei aber eigentlich alteingesessener Schwabinger und wohne genauso wie Post nun schon seit einiger Zeit in der Amalienstraße in der Maxvorstadt.

Loos sieht es nicht als großen Nachteil an, dass Post schon im Bundestag sitzt und somit mit einem gewissen Erfahrungsvorsprung ins Rennen geht. Er sei Geschäftsführer des Kolping-Bildungswerks gewesen, sagt Loos, und habe auch sonst allerhand große Bildungsprojekte aufgezogen. "Insgesamt sollte ich da die Nasenspitze vorne haben", so Loos.

Inhaltlich werden sich die beiden Kandidaten vor allem beim Thema Wohnen aufreiben. Post setzt sich stark für bezahlbaren Wohnraum in der Stadt ein, Loos würde das Problem lieber aufs Umland verlagern und mit einem Ausbau der Infrastruktur dafür sorgen, dass die Leute schnell in die Stadt und wieder raus kommen.

"Was will er denn dann bauen? Einen Transrapid?", stichelte Post am Mittwoch dann auch umgehend. Doch so leicht will sich Loos nicht einschüchtern lassen. Der CSU-Kandidat weiß Johannes Singhammer und den Münchner Parteichef Ludwig Spaenle an seiner Seite – auch so ein Alt-Schwabinger.

Es dürfte Ende September jedenfalls ein enges Duell werden.

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