Kampf um Macht und Millionen Hagn und Roiderer bald weg? Wer Wiesn-Wirt werden könnte

Stehen wegen verschiedener Vergehen vor dem Wiesn-Aus: Die Wirte Wiggerl Hagn (l., Löwenbräuzelt) und Toni Roiderer (Hackerzelt). Foto: imago/dpa/AZ

Ein paar Zelte auf der Wiesn könnten frei werden, die Wirte-Bewerbungen laufen: Doch ausgerechnet ein Favorit hat die AfD bei sich im Innenstadt-Lokal empfangen.

München - Schöner als Weihnachten (und Geburtstag und Ostern zusammen) ist nur das: Wiesn-Wirt werden – oder bleiben.

Noch eine Woche läuft die Bewerbungsfrist für einen der lukrativsten Job, den München zu bieten hat. Bis zum 31. Dezember müssen die Gastronomen ans Wirtschaftsreferat schreiben – noch nie war es so spannend.

Wiggerl Hagn und Toni Roiderer vor dem Wiesn-Aus

Denn die nächste Wiesn wirft ihre Schatten voraus. Etwas düster schaut es derweil für Wiggerl Hagn (Löwenbräuzelt) und Toni Roiderer (Hackerzelt) inklusive ihrer Kinder aus. Beide haben Fehler gemacht – Wiggerl hat sich um 2,2 Millionen Euro verrechnet, Toni nicht richtig geputzt, so dass es einen Strafbefehl über 95.000 Euro gab.

So wenig es überrascht, dass sich beide als Unschuldsengel sehen, so genau wissen sie: Fehler können sich Wiesn-Wirte nicht leisten. In der Vergangenheit wurden Kollegen wie Sepp Krätz, Richard Süßmeier, Marianne und Toni Weinfurtner hart bestraft. Wie jetzt mit Hagn und Roiderer umgegangen wird, ist offen.

Unklar ebenfalls: Ob und wie es mit Arabella Schörghuber (nennt sich nach der Scheidung wieder mit ihrem Mädchennamen) und Peter Pongratz im Winzerer Fähndl weitergeht. Münchens Gastro-Größen wissen, dass es momentan für sie um alles oder nichts gehen kann. Sie kämpfen um Macht und Millionen.

Neue Wiesn-Wirte: Das sind die Favoriten

Selten standen die Chancen so gut, Wiesn-Wirt werden zu können. Als Favorit für ein großes Zelt gilt Jürgen Lochbihler, der einst bei Hallen-Tycoon Wolfgang Nöth gelernt hat. Mit seiner Frau Inka führt er den Pschorr am Viktualienmarkt, obendrein ist er eng befreundet mit Brauerei-Geschäftsführer Andreas Steinfatt. Beste Voraussetzungen.

Jetzt das A-B-E-R: Ausgerechnet Liebling Lochbihler hat nach AZ-Informationen - als wohlgemerkt einziger Innenstadt-Wirt - der AfD und damit vielen Rechtspopulisten die Türen für sein Lokal geöffnet. Am 4. Oktober fand ein "politischer Dialog und Vortrag" der beiden AfDler Wilfried Biedermann und Uwe Jung in seinem Bierkeller statt. Ob die Brauerei davon wusste? Jürgen Lochbihler wollte sich auf AZ-Nachfrage nicht zu dieser Veranstaltung äußern.

Auch unter den Favoriten: Lorenz Stiftl (Zum Spöckmeier) samt Familie. Aus dem Wienerwald wurde das Zelt Zum Stiftl mit 460 Plätzen auf der Wiesn – Luft nach oben ist da noch.

Ähnlich könnte es Toni Winklhofer sehen, der neben dem Ratskeller im Rathaus mit Peter Wieser das Festzelt Tradition auf der Oidn Wiesn (mit)betreibt. Nein würde er nicht sagen, wenn ihn die Stadt bitten würde, ein paar Meter umzuziehen.

Alfons Schuhbeck bald (wieder) auf der Wiesn?

Nach AZ-Informationen soll sich auch Alfons Schuhbeck, seines Zeichens Platz(l)hirsch, Sternekoch, TV-Star und inoffizieller Ingwer-Botschafter, um den Posten eines Wiesn-Wirts beworben haben. Als Sepp Krätz noch im Hippodrom schunkeln ließ, hatte Fonsi ein 2,5 Meter langes Standl neben dem Eingang des Zeltes, wo er Schmankerl wie Hendl-Pflanzerl verkaufen konnte. Seit Siegfried Able an selber Stelle das Marstall führt, ist Schuhbeck gastronomisch nicht mehr auf der Theresienwiese vertreten. Das würde er, wer könnte es ihm verdenken, sehr gern ändern.

Und dann gibt es im Kampf um die Wiesn-Macht noch diese eine prominente Wirte-Familie Münchens, die sich gern (nach dem Vorbild der drei Brüder Hochreiter) vergrößern würde. Die interne Vereinbarung, die mit der Brauerei unterzeichnet wurde und die ein Familienmitglied als neuen Wiesn-Wirt stark favorisiert, ist nicht zu unterschätzen. Im Gegenteil.

Unterschätzen sollte man, wenn es um die Wiesn geht, nix und niemanden. Toni Roiderer hat nach AZ-Informationen um politische Hilfe gebeten.

Mächtige an der Seite zu haben, schadet nie, wenn es um die ganz große Macht geht.

Lesen Sie hier: Münchner Stadtrat traut Wiesn-Wirten nicht mehr

 

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