Jubiläum der Sozialdemokraten 125 Jahre SPD im Münchner Stadtrat

, aktualisiert am 03.12.2018 - 10:10 Uhr
Kuschelig eng saß man 1908 im Stadtrat noch beisammen, hier im Bauausschuss. Mit dabei: SPD-Mann Anton Raith (2.v.l.). Foto: Stadtarchiv

Die Sozialdemokraten feiern: Vor eineinviertel Jahrhunderten schaffte es der erste Genosse der SPD ins Münchner Rathaus.

 

München - Der Mann, mit dem alles begann, trägt einen riesigen Schnauzer. Georg Birk ist gelernter Metzger. Seine Wirtschaft in der Baaderstraße ist eine sozialdemokratische Denkfabrik. Führende Genossen treffen sich hier zum politischen Stammtisch. Und Birk selbst? Der ist immer mittendrin.

Am 5. Dezember 1893 ist es dann soweit: Birk bekommt die Belohnung für sein engagiertes Auftreten. Im 15. Stadtbezirk, damals Vorstadt-Au, wird der gebürtige Allgäuer zum Gemeindebevollmächtigten gewählt. Er zieht als erster Sozialdemokrat überhaupt ins Münchner Rathaus ein. Fast auf den Tag 125 Jahre ist das jetzt her.

Grund zu feiern nach den Wahlklatschen

Ein bisschen ein krummes Jubiläum ist das schon – 125 Jahre. Aber bei der SPD hat man momentan nicht sonderlich viel zu feiern – nach einer Klatsche bei der Bundestagswahl und einer noch herberen Klatsche bei der Landtagswahl. Da ist jede Gelegenheit für ein bisschen Zerstreuung willkommen.

An diesem Mittwoch wird die SPD deshalb ein kleines Fest veranstalten. Denn keine Frage: Im Blick zurück gibt es viel zu bejubeln. Der Gastwirt Birk war da nur der Anfang.

Sechs schwarze Jahre in der purpurroten Bilanz

Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Sozialdemokraten in München fast durchgehend den Oberbürgermeister gestellt.

Nur Ende der 70er Jahre hat sich die SPD eine kleine Auszeit genommen. Da quetschte der CSUler Erich Kiesl sechs schwarze Jahre in die ansonsten purpurrote Bilanz.

Wunsch für 2020: Stärkste Fraktion und OB-Sieger

Bei der Kommunalwahl in anderthalb Jahren würde die SPD diese Erfolgsgeschichte gerne fortschreiben. Stärkste Fraktion und ein OB-Sieg im ersten Wahlgang – das wäre das Wunschmenü. Ob es tatsächlich so weit kommen wird, ist freilich eine andere Frage.

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Eines kann man bei aller Krisenstimmung aber mit Sicherheit sagen: Die Sozialdemokratie wird in München nicht aussterben. Denn dafür, auch das zeigt der Blick in die Geschichtsbücher, sind die Probleme in München viel zu konstant.

Probleme wiederholen sich

Ende 1914 zum Beispiel – die SPD war im Stadtrat gerade zur stärksten Fraktion aufgestiegen – drückte in der Landeshauptstadt im Wesentlichen an zwei Stellen der Schuh: Es herrschte Wohnungsnot und es gab viele prekäre Arbeitsverhältnisse.

Das kennt man auch heute wieder.

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